© Jakub Jirsák/fotolia.com

Kommunen setzen auf bargeldloses Zahlen

Fr, 30.01.2015

Bargeldlose Bezahlsysteme gibt es bereits jetzt in vielen Kommunen, belegt eine Umfrage im Auftrag des Städte- und Gemeindebundes. Die Verwaltungsmitarbeiter loben, dass der bürokratische Aufwand durch das Zahlen mit Karte sinkt.

Im Zuge der Umsetzung des E-Government-Gesetzes soll auch das Bezahlen in der Verwaltung schrittweise auf elektronische Verfahren umgestellt werden. Das soll Ressourcen sparen und die Effizienz bei Verwaltungsvorgängen steigern. Viele Kommunen sind bereits gut aufgestellt und bieten bargeldlose Bezahlsysteme in der Verwaltung an. Und auch in Zukunft wird Bargeld mehr und mehr aus der Verwaltung und Einrichtungen verdrängt, – so prophezeien es die Teilnehmer einer Umfrage im Auftrag des Deutschen Städte- und Gemeindebundes und der Initiative GeldKarte e.V., die im Oktober und November 2014 unter 71 kommunal Verantwortlichen durchgeführt wurde.

Bargeldlose Zahlung ist in vielen Kommunen möglich

Rund zwei Drittel der befragten kommunalen Verantwortlichen geben an, dass bargeldloses Bezahlen in ihrer Kommune bereits umgesetzt wird. Ungefähr zwei Drittel der Dienstleistungen in Bürgerämtern können darüber hinaus bereits online genutzt werden. Eine Online-Bezahlung dieser Dienstleistungen ist bislang aber nur in wenigen Fällen (13 Prozent) möglich. Nach der Barzahlung ist bereits heute die Zahlung per girocard die zweitgängigste Methode in Bürgerämtern. Geht es um die bevorzugte Bezahlmethode des Kassenpersonals und der Bürger, steht jedoch nicht die Barzahlung an erster Stelle, sondern in beiden Fällen mit deutlichem Abstand die girocard-Zahlung. So denken 38 Prozent der Befragten, dass ihr Kassenpersonal Zahlungen per girocard bevorzugen würde und sogar 49 Prozent gehen davon aus, dass Bürger am ehesten per girocard zahlen, wenn alle abgefragten Bezahlmöglichkeiten – Bargeld, girocard, Überweisung, Lastschrifteinzug, Kreditkarte und GeldKarte – zur Auswahl stünden. Sinnvoll erscheint es den Befragten außerdem, bargeldloses Bezahlen auch jenseits der Bürgerämter, vor allem in Büchereien, Schwimmbädern, am Parkscheinautomaten und im Öffentlichen Personennahverkehr einzusetzen.

Weniger Bargeld, besseres Image

Neben der girocard als Allround-Talent sind GeldKarte und girogo Spezialisten bei Kleinbetragszahlungen in besonderen Anwendungsgebieten. Beispielsweise kannte vor der Umfrage zwar knapp ein Drittel der Befragten die Möglichkeiten der GeldKarte in der Schulverpflegung nicht, zeigt aber spontan Interesse sie in der Kommune einzusetzen. Und auch die finanzielle Bezuschussung bedürftiger Familien mit Hilfe der GeldKarte findet die Mehrheit der Befragten sinnvoll. Rund 61 Prozent planen kurz-, mittel- oder langfristig die Abwicklung von Sozialleistungen mit einem elektronischen Bezahlsystem wie der GeldKarte. Bareinnahmen in Bürgerämtern belaufen sich laut Umfrage meist auf unter 1.000 Euro pro Tag. Nichtsdestotrotz sind sich 78 Prozent der Befragten einig darüber, dass bargeldloses Bezahlen den bürokratischen Aufwand reduziert. Ein weiterer wesentlicher Vorteil des Einsatzes von E-Geld ist nach Meinung von 65 Prozent der kommunalen Verantwortlichen ein moderneres Image. Weiterhin werden von 62 Prozent die Möglichkeit zur Onlineabwicklung sowie geringere Bargeldhandlingkosten (59 Prozent) positiv bewertet. „Bargeld ist teuer, –das wissen auch die Kommunen. Grundsätzlich weisen bargeldlose Bezahlsysteme den Weg und werden sich in Zukunft durchsetzen“, bewertet Ingo Limburg, Vorstandsvorsitzender der Initiative GeldKarte e.V. die Umfrage.

Die Zukunft des Bezahlens ist bargeldlos

Deutlich wird auch, dass ein Großteil der befragten kommunalen Verantwortlichen technologieaffin ist. Kontaktloses Bezahlen ist bereits 59 Prozent bekannt. Und auch das Potenzial ist groß. Mehr als zwei Drittel der Befragten kann sich den Einsatz von kontaktlosen Bezahlsystemen in der Kommune vorstellen. Mobile Payment scheint hingegen aktuell noch wenig Relevanz als Bezahlmethode zu haben: Nur drei Prozent der Kommunen nutzen es und vier Prozent planen die Nutzung. In zehn Jahren wird Bargeld den Vermutungen nach weiter an Relevanz verlieren. girocard-Zahlungen, gefolgt von Mobile Payment und Kontaktlos-Zahlungen werden laut Umfrage im Jahr 2025 zu den beliebtesten Bezahlmethoden gehören. Das ist laut Franz-Reinhard Habbel, Pressesprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, die Quintessenz der Umfrageergebnisse: „Kommunen müssen sich zukunftsfähig aufstellen – dazu gehört unbedingt auch, eine Infrastruktur für bargeldlose Bezahlsysteme bereitzustellen.“

Mehr zum Thema

Weitere Gastbeiträge

Neuester Inhalt

Immer informiert bleiben!

Jetzt für KOMMUNE.HEUTE anmelden und die Neuigkeiten der kommunalen Welt kommen direkt in Ihr Postfach.
 Ja, ich habe die Datenschutzerklärung verstanden und akzeptiere sie.*

Ja, ich möchte im Newsletter persönlich angesprochen werden! (optional)