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  1. Praxis
  2. Radverkehr
  3. Marburgs Ampeln zeigen Grün für den Radverkehr
Die Grüne Welle-App soll Fahrradfahren attraktiver machen. ©Patricia Grähling/Stadt Marburg

Marburgs Ampeln zeigen Grün für den Radverkehr

von Rebecca Piron
Stellvertretende Chefredakteurin | KOMMUNAL
18. Juni 2018
Nach gelungener Testphase: In der Stadt Marburg wird die App, die Fahrradfahrern grüne Wellen verspricht, in den Standardbetrieb übernommen. Die Stadt bemüht sich mit verschiedenen Projekten möglichst viele Bürger aus dem Auto und auf das Rad zu holen.

Entlastete Parkräume, keine Staus, saubere Luft - all das verspricht ein reger Radverkehr in der Stadt. In vielen Städten arbeitet man daran Anreize für den Umstieg aufs Fahrrad zu schaffen. Vorreiter im Bereich fahrradfreundlicher Ampelschaltung ist dabei eindeutig die Stadt Marburg. Schon im Herbst 2016 hatte die Stadt auf einer Teststrecke eine App ausprobiert, die Fahrradfahrern grüne Wellen verschaffen soll. Der damals von der Technischen Universität München begleitete Test brachte erfreuliche Resultate: Fahrradfahrer mussten im Schnitt 30 Prozent seltener anhalten, der restliche Verkehr wurde davon nicht beeinträchtigt und alle Teilnehmer am Test waren zufrieden mit der App.

Die App macht das Radfahren in Marburg noch attraktiver. Davon profitieren alle!" 

Deshalb hat sich die Stadt nun entschieden in den Standardbetrieb überzugehen. "Die App macht das Radfahren in Marburg noch attraktiver", sagt Oberbürgermeister und Radverkehrsdezernent Thomas Spies. "Wir hoffen, dass sie als weiterer Baustein zusammen mit dem Ausbau der Radverkehrswege und dem Fahrradverleihsystem den Anteil am klimafreundlichen Radverkehr noch weiter steigert. Davon profitieren alle - durch mehr Platz auf den Straßen, weniger Schadstoffe in der Luft und weniger Lärm im öffentlichen Raum."

Hier radelt es sich besonders gut

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So funktioniert die App für den Radverkehr

Wenn ein Fahrradfahrer die App auf seinem Smartphone installiert hat, sendet sie beim passieren festgelegter Auslösepunkte ein Signal an die Verkehrszentrale. Diese sendet einen Befehl an die Ampelsteuerung. So sollen Grünphasen bei Bedarf früher ausgelöst und verlängert werden. Für die Nutzung der App muss lediglich die Programmierung der Ampelanlage verändert werden - sofern es sich um eine moderne Ampelanlage handelt. Die Stadt Marburg musste hier für die App nachrüsten. "Da wir seit Jahren den Radverkehr in Marburg fördern, war unsere Neugier und die Hoffnung groß, ein technikbasiertes System zu bekommen, mit dem die Verkehrsgerechtigkeit in unserer Stadt erhöht werden kann", sagt Spies. "Wir benachteiligen damit nicht die Autofahrer, sondern bringen die verschiedenen Verkehrsmittel harmonisch zusammen und stimmen sie besser aufeinander ab." Bei zukünftigen Verkehrsplanungen soll immer mitgeprüft werden, ob an der Stelle eine Integration in die Satellitennavigationstechnologie für den Radverkehr sinnvoll ist. Dafür wird individuell geprüft, ob der jeweilige Straßenzug oder die jeweilige Kreuzung Potential hat, stärker durch den Radverkehr genutzt zu werden.

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