Medibus der Deutschen Bahn
Deutsche Bahn

Testphase geglückt: Medibus ist Erfolgsmodell

Eine vollausgestattete Hausarztpraxis in einem umgebauten Linienbus fährt seit zehn Monaten durch Nordhessen. So soll der Ärztemangel in der ländlich geprägten Region gestoppt werden. Die Zwischenbilanz des Pilotprojekts fällt vielversprechend aus.

Die medizinische Versorgung in vielen ländlichen Gebieten wird immer schlechter. Niedergelassene Ärzte, die in den Ruhestand gehen, finden oftmals keine Nachfolger mehr. Deshalb wird auf Hochtouren nach Alternativen gesucht. Wie der Telemedizin oder dem Pilotprojekt der Kassenärztlichen Vereinigung und der Deutschen Bahn: Der Medibus. Medibusse sind umgebaute Linienbusse, in denen Behandlungsraum, Wartebereich und Labor Platz finden. Für das Pilotprojekt fährt ein Medibus über zwei Jahre vier Tage die Woche je zwei nordhessische Kommunen an. Die Testkommunen sind Cornberg, Herleshausen, Neuntershausen, Sontra und Weißenborn. Die hausärztliche Versorgung ist hier weit unterdurchschnittlich.

Mit dem Medibus bringen wir auf dem Land den Arzt zum Patienten. So können der Zugang zur medizinischen Infrastruktur verbessert und absehbare Probleme bei der ärztlichen Versorgung angegangen werden. Insbesondere älteren Menschen fällt in schwächer versorgten ländlichen Gebieten der Weg zum Arzt immer schwerer. Mit dem Medibus kann die medizinische Grundversorgung gestärkt werden.

Klaus Müller, Vorstand DB Regio Bus

Gute erste Zwischenbilanz

Dementsprechend gut fällt die Zwischenbilanz nach zehn Monaten aus: Die Sprechstunden sind voll ausgelastet. Pro Quartal hat der Bus durchschnittlich 1.300 Patientenbesuche. Und auch den teilnehmenden Ärzten gefällt das Modell. Der Vorteil für junge Ärzte: Sie müssen kein Geld in eine eigene Praxis stecken und sie sind nicht langfristig an einen Arbeitsort gebunden. "So können junge Mediziner auf dem Land arbeiten, aber dennoch in der Stadt wohnen. Ältere Menschen dagegen können in ihrer vertrauten Umgebung bleiben, ohne für einen Facharztbesuch eine Tagesreise auf sich nehmen zu müssen", sagte Christian Korff, Mitglied der Geschäftsführung, bei Cisco Deutschland.

Medibus Infografik

Medibus teurer als Hausarztpraxis

Das Unternehmen steuert die Technik für eine moderne Telemedizin-Ausstattung im Medibus bei. So können bei Bedarf Fachärzte zu den Hausarztbesuchen hinzugeschaltet werden. Kosten können durch den Medibus jedoch nicht gespart werden. Das Pilotprojekt wird über den Sicherstellungsfonds der Kassenärztlichen Vereinigungen und der Krankenkassen finanziert. Auf zwei Jahre soll es 600.000 Euro kosten. Damit sind die Kosten höher als für eine übliche Hausarztpraxis auf dem Land. Die Kassenärztliche Vereinigung sieht im Medibus daher nur eine Übergangslösung. Langfristig will sie auf Gesundheitszentren setzen.

Terminservice- und Versorgungsgesetz

Ein neues Gesetz, das Anfang Mai in Kraft tritt, könnte das Projekt Medibus jedoch unterstützen. Das Terminservice- und Versorgungsgesetz wird Kassenärztliche Vereinigungen dazu verpflichten, in unterversorgten Regionen eigene Praxen zu eröffnen oder mobile und telemedizinische Versorgungsangebote einzuführen.

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