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Autonomes Fahren: Die wertvollste Stunde

Das autonome Fahren wird unsere Mobilität revolutionieren. Ökonomen grübeln schon, wie sie die gewonnene Zeit der Autofahrer wirtschaftlich nutzen können, meint Franz-Reinhard Habbel.

Deutschland hat über 44 Millionen Erwerbstätige. Die meisten von ihnen fahren mit den 45 Millionen PKW täglich zur Arbeit. Sie sitzen in der morgendlichen Rushhour oftmals allein im Fahrzeug und suchen am Arbeitsort nach freien Parkplätzen. Das nervt. Konzentration ist angesagt. Mit anderen Worten: Der Fahrer ist ständig beschäftigt. Das wird nicht so bleiben.

Autonomes Fahren - das ist die Zukunft

Hoffnungen werden in das autonome Fahren gesetzt. Es ist ein gewaltiger Umbruch in der Mobilität, vergleichbar mit dem Übergang vom der Pferdekutsche zum Automobil. Damit ändern sich erneut unsere Verhaltensweisen. Es wäre ein Fehler, die Gegenwart des Autos ohne Lenkrad einfach fortzuschreiben. Das „Transportgefäß“ Fahrzeug selbst wird sich verändern. Vielleicht sitzen sich die Menschen wie in einer Gondel gegenüber. Designer werden neue Räume der Mobilität schaffen. Was machen nun die Menschen mit der Zeit, wenn sie im Fahrzeug sitzen, das autonom gesteuert wird und sie nicht mehr Lenken, wenn sie ihre Aufmerksamkeit nicht ständig auf die Straße richten müssen? Erste Werbestrategen stehen schon in den Startlöchern, die „gewonnene“ Zeit zu ökonomisieren. Aktuelle Werbung könnte in das Fahrzeug eingespielt werden. Der Kampf um Aufmerksamkeit um die ersten Stunden des Tages hat gerade erst begonnen. Dazu ein Szenario. Wer am Vorabend zu Hause im Internet nach einem neuen Fernseher sucht - Google wird es wissen - erhält am anderen Morgen Angebote örtlicher Einzelhändler auf sein großes Display im Auto gespielt. Zusatzservices wie einfache Abholung, Bring- und Aufstelldienste ergänzen das Angebot und machen es attraktiv. Das könnte eine Chance für den stationären Handel sein. Auch die Kommune könnte mit einem morgendlichen Nachrichtendienst Kommune.digital über Veranstaltungen, freie Plätze bei Volkshochschulkursen oder Vereinsinformationen punkten. Neue Baugebiete könnten per Video vorgestellt werden. Die lenkradlose Zeit ließe sich auch für viele andere Dinge nutzen. Lesen, Musikhören, Filme schauen, Unterhaltungen oder einfach zum Nichtstun oder Entspannen. Jeder entscheidet das selbst. Aber aufgepasst: Vielleicht kommt auch alles anders. Diese Kolumne wurde übrigens auf einem Morgenflug von Berlin nach München geschrieben. Am Steuerknüppel saß der Pilot, ich hatte als Passagier freie Zeit und konnte schreiben.    

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