In Schwimmbädern fehlen Bademeister
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Hitzeschlag weil Bademeister fehlen?!

Di, 25.06.2019

Bei dieser Hitze wollen sich viele Bürger im Schwimmbad abkühlen. Doch: Deutschlands Bäder sind von Schließung bedroht!

Die Sommerferien stehen vor der Tür und die Temperaturen klettern nach oben – für viele die perfekte Zeit, um einen Abstecher ins Freibad zu machen.

Doch: in ganz Deutschland könnten die Menschen bald vor verschlossenen Türen stehen. Bereits jetzt werden schon Öffnungszeiten gekürzt oder nur noch Sportvereinsmitglieder reingelassen. Der Grund dafür: Es fehlen ausgebildete Bademeister! Das beklagt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).

Der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister schätzt, dass in den rund 6.000 Bädern circa 2500 ausgebildete Schwimmmeister fehlen.

Aber es gibt auch nicht genug ehrenamtliche Rettungsschwimmer. Laut Berechnungen des DLRG fehlen allein in Berlin bis zu 60 Rettungsschwimmer pro Jahr, um die Sicherheit an Seen und Flüssen weiter wie bisher zu gewährleisten.

 

Wieso fehlen Bademeister?

 

Die Gründe dafür sehen Experten einerseits vor allem darin, dass die geburtenstarken Jahrgänge langsam in Rente gehen und so natürlich mehr Arbeitskräfte fehlen.

Peter Harzheim, der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Schwimmmeister glaubt, dass es aber auch daran liegt, dass viele junge Menschen nicht mehr an sieben Tagen in der Woche arbeiten wollen – also an Sonn- und Feiertagen.

Und auch der Sprecher der DLRG nennt die Lebensauffassung der jungen Menschen als Grund: „Die Jugend verbringt ihre Zeit unseres Erachtens lieber am Smartphone, als ehrenamtlich Dienst zu machen.“

Aber auch dass sich viele junge Menschen für einen Hochschul- und Universitätsabschluss entscheiden, anstatt eine Ausbildung zu absolvieren, verstärkt einen Personalmangel, meint Uwe Lübking vom Deutschen Städte- und Gemeindebund. „Auf der einen Seite halten wir die duale Ausbildung in Deutschland hoch, auf der anderen Seite fördern wir diese Form der Bildung nicht ausreichend“, kritisiert der Arbeitsmarktexperte.

Es sei problematisch, die Öffnungszeiten der Bäder wegen des Fachkräftemangels einzschränken oder schließen zu müssen: „Bäder sind Orte der Begegnung und als Teil kommunaler Daseinsvorsorge unverzichtbar“, erklärt Lübking.

 

Welche beruflichen Anforderungen gibt es an den Bademeister?

Interessierte Bademeister können eine Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe machen. Diese dauert circa 3 Jahre.

Dabei wird Wissen über die Wasseraufbereitung, Chemie, Kassendienstleistungen, Schwimmunterricht sowie die Erste Hilfe vermittelt. Zugelassen wird man zur Ausbildung mit einem Hauptabschluss.

Aber auch eine gute körperliche Fitness ist eine Voraussetzung für die Ausbildung. So müssen angehende Bademeister beispielsweise in zwölf Minuten 400 Meter schwimmen, davon 50 Meter Kraulschwimmen, 50 Meter Brustschwimmen, 100 Meter Freistilschwimmen und 200 Meter Rückenschwimmen mit Brustbeinschlag ohne Armtätigkeit.

Das tarifliche Gehalt liegt bei den öffentlichen Bädern zwischen 2000 und 3000 Euro. Bei den privaten Schwimmbädern können Bademeister aber auch mit weniger Gehalt rechnen.

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