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Sollten Kommunen ein Notfrühstück für Grundschulkinder bereitstellen?
© Gyorgy Barna/shutterstock

Sollten Kommunen ein "Notfrühstück" für Grundschulkinder bereitstellen?

von Rebecca Piron
Stellvertretende Chefredakteurin | KOMMUNAL
20. August 2019
300.000 Grundschulkinder gehen täglich ohne Frühstück zur Schule. Nun fordern einige Politiker und Verbände ein Notfrühstück - bereitgestellt durch die Kommunen. Der DStGB sieht die Eltern in der Pflicht.

"Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages." Kaum eine Weisheit wird so oft wiederholt wie diese. Und tatsächlich belegen Studien, dass die Nährstoffaufnahme am Morgen essentiell ist, um am Tag produktiv zu sein. Bei Schülern wirkt sie sich massiv auf die Leistungsfähigkeit in der Schule aus. Nun bestätigt eine aktuelle Umfrage unter Eltern jedoch Sorgen um deutsche Schulkinder: Zehn Prozent der Eltern gaben an, ihr Kind bekomme vor der Schule kein Frühstück. Weitere neun Prozent gaben an, ihr Kind sei beim Frühstück allein. Und 57 Prozent sagten, es sei schwer oder sogar unmöglich ihre Kinder so zu ernähren, wie sie es für richtig halten. "Leider decken sich die Ergebnisse dieser Studie mit den Erfahrungen zahlreicher Lehrkräfte vor Ort", bestätigt Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Als Lösungsvorschlag regt Meidinger ein Notfrühstück an den Schulen an. Der Deutsche Lehrerverband sieht hier Kommunen und Länder in der Pflicht. Früher habe es in vielen Bundesländern flächendeckend Schulmilch und -obst gegeben.

Umfrage beschreibt "untragbaren Zustand"

Mitglieder der Kinderkommission im Bundestag pflichten dem Deutschen Lehrerverband bei. "Einige Kommunen finanzieren mittlerweile ein Frühstück in den Grundschulen, das für Kinder aus armen Familien kostenlos ist", sagt Katja Dörner gegenüber dpa. "Diese Ansätze gilt es auszubauen." Und Matthias Seestern-Pauly fügt an: "Die Umfrage beschreibt einen untragbaren Zustand. Wir brauchen ein neues Miteinander von Schule, staatlichen Hilfen und Eltern. Wenn Kinder in ihrer Gesundheit gefährdet sind oder nicht vernünftig lernen können, müssen Schulen, Eltern und Gesellschaft gemeinsam zu Lösungen kommen."

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Notfrühstück würde Eltern aus der Pflicht nehmen

Skeptisch sieht diesen Vorstoß der Deutsche Städte- und Gemeindebund. Dass viele Kommunen einen Beitrag zur gesunden Ernährung ihrer Schüler leisten, sei zutreffend und unterstützenswert. Dass die Kommunen nun in die Pflicht genommen werden sollen diese Aufgaben zu übernehmen, sei dagegen falsch. "Es ist unverzichtbar, vorrangig die Eltern in die Verantwortung zu nehmen", sagt DStGB-Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg. "Die Erziehung wie auch die Ernährung ist vorrangig Aufgabe der Eltern und nicht des Staates. Wir sollten nicht immer über zusätzliche Elternrechte reden, sondern auch die Elternpflichten in den Blick nehmen." Schulverwaltungsgesetze der Länder normierten überwiegend Rechte von Eltern, keine Pflichten. Hieran solle gearbeitet werden, denn auch in der Bildung gelte der Grundsatz des „Förderns und Forderns“. 

Die repräsentative Umfrage zur Ernährung von Grundschulkindern wurde vom Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt. Befragt wurden über 1.000 Mütter und Väter von Grundschulkindern.

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