Stadträte digital arbeiten
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HIER arbeiten Stadträte papierlos!

Di, 16.10.2018

Um Druck- und Versandkosten für Beratungsunterlagen zu sparen, steigen immer mehr Städte auf digitales Arbeiten um. So auch in Haan und Hilden...

In manchen Kommunen betragen die Druck- und Versandkosten für Sitzungsunterlagen der Ratsmitglieder und Fraktionen bis zu 100.000 Euro!

Doch wenn die Unterlagen elektronisch abgespeichert und versandt werden, lassen sich langfristig Kosten einsparen. Viele Kommunen entscheiden sich deshalb dafür, papierlos zu arbeiten. Digital können sich die Ratsmitglieder dann die Sitzungsunterlagen über Tablets abrufen, damit Geld sparen und die Umwelt schützen.

In den nordrhein-westfälischen Städten Haan und Hilden will man das digitale Arbeiten jetzt ebenfalls ausprobieren. In einer Propephase lesen einige Stadträte die Unterlagen nun digital. So nehmen in Haan bereits 33 von 38 Ratsmitgliedern an der freiwilligen Propephase teil und erhalten ein iPad, das sie ausschließlich für die Arbeit nutzen dürfen. In einer App werden dazu alle wichtigen Dokumente verschlüsselt abgespeichert, die direkt durch Notizen bearbeitet werden können.

 

Stadträte arbeiten digital und damit papierlos - wie teuer ist das?

 

Das digitale Arbeiten soll Geld sparen: Für alle 38 Stadträte kommen so Kosten von rund 26.000 Euro zusammen. Im Preis enthalten sind Geräte, Lizenzen, Installationen sowie Schulungen zum Thema. Außerdem kommen jährlich weitere 10.000 Euro für die Software-Pflege und die IT-Personalkosten hinzu.

In Hilden jedoch beginnt die Probephase allerdings erst jetzt. Hier müssen die Ratsmitglieder sowie sachkundige Bürger eigene Tablets kaufen. Dafür erhält die Fraktion je Wahlperiode circa 220 Euro für Android-Tablets und 350 Euro für iPads. Das Geld gibt es allerdings nur, wenn auf Papierunterlagen verzichtet wird. Der Umstieg bleibt jedoch freiwilig. Auf der Internetseite der Stadt Haan können sich die sachkundigen Bürger Zugang zu den Ratsinfomationsdiensten verschaffen .

 

Wie teuer die Umstellung auf papierloses Arbeiten letztlich wird, hängt davon ab, wie viele Stadtverordnete und sachkundige Bürger mitmachen. Die Verwaltung wird den Gremienmitgliedern eine Sammelbestellung anbieten.

 

Doch: Die Einführung des papierlosen Arbeitens war mit vielen Diskussionen verbunden

 

Ob die Stadträte in Zukunft mit Tablets arbeiten sollen oder nicht, wurde in Hilden mehrmals kontrovers diskutiert. So wurden Fragen in den Raum geworfen, wie etwa "Was passiert, wenn ein Gerät nachbestellt oder gekauft werden soll?" oder "wie ist die Nutzungsvereinbarung zwischen Fraktion und Mitglied geregelt?"

Dennoch konnten sich die Ratsmitglieder letztlich doch darauf einigen, auf digitale Gremienarbeit umzusteigen.

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