Kostenlöser ÖPNV an Samstagen in Aschaffenburg
Fotolia: dusanpetkovic1

Kostenloser ÖPNV an Samstagen

Mi, 21.11.2018

Bessere Luft, weniger Lärm und mehr Menschen in der Innenstadt - all das erhofft sich Aschaffenburg durch die kostenlose Nutzung von Bus und Bahn

Wie begeistert man die Bürger dafür, den ÖPNV zu nutzen? Wie wird die Luft in einer Stadt besser?

Eine Antwort darauf hat die Stadt Aschaffenburg für sich gefunden. Ab dem ersten Dezember will die 70.000 Einwohner-Stadt Bus und Bahn kostenlos anbieten. Das Pilotprojekt wurde vom Stadtrat einstimmig genehmigt und soll vorerst zwei Jahre lang getestet werden.

Kostenloser ÖPNV: Was soll es bringen?

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„Mit diesem Angebot wollen wir möglichst viele Bürgerinnen und Bürger dafür begeistern, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen und so gemeinsam dafür zu sorgen, dass die Luft in Aschaffenburg besser wird“, fasst Stadtwerke-Chef Dieter Gerlach zusammen.

Die Busse sind vom Emissionsverhalten und vom ökologischen Nutzen allen anderen Verkehrsmitteln überlegen. Deshalb will die Stadt, dass mehr Menschen das eigene Auto stehen lassen und den ÖPNV nutzen. Insbesondere an den Advents-Samstagen könnte das Angebot den Individualverkehr reduzieren. Denn zu dieser Zeit strömen viele Menschen in die Innenstadt, um Weihnachtsgeschenke einzukaufen. Nutzt jeder sein eigenes Auto, führt das Verhalten schnell zu verstopften Straßen.

Gleichzeitig sollen durch den kostenlosen ÖPNV mehr Menschen in die Innenstadt gezogen werden, sodass Gastronomie, Einzelhändler und Kultureinrichtungen von dem Angebot profitieren.

 

Wie wird der kostenlose ÖPNV organisiert?

 

Die Verkehrsbetriebe rechnen mit einem jährlichen Defizit von 280.000 Euro. Dieses soll die Stadt aus ihrem Haushalt begleichen.

Gänzlich neu ist die Idee jedoch nicht. In Tübingen gibt es das Pilotprojekt bereits seit Februar. Hier können die Bürger den ÖPNV an jedem Samstag „ticketfrei“ nutzen. Im Gegensatz zu Tübingen will Aschaffenburg nicht auf das Ziehen von Fahrscheinen verzichten. Denn mit den kostenfreien Tickets sollen später die Ausgleichszahlungen an die Verkehrsbetriebe abgerechnet werden.

Da die Aschaffenburger Busse am Wochenende leerer sind als unter der Woche, geht die Stadtverwaltung davon aus, dass es trotz des Angebots noch genug Kapazitäten für geben wird. An einem normalen Samstag werden in Aschaffenburg circa 9300 Fahrgäste befördert.

Das Pilotprojekt soll neben den Stadtbussen auch den Regionalbus- und Schienenverkehr innerhalb der Stadtgrenzen umfassen.

Die Besitzer einer Monatskarte werden von dem Angebot nicht profitieren. Aschaffenburgs Oberbürgermeister, Klaus Herzog (SPD), macht sich aber keine Sorgen, dass sich diese benachteiligt fühlen: „Die Monats- und Wochenkarten sind sowieso stark subventioniert.“

Dass sich aufgrund des kostenlosen Samstags niemand mehr eine Monatskarte kaufen wird, bezweifelt er jedoch.

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