Dieser LKW ist abgasfrei und wird durch erneuerbaren Strom angetrieben

Oberleitungs-LKW: abgasfreier Gütertransport

Mo, 18.09.2017

In Baden-Württemberg soll ein Projekt klimaneutralen Güterverkehr ermöglichen. Damit sollen die Lebensbedingungen vor Ort verbessert und die Unternehmen langfristig an den Standort gebunden werden

"Um die Klimaschutzziele zu erreichen, muss auch der Straßengüterverkehr klimafreundlicher werden“, erklärte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) vor einigen Tagen in Kuppenheim. Dort überreichte sie Landesverkehrsminister Winfried Hermann einen Förderbescheid über 17 Millionen Euro. Mit dem Geld soll auf der Bundesstraße 462 im baden-württembergischen Murgtal zwischen Gernsbach-Obertsrot und Kuppenheim eine sechs kilometerlange Teststrecke gebaut werden – auf der schwere LKW mit elektrischem Antrieb Güter transportieren sollen (Oberleitungs-LKW). Auf der Strecke werden pro Jahr rund 500.000 Tonnen Papier und Pappe von drei Papierherstellern transportiert. Seit Anfang des Jahres fördert das Bundesumweltministerium den Aufbau von zwei Teststrecken für Elektro-LKW bereits in Hessen und Schleswig-Holstein. In Baden-Württemberg aber soll das System erstmals auf einer Bundesstraße mit Ortsdurchfahrten erprobt werden. „Oberleitungs-LKW sind sehr energieeffizient und ermöglichen mit wenig erneuerbarem Strom viele emissionsfreie Kilometer", erklärte Hendricks vor Ort. HIER ERHALTEN SIE DIE AUSGABE KOSTENFREI IM PROBEABO  – JETZT KLICKEN UND DABEI SEIN! 

Oberleitungs-LKW stärken Unternehmen im Ort!

In Baden-Württemberg soll der Güterverkehr mithilfe dieses Projektes klimafreundlich und umweltschonend gestaltet werden: "Wenn wir auf der Teststrecke Diesel-Lkw durch Elektro-Lkw ersetzen, dann reduzieren wir damit den Ausstoß von Luftschadstoffen und den Verkehrslärm. Das dient nicht nur der Lebensqualität der Menschen vor Ort, sondern kann auch helfen die Verkehrsanbindung solcher Firmenstandorte und damit die Standorte selbst langfristig zu sichern", erklärt die Ministerin. Die Strecke zeichnet sich durch eine Tallage aus - damit steht sie laut Hendricks exemplarisch für Deutschlands Bundesstraßen, die manchen Autofahrern zu schaffen machen. Zudem passt die Lage auch, weil Baden-Württemberg als Wiege des Automobilbaus gilt: die Pilotstrecke führt am Daimlerwerk in Gaggenau vorbei, in dem ab 1895 das erste Serienauto der Welt produziert wurde und das älteste durchgehend genutzte Automobilwerk der Welt ist. Zu den Projektpartnern gehören neben den teilnehmenden Logistikunternehmen auch das baden-württembergische Verkehrsministerium, der Landkreis Raststatt und das Regierungspräsidium Karlsruhe sowie das Fraunhofer-Institut. Sie alle gucken gespannt auf die Zukunft und erhoffen sich von dem Feldversuch belastbare Ergebnisse, die auch anderen Regionen zu Gute kommen können. Bis es die ersten Ergebnisse aber tatsächlich gibt, dürfte allerdings noch viel Zeit vergehen: Die Straße für die Oberleitungs-LKW soll ab 2018 gebaut und 2020 in Betrieb gehen.

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