Kommunalwahlen Niedersachsen 2026
Niedersachsen wählt im September 2026, doch wird es genügend Kandidaten geben?
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Umfrage

Kommunalwahlen 2026 in Niedersachsen: Wer will noch Bürgermeister werden?

Am 13. September wählt Niedersachsen neue Räte, Kreistage und Bürgermeister. Eine aktuelle Umfrage zeigt: Viele Amtsinhaber treten nicht mehr an. In der Umfrage nennen die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister ihre Gründe dafür. Einiges überrascht dabei.

Bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen am 13. September werden die Stadt-, Gemeinde - und Samtgemeinderäte für die nächsten fünf Jahre neu gewählt. Die Wähle und Wählerinnen entscheiden auch, wie sich die Kreistage und die Regionalversammlung in der Region Hannover künftig zusammensetzen. Auch Stadtbezirks- und Ortsräte werden neu bestimmt. Spannend werden auch die Bürgermeister- und Landratswahlen für die nächsten acht Jahre. Sie finden überall dort statt, wo die Amtszeit der Amtsinhaber endet. 

Kommunalwahlen: 41 Prozent der Bürgermeister treten nicht mehr an

Dabei wird es häufig zu einem Wechsel an der Spitze der Kommunen kommen. Das zeichnet sich bereits jetzt ab. Sechs Monate vor den Wahlen hat der NDR eine Umfrage gestartet, auf die 255 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister geantwortet haben. Das Ergebnis: 41 Prozent dieser Amtsträger wollen im September nicht mehr kandidieren. Das sind vier von zehn befragten Amtsträgern.

Bürgermeister: Darum kandidiere ich nicht mehr 

Ein Bürgermeister, der bei den Kommunalwahlen im September nicht mehr antreten will, ist Christian Springfeld, Bürgermeister in der Stadt Springe. Zehn Jahre lang war er im Amt, ein Burnout zwang ihn zur Pause. Gegenüber dem NDR beschreibt er, was viele seiner Kolleginnen und Kollegen kennen: Anfeindungen, bei denen der Ton weit über das sachlich Vertretbare hinausgeht.  "Bei manchen Anfeindungen wird sich schon sehr im Ton vergriffen. Und da muss man schon dreimal schlucken, wenn man darüber hinwegsehen und so auf die Sachebene kommen will." Bürgermeisterkolleginnen und Kollegen in ganz Deutschland können das bestätigen: Der Ton ist rauer geworden, die Anfeindungen gegen Kommunalpolitiker nehmen zu, virtuell wie persönlich. Immer wieder kommt es zu Bedrohungen und zuweilen auch zu Gewalt. 

Gründe, warum Bürgermeister nicht weitermachen wollen

Dennoch spielen Anfeindungen bei der Entscheidung, nicht mehr anzutreten, eine erstaunlich kleine Rolle: Nur 4 Prozent der antwortenden ausscheidenden Amtsträger nennen sie als Grund. Die Umfrage zeigt ein anderes Bild:

  • 37 Prozent geben persönliche Gründe an.
  • 21 Prozent haben die Altersgrenze erreicht.
  • 11 Prozent verweisen auf die mangelnde finanzielle Ausstattung ihrer Kommunen.
  • 7 Prozent fühlen sich für ihre Arbeit nicht ausreichend anerkannt.
  • 20 Prozent machten keine konkreten Angaben

Die Zahlen zeigen: Der bevorstehende Generationenwechsel in Niedersachsens Rathäusern ist keine Ausnahme, sondern ein strukturelles Phänomen. Fehlende Wertschätzung, knappe Kassen und persönliche Erschöpfung treiben erfahrene Kommunalpolitiker aus dem Amt. 

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