Direkt zum Inhalt

Secondary Navigation

  • E-Paper
  • Podcast
  • Webinare
  • Messe
  • Veranstaltungen
  • Newsletter
  • Stellenmarkt
  • Kontakt
  • Anmelden
 

IMMER INFORMIERT BLEIBEN!

Jetzt unsere redaktionellen Newsletter abonnieren und die Neuigkeiten der kommunalen Welt kommen direkt in Ihr Postfach.

Mehr erfahren
Home
Home

Main navigation

  • K+

Mobile Navigation

  • Anmelden
  • Politik
  • Praxis
  • Panorama
  • K+
  • Bestellen
  • E-Paper
  • Newsletter
  • Webinare
  • Messe
  • Veranstaltungen
  • Podcast
  • Stellenmarkt
  • Kontakt
  1. Politik
  2. Stadtentwicklung
  3. Pflücken erlaubt - Lebensqualität, die man schmeckt
Beete der essbaren Stadt Andernach
Im Schlossgraben in Andernach gibt es schon seit Langem verschiedene Beete, deren Früchte von den Bürgern geerntet werden können.
© 90Grad Photography, Hilger&Schneider GbR

Die essbare Stadt

Pflücken erlaubt - Lebensqualität, die man schmeckt

von Dorothea Walchshäusl
Reporterin | KOMMUNAL
27. Mai 2026
Zwischen Rathaus und Wohnblock wächst das Abendessen – und ein neues Verständnis von Stadtgrün. So setzt Andernach das Konzept der "essbaren Stadt" erfolgreich um und gibt anderen Kommunen konkrete Tipps.

Geht es um die Lebensqualität in einer Kommune, geht es nicht nur um einen nebensächlichen Wohlfühlfaktor. Vielmehr ist die Zufriedenheit der Bürger mit der Infrastruktur und der Atmosphäre in der Stadt ein wesentlicher Faktor, wenn es um die Gewinnung von Fachkräften und die Attraktivität als Standort geht. Dazu tragen ein gut ausgebauter ÖPNV und ein modernes digitales Angebot ebenso bei wie kulturelle Vielfalt, Familienfreundlichkeit und facettenreiche Freizeitmöglichkeiten. Darüber hinaus spielen die Erholungs- und Naturräume im Gemeindegebiet eine wichtige Rolle. Hier setzt auch das Konzept der „Essbaren Stadt“ an, bei dem mitten im Ort Grünflächen zu Begegnungsorten und Nutzbeeten umgewandelt werden.

Essbare Stadt als ganz neuer Ansatz

Die Idee hinter dem Motto der „Essbaren Stadt“ ist ebenso schlicht wie wirkungsvoll: Dort, wo vorher eine ungenutzte Grünfläche brach lag oder sogar grauer Asphalt das Bild bestimmte, werden Beete, Blumenwiesen oder Obstgärten angelegt, die von allen Bürgern jederzeit genutzt und deren Früchte geerntet werden dürfen. Dadurch soll das Bewusstsein für gesunde und regionale Ernährung direkt vor der Haustür geschärft werden, können Begegnungsräume entstehen und fungieren die Grünflächen nicht zuletzt als natürliche Klimaanlagen, die das Stadtklima abkühlen und die Luftqualität verbessern.

„Pflücken erlaubt“ in Andernach

In Andernach, einer Stadt mit rund 30.000 Einwohnern in der nördlichen Rheinland-Pfalz, ist das Konzept der „Essbaren Stadt“ bereits seit Langem Teil der kommunalen Identität. Insgesamt 1,5 Hektar Gesamtfläche an Beeten sind in Andernach mittlerweile in der Innenstadt und den Stadtteilen entstanden, wobei sich 3000 Quadratmeter davon alleine im Stadtgraben verteilen. Das, was heute selbstverständlich erscheint, hat sich schrittweise entwickelt

. Ausgehend von einer Initiative 2007, in deren Rahmen eine Permakulturfläche im Stadtteil Eich entwickelt wurde, entstand damals die Idee, weitere Flächen aufzuwerten. „Wir wollen die ungenutzten Grünflächen in der Kommune attraktiver gestalten“, erzählt Jonas Gesell, der Sachgebietsleiter für Umwelt und Nachhaltigkeit in Andernach, schließlich seien damals etliche Flächen brach gelegen und hätten diese kaum ökologischen Nutzwert gehabt. Als schließlich 2010 das Jahr der Biodiversität ausgerufen wurde, war das ein weiterer Anlass für die Neugestaltung von Flächen in der Stadt und wurden in einem ersten großen Schritt Beete im Schlossgarten angelegt.

Beete in der Stadt
Eines von zahlreichen Beeten mitten in der Stadt in Andernach

Kontinuierliche Weiterentwicklung

Seither wurden die Nutzflächen in Andernach laut Gesell kontinuierlich erweitert. „Es gibt mittlerweile sehr viele Flächen im Altstadtbereich und in den Stadtteilen, auf denen geerntet werden kann“, sagt Gesell. Dabei würden dort Obst und Gemüse ebenso angebaut wie verschiedene Kräuter und Chilisorten, zudem bevölkern auf manchen Flächen Hühner, Schafe und Bienen das Areal. Ergänzend zu den offenen Bereichen wurden außerdem verschiedene Schulgärten angelegt und ein Dachgarten geschaffen. „Die Essbare Stadt bedient ganz verschiedene Aspekte“, sagt Gesell. So würden die Nachhaltigkeit, die Biodiversität und die Anpassung an den Klimawandel ebenso von Bedeutung sein wie die soziale Teilhabe und die Schaffung von niedrigschwelligen Begegnungsräumen und kommunaler Identität.

Bürger tragen keine Verantwortung

Die Anlegung und Pflege der Beete werden in Andernach von der durch die Stadt beauftragten Perspektive gGmbH übernommen. Dabei handelt es sich um eine gemeinnützige Gesellschaft für berufsbezogene Bildung, Qualifizierung und Integration, bei der die Stadt Andernach einer von drei Gesellschaftern ist. „Die Essbare Stadt ist ein klares Top-Down-Projekt“, sagt Gesell, und die komplette Organisation und Umsetzung erfolge durch die Verwaltung und die Stadt. „Die Bürger sind natürlich eingeladen mitzuhelfen, aber tragen erst einmal keine Verantwortung“, betont Gesell. Ergänzend zur städtischen Pflege gibt es Partnerschaften mit Vereinen und Ehrenamtlichen vor Ort, Ernten und die Natur genießen aber dürfen und sollen alle Bürger, ohne dafür selbst etwas einbringen zu müssen. Damit einhergehen laut Gesell in manchen Fällen kleinere Probleme, etwa, dass zu früh abgeerntet werde oder zu viel. In der Gesamtbetrachtung würden diese allerdings kaum ins Gewicht fallen. „Der Nutzen überwiegt eindeutig und die meisten Bürger haben ein starkes Bewusstsein entwickelt für den Wert dieser Flächen“, so Gesell.

Kohlköpfe
Die Bürger sind eingeladen zu ernten

Besonderes Angebot prägt die Identität

Waren die Meinungen zur Essbaren Stadt in Andernach anfangs noch durchwachsen, hat sich das Konzept mittlerweile laut Gesell längst etabliert und ist es zu einem wichtigen Aushängeschild der Stadt und elementarem Teil der Identität geworden. „Die Beete werden sehr gut angenommen und die Menschen sind stolz darauf. Die grünen Flächen in der Stadt sind zu Begegnungsorten geworden, bei denen man zusammenkommt, gemeinsam erntet und die Natur genießt“, so der Sachgebietsleiter. Darüber hinaus würden auch Touristen die Essbare Stadt schätzen und gäbe es längst verschiedene spezielle Führungen, in denen die verschiedenen Flächen und Beete abgegangen werden und neben den Pflanzen auch die Grünflächen mit den Insektenhotels, Bänken, Infotafeln und Eidechsenhabitaten bewundert.

So gelingt die „Essbare Stadt“

Durch die jahrelange Erfahrung hat man in Andernach gemerkt, worauf es bei der Umsetzung einer „Essbaren Stadt“ ankommt. Dabei sind laut Gesell die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Der politische Rückhalt und Willen in der Stadtverwaltung sind essenziell. Nur, wenn die leitenden Gremien dahinter stehen, kann das Projekt langfristig Erfolg haben.
  • Partnern vor Ort einzubeziehen, bewährt sich. So gibt es in Andernach Kooperationen mit den Schulen und Kitas ebenso wie mit dem Einzelhandel, der Gastronomie und dem Tourismus.
  • Es braucht ein fest eingeplantes Budget und klare Zuständigkeiten. In Andernach sind die finanziellen Mittel für die Bewirtschaftung der Beete fester Bestandteil des kommunalen Haushalts. Die Betreuung liegt ausschließlich bei der gemeinnützigen Perspektive GmbH, mit der die Stadt in enger Abstimmung steht.

Weitere Infos zur Essbaren Stadt in Andernach gibt es hier

grünes Dach

Was auf einem Gründach wirklich passiert

Gründach statt grauer Fläche: In Waren (Müritz) entstand ein lebendiges Ökosystem – mit überraschenden Erkenntnissen für Kommunen.
MEHR

Fotocredits: 90 Grad Photography, Hilger und Schneider GbR Stadtverwaltung Andernach
Der Newsletter für kommunale Entscheidungsträger. Lesen Sie was Kommunen bewegt

Auch von Dorothea Walchshäusl

  • Ko-Dorf Wiesenburg
    Wohnprojekte

    Ko-Dörfer: Anders als gewohnt

    von Dorothea Walchshäusl
  • grünes Dach
    Biodiversität

    Was auf einem Gründach wirklich passiert

    von Dorothea Walchshäusl
  • Baustelle
    Baupotentialregister

    So gelingt eine bessere Flächennutzung dank KI

    von Dorothea Walchshäusl

Lesen Sie auch...

  • Sachbeschädigungen

    Der Kampf der Kommunen gegen Vandalismus

    von Gudrun Mallwitz
  • Tipps

    Vandalismus Hinschauen zahlt sich aus

    von KOMMUNAL
  • Ranking 2026

    Gewinnerregionen: Wie Erfolg zustande kommt

    von Gudrun Mallwitz

Neuester Inhalt

  • Die letzten Reformer

    Deutschlands Bürgermeister retten den Staat

    von Christian Erhardt-Maciejewski
  • Bürgergeld sprengt kommunale Haushalte

    Diese Leistungen kosten Städte und Gemeinden Milliarden

    von Christian Erhardt-Maciejewski
  • Steuereinnahmen 2026

    Steuerschätzung 2026: So unterschiedlich sind die Prognosen für Kommunen

    von Gudrun Mallwitz

Schlagwörter

  • Stadtentwicklung Praxis

ZURÜCK ZUR STARTSEITE

Home

Footer First Navigation

  • Messe KOMMUNAL
  • Leserservice
  • AGB
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Mediadaten
  • Verträge kündigen
  • Datenschutzeinstellungen
  • KOMMUNALBESCHAFFUNG

Footer Second Navigation

  • Wir auf Whatsapp