Die Stadt Barcelona möchte wieder mehr Platz für Fußgänger schaffen. ©SantiMB.Photos /flickr

Fußgänger erobern Straßen zurück

Die Stadt der Gegenwart gehört den Autos. Das soll sich in Barcelona nun ändern. Die Straßen sollen wieder den Fußgängern gehören. Ein simples Konzept, das auch in deutschen Städten funktionieren könnte.

Die Herrschaft der Autofahrer über die Straßen wird in Barcelona in Frage gestellt. Keine Frage, ohne das Auto würde unsere Gesellschaft nicht mehr funktionieren. Die Wege zur Arbeit, der Freizeitgestaltung, den Freunden sind zu lang geworden, um auf Pkw zu verzichten. Doch sorgt  das von Autos dominierte Stadtbild auch für Probleme. Lärmbelästigung in Städten entsteht maßgeblich durch Autos und auch bei der Luftverschmutzung spielen Pkw-Abgase eine große Rolle.

Autofahrer müssen Fußgängern weichen

Die Stadt Barcelona hat in ihrem letzten städtischen Mobilitätsplan nun ein Konzept beschlossen, das den Straßenverkehr kaum beeinträchtigen, dafür viele Straßen wieder in die Hand der Fußgänger bringen soll. Eingeführt wird das Konzept vorerst nur im Stadtteil Eixample, das sich wegen seiner gleichmäßigen, rechteckigen Blocks anbietet. Hier sollen so genannte "Superblocks" entstehen. Das Konzept sieht vor mehrere Blöcke in einem Superblock zusammenzufassen. Die ideale Größe für einen Superblock sieht der Entwickler des Konzepts, Salvador Rueda, bei 400 mal 400 Metern. Für den allgemeinen Verkehr sollen lediglich die vier Straßen, die den Superblock von außen einschließen, zugänglich sein. Im Inneren sind nur Anliegerfahrzeuge erlaubt. Die inneren Straßen sind Einbahnstraßen, die in Schleifen in den Superblock und wieder nach Außen führen. In den Superblocks soll die Höchstgeschwindigkeit bei 10 km/h liegen. Wenig langsamer Verkehr macht die Straßen attraktiver für Fußgänger und Radfahrer.

Die linke Abbildung zeigt wie der Verkehr in Eixample bisher funktioniert hat, die rechte wie die Superblocks den Verkehr zugunsten der Fußgänger verändern wird.

Die Maßnahme soll für 120 Superblocks auf 23 Hektar Land in Eixample rund 10 Millionen Euro kosten. Rueda ist klar, dass das Konzept in Eixample aufgrund der Planviertel besonders einfach verwirklicht werden kann. Trotzdem ist er davon überzeugt, dass die Superblocks auf jede Stadt anwendbar sind. Auch andere Bezirke von Barcelona, die nicht so gleichmäßig angeordnet sind wie Eixample, stehen in den Startlöchern. In Gràcia und Sant Martí sind bereits Superblocks in Planung.

Weitere Artikel von Rebecca Piron

Neuester Inhalt

Immer informiert bleiben!

Jetzt für KOMMUNE.HEUTE anmelden und die Neuigkeiten der kommunalen Welt kommen direkt in Ihr Postfach.
 Ja, ich habe die Datenschutzerklärung verstanden und akzeptiere sie.*

Ja, ich möchte im Newsletter persönlich angesprochen werden! (optional)