Mit dem richtigen Flottenmanagement können Kommunen im Fuhrpark viel Geld sparen. ©stocksolutions/123rf

Sparpotential im Fuhrpark

Mi, 28.09.2016

Deutschlands Kommunen wollen immer stärker nachhaltig mobil machen. Das zeigt eine exklusive KOMMUNAL-Umfrage unter Deutschlands Fuhrparkverantwortlichen. E-Mobilität steht demnach hoch im Kurs.

Der Fuhrpark der meisten Kommunen ähnelt einem bunten Gemischtwarenladen: 60 Prozent der Kommunen haben Fahrzeuge von drei bis fünf Herstellern in ihrer Fahrzeugflotte. Einige Städte und Gemeinden haben sogar Autos von mehr als neun verschiedenen Herstellern in der Garage stehen. Das zeigt eine Umfrage von KOMMUNAL unter Fuhrparkverantwortlichen der Kommunen. Am verbreitetsten sind Autos von Volkswagen gefolgt von Modellen von Mercedes-Benz. Erst auf dem dritten Platz landet ein ausländischer Hersteller: 16,5 Prozent der Befragten geben an, ihr neuestes oder nächstes Fahrzeug sei von Ford. Klar, dass es sich dabei mehrheitlich um Nutzfahrzeuge handelt. Stark vertreten sind auch Kompaktwagen. Großraumlimousinen spielen hingegen kaum eine Rolle. Pro Jahr schreiben die meisten Kommunen Kraftfahrzeuge in einem Wert zwischen 10.000 und 50.000 Euro aus. Fast ein Viertel der kommunalen Beschaffer gibt pro Jahr mehr als 100.000 Euro für neue Fahrzeuge aus. Größter Beschaffer sind dabei die Landkreise. Auffallend auch: Nur in den wenigsten Fällen schreiben die Landkreise oder Kommunen europaweit aus, selbst eine deutschlandweite Ausschreibung ist eher die Ausnahme.

Flottenmanagement bietet im Fuhrpark Einsparmöglichkeit

Unter den 385 Befragten waren unter anderem Bauhofleiter, Bürgermeister sowie Verantwortliche aus dem Bereich Finanzen. Eine Studie aus dem Jahr 2013 zeigt, dass die Fuhrparkkosten deutscher Kommunen in den vorherigen fünf Jahren um durchschnittlich 20 Prozent gestiegen sind. Hingegen seien die Kosten für privatwirtschaftlich betriebene Flotten im gleichen Zeitraum um bis zu 30 Prozent gesunken. Laut der damaligen Erhebung betrieben weniger als ein Viertel der deutschen Kommunen ein zentrales Flottenmanagement. Eine Neuordnung der Ressourcen und Umstellung des Fuhrparkmanagements böte demnach große Einsparpotenziale. Viele Kommunen wollen ihren Fuhrpark auf umweltfreundliche E-Autos umstellen. Doch wie gelingt die Elektrifizierung? Kommunen können von Unternehmen analysieren lassen, wie effizient sich die aktuelle Fahrzeugflotte auf E-Autos umstellen lässt. Dann können die städtischen Mitarbeiter E-Fahrzeuge testen. Daraus ergebe sich eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die Elektrifizierung der Flotte, verspricht ein Unternehmen, das in diesem Bereich tätig ist.

Dobrindts Ministerium unterstützt die Elektromobilität im Fuhrpark. ©BMVI

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur unterstützt Kommunen beim Aufbau der Elektromobilität. So hat Bundesverkehrsminister Dobrindt am 10. Mai die ersten Förderbescheide aus dem Aufruf des Jahres 2015 für die Förderrichtlinie zur batterieelektrischen Elektromobilität überreicht. Die Bandbreite der Projekte reicht von der Beschaffung von Elektroautos für Fuhrparks über die Etablierung von Carsharing-Angeboten mit E-Autos bis hin zu E-Mobilitätskonzepten für ganze Landkreise. „Wir wollen der Elektromobilität flächendeckend zum Durchbruch verhelfen. Daher haben wir ein Förderprogramm für unsere Regionen mit jährlich 30 Millionen Euro gestartet und unterstützen damit die kommunalen Akteure beim Aufbau der Elektromobilität vor Ort,“ so Dobrindt. Das Gesamtvolumen der ersten Tranche der Förderbescheide beträgt 7,1 Millionen Euro. Damit werden nach Angaben des Ministeriums Gesamtinvestitionen in Höhe von rund 17 Millionen Euro ermöglicht. Die Chance für Kommunen, gefördert zu werden, ist groß: Alle formal akzeptablen Anträge von Kommunen konnten bisher berücksichtigt werden. 32 der bewilligten Anträge mit einem Fördervolumen von 3,5 Millionen Euro entfielen auf Stadt-, Gemeinde- oder Kreisverwaltungen. Die Fördermittel fließen vor allem für die Beschaffung von Fahrzeugen, von Ladeinfrastruktur und Elektromobilitätskonzepte. Auch auf den neuesten Aufruf aus diesem Jahr haben sich viele Kommunen gemeldet. Nach Informationen von KOMMUNAL sind bis Anfang Juli fast 50 Anträge eingegangen. Offenbar können diese – soweit die formalen Voraussetzungen erfüllt sind – alle angenommen werden. Das Budget des Ministeriums ist dafür nach Informationen dieses Magazins groß genug. Förderanträge für das laufende Jahr können weiterhin eingereicht werden. Nach Ansicht von Dobrindt zeigen die zahlreichen Förderbescheide eins: „Das Förderprogramm ist ein großer Erfolg. Unsere Kommunen und Landkreise übernehmen Verantwortung und führen ihre Regionen in die Mobilität der Zukunft.“

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