Wahlhelfer für Kommunalwahlen gesucht!
Fotolia: Gina Sanders

Kommunalwahlen: Freiwillige vor!

Fr, 08.02.2019

Für die anstehenden Wahlen werden Ehrenamtliche gesucht, die sich engagieren. Doch: Die Suche nach Helfern scheint immer schwieriger zu werden

Es fehlen Freiwillige für die Kommunalwahlen!

Europa- und Kommunalwahlen stehen vor der Tür und dafür werden Helfer gebraucht, die ehrenamtliche Tätigkeiten übernehmen: Die Wahlhelfer helfen bei der Ausgabe der Stimmzettel, überprüfen Wahlberechtigungen anhand des Wählerverzeichnisses, geben die Wahlurne für den Einwurf der Stimmzettel frei und zählen die Zettelchen anschließend aus.

Zusammengefasst: Ohne sie wären Wahlen gar nicht durchführbar!

Doch: Die Bereitschaft an einem freien Sonntag zu helfen, lässt nach. „Insgesamt betrachtet scheint die Entwicklung leider dem Trend zu entsprechen, wonach die Bereitschaft der Bürger zu ehrenamtlicher Tätigkeit generell rückläufig ist“, erklärt Cornelia Nesch, Landeswahlleiterin Baden-Württemberg.

 

Kommunalwahlen: Städte und Gemeinden versuchen Helfer zu mobilisieren

 

Viele Städte appellieren deshalb an ihre Bürger, sich persönlich für die Demokratie einzusetzen. So wirbt beispielsweise die baden-württembergische Stadt Schopfheim in einer Pressemitteilung mit einem Blick hinter die Kulissen: "Wie wäre es mit einer Mitarbeit in einem Wahlvorstand? Es erwartet Sie eine interessante Tätigkeit, die Sie bei den Kommunalwahlen zwei Tage beansprucht.“

Die sächsische Gemeinde Jahnsdorf hingegen wirbt so: „Neben einer kleinen Aufwandsentschädigung können Sie näher an der Wahl sein als alle anderen! PS: Es gibt übrigens für alle Helfer belegte Brötchen.“

Da Wahlhelfer eine finanzielle Entschädigung erhalten, versuchen Kommunen mit dieser mehr Wahlhelfer zu gewinnen. Je nach Kommune liegt die Pauschale zwischen 25 und 70 Euro. Das Geld scheint aber nicht das zu sein, was viele Helfer anlockt. Selbst auf einen Aufruf in einer Lokalzeitung melden sich teilweise nicht einmal 10 Personen.

Die meisten Städte wollen möglichst wenige Bürger verpflichten, weshalb es einige auch mit einem Fragenkatalog auf der Homepage versuchen. Der Katalog soll einen ersten Einblick in die Tätigkeit geben und Bedenken ausräumen.

Vielerorts hat man jedoch erkannt, dass es immer wieder dieselben Menschen sind, die sich vor Ort für die Demokratie einsetzen. Deshalb schreiben einige Kommunen diese Personen gezielt an.  

Eine Alternative: Kommunen setzen vorrangig auch Verwaltungsmitarbeiter ein, die aushelfen. Und suchen nur noch für die offenen Positionen Freiwillige. Für die Mitarbeiter der Verwaltungen lockt ebenfalls eine Pauschale sowie ein freier Tag.

 

Zu wenig Wertschätzung für Kommunalwahlen?

 

Der Baden-Württemberger Städtetagsdezernent Norbert Brugger kritisiert, dass die Wahlen viel Geld kosten. Geld auf dem die Kommunen sitzen bleiben, weil der Bund nicht genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stellt, um ausreichend Helfer zu finden.

Außerdem honoriere der Bund lediglich die Mitwirkung an der Europawahl, aber nicht die weit aufwendigeren Kommunalwahlen. So gebe es für die Wahlhelfer bei Bundeswahlen Ehrennadeln und Urkunden. Landeswahlen und Kommunalwahlen hingegen werden vom Bund nicht genug berücksichtigt beziehungsweise gewertschätzt.

Brugger: „Wir wollen aber alle gleich behandeln!“

 

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