Junges Engagement
Als Kommune Nachwuchs im Ehrenamt fördern
Ehrenamt stärkt die Gesellschaft
„Das Ehrenamt ist für unsere Stadt essenziell und nichts weniger als das Rückgrat unserer Gesellschaft“, sagt Sven Wolf, der Oberbürgermeister von Remscheid. Deshalb sei es für die Kommune enorm wichtig, die Ehrenamtlichen wo immer es geht zu unterstützen und den Vereinen und Initiativen im Ort zur Seite zu stehen. Hierzu wurde in Remscheid bereits ein „Mitwirk-O-Mat“ eingeführt, der sich sowohl an Bürger als auch an Vereine richtet, außerdem wird jeden Mittwochvormittag eine Ehrenamtssprechstunde direkt auf dem Wochenmarkt abgehalten, bei der sich Bürger beraten lassen können. „Wir versuchen aktuell als Kommune, interessierte Bürger und Vereine, die suchen, noch besser zusammenzubringen“, sagt Wolf.

Junge Menschen ermöglichen neue Perspektiven
So wichtig die Engagierten in der Breite sind - gerade die jungen Bürger sind aus Sicht von Wolf ganz besonders bedeutsam. Schließlich habe die Erfahrung gezeigt: „Wer einmal ein Ehrenamt ausgeübt hat, macht das oft mehrfach und sein Leben lang und bereichert über viele Jahrzehnte das Leben in einem Ort“, so der Bürgermeister. Die Grundlage hierfür müsse man bei den Jugendlichen legen. Sie sollten erfahren, dass Ehrenamt Spaß mache und man für sein Engagement viel zurückbekomme. Dabei zeichne junge Engagierte aus, dass sie viele frische Ideen in die Stadt hereinbringen würden. „Die Jugendlichen haben einen ganz anderen Blick auf die Dinge und können auch Gleichaltrige ganz anders ansprechen“, sagt Wolf. Das sei ein großer Wert für die Gemeinschaft. In Remscheid erlebt man diesen unter anderem bereits seit Langem beim Jugendrat, in dem 20 junge Menschen jeweils für eine Wahlperiode von zwei Jahren aktiv sind.
Ehrenamts-Stipendium als Wertschätzung
Bereits in der letzten Wahlperiode wurde angedacht, ein Ehrenamts-Stipendium für junge Engagierte einzuführen, nun ist es in Remscheid so weit, wie am 26. Mai, dem Tag des Ehrenamts verkündet wurde. Die Idee: Ab Herbst wird eine Website online gestellt, auf der sich Ehrenamtliche im Alter von 16 bis 27 Jahren entweder selbst bewerben können oder aber Vereine junge Engagierte für das Stipendium vorschlagen. Per Losverfahren werden bei einem großen Ehrenamtsfest schließlich 20 junge Menschen ausgewählt, die ein Jahr lang monatlich 50 Euro von der Stadt erhalten. „Das Ganze soll möglichst niedrigschwellig sein und eine kleine Geste der Wertschätzung“, sagt Wolf. Die Vereine, mit denen der Bürgermeister im Vorfeld gesprochen habe, hätten das geplante Stipendium durch die Bank sehr begrüßt. „Der klare Tenor war: Alles, was hilft, das Ehrenamt noch mehr wertzuschätzen und den jungen Nachwuchs zu fördern, ist gut“, sagt Wolf. Das Ziel des Stipendiums ist dabei klar: So solle neben der öffentlichen Anerkennung ein starker Anreiz geschaffen werden, dem Ehrenamt langfristig treu zu bleiben und sollen nicht zuletzt auch andere Jugendliche für das Ehrenamt gewonnen werden.
Das können Kommunen und Vereine noch für junge Ehrenamtliche tun
- Flexibilität anbieten statt feste Verpflichtungen: Gerade junge Menschen schrecken davor zurück, sich für einen längeren Zeitraum für ein Amt zu verpflichten. Viel mehr Sinn macht es deshalb, gerade zum Einstieg zeitlich begrenzte Projekte anzubieten, bei denen man sich engagieren kann.
- Gezielt junges Know-How anfragen: Junge Menschen bringen oft Fähigkeiten mit, die Vereinen fehlen, etwa Kenntnisse im Social Media-Bereich, bei der Website-Gestaltung oder für Event-Technik. Es lohnt sich, gezielt Projekte ausschreiben, die genau diese Fähigkeiten fordern.
- Digital präsent sein: Wer junge Menschen erreichen will, muss dort unterwegs sein, wo sie sich aufhalten. Digitale Präsenz ist entsprechend essenziell, weshalb Social Media-Kanäle wie Instagram oder TikTok für gezielte Werbemaßnahmen und die Präsentation von Vereinen im Ort genutzt werden sollten.
- Mehrwert garantieren: Bei aller Ehre und Wertschätzung - es lohnt sich, wenn die Kommune die Ehrenamtlichen konkret unterstützt und ihnen Anreize und Anerkennungen bietet. Dazu zählt die Ausstellung von Zertifikaten ebenso wie die Vergabe von Vergünstigungen zum Beispiel in Form einer Ehrenamtskarte oder der Finanzierung von Weiterbildungen.
- Mitbestimmen lassen: Junge Menschen wollen mitreden können, was die Zukunft ihrer Kommune anbelangt. Deshalb lohnt es sich, Jugendparlamente oder auch Jugendbudgets einzuführen, durch die junge Menschen konkret ihre Wünsche einbringen und verwirklichen können.
- Kooperationen mit den kommunalen Bildungseinrichtungen: Am direktesten erreicht man die jungen Menschen über die verschiedenen Bildungseinrichtungen im Ort. Hier können Kooperationen mit Schulen ebenso Sinn machen wie besondere „Freiwilligentage“, bei denen interessante Ehrenämter vorgestellt werden.


