Neues Bestattungsgesetz sorgt für Streit

Seit Monaten wird in Brandenburg über eine Reform des Bestattungsgesetzes debattiert. Nun steht eine Gesetzesnovelle zur Abstimmung im Landtag und löst einen heftigen Streit aus.

Darf aus dem toten Opa künftig ein Diamant am Ring der Enkelin werden? In Brandenburg ist dieses Thema weiter heftig umstritten. Vertreter der Brandenburger Bestatter haben nun erneut für die geplante Novelle des Brandenburger Bestattungsgesetzes geworben, die in der kommenden Woche im Landtag verabschiedet werden soll. Die Regelung, bei der sich die Geister scheiden: Geringe Mengen Totenasche sollen in Zukunft aus der Urne entnommen werden dürfen, um daraus ein Erinnerungsstück herzustellen. Sollte das Gesetz in Kraft treten, wäre Brandenburg das erste Bundesland, in dem diese Praxis erlaubt wäre.

 

Um einer rückläufigen Bestattungskultur entgegenwirken zu können, brauchen wir eine moderne Kultur"

 

Neues Bestattungsgesetz geht auf veränderte Bedürfnisse ein

 

Der Herzberger Krematoriumsbetreiber und Vorsitzende des Berufsverbands Privater Krematorien in Berlin-Brandenburg, Gerd Rothaug, ist Befürworter der Novelle. Er gibt zu bedenken, die Bestatter stünden für den Erhalt der Friedhofskultur. „Um einer rückläufigen Bestattungskultur entgegenwirken zu können, brauchen wir aber eine moderne Kultur“, sagte Rothaug. Das bedeute, dass „interessante Angebote für den letzten Tag“ geschaffen werden müssten. „Die Bestatter merken, dass der Bedarf nach Möglichkeiten für Trauerbewältigung zunimmt“, sagte Rothaug. „Ascheentnahme ist eine Möglichkeit.“

 

 

Was passiert in Zukunft mit den Erinnerungsurnen?

Hauptkritikpunkt der Gegner der Gesetzesnovelle: Es bliebe unklar, was passiert, wenn sich niemand mehr daran erinnert, dass der Diamant einst der Opa war. Rothaug schlägt daher vor, auf Brandenburger Friedhöfen künftig sogenannte Aschestelen zu errichten. Dort sollten Erben nicht mehr genutzte Erinnerungsstücke oder die einst entnommene Totenasche in Zukunft beisetzen können. Doch auch er musste einräumen, dass man nicht verbindlich regeln könne, was letztlich mit Diamanten oder Erinnerungsurnen geschehe.

 

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