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Münster zeigt Radfahrern an, ob sie die grüne Ampel noch erreichen
Münster zeigt Radfahrern an, ob sie die grüne Ampel noch erreichen
© imago

Mobilität der Zukunft

Projekt für den Radverkehr

von Christian Erhardt-Maciejewski
Geschäftsführer, Chefredakteur | KOMMUNAL
12. Dezember 2024
Münster ist Deutschlands Fahrradstadt Nummer Eins. Ein Grund könnte ein besonderes System mit dem Namen „Leezenflow“ sein.

Im Rahmen des Förderprogramms Modellprojekte Smart Cities  probieren das städtische Amt für Mobilität und Tiefbau gemeinsam mit der Stabsstelle Smart City erstmalig eine innovative Technik für den Radverkehr aus: Leezenflow nutzt für die Kommunikation zur Ampel eine von Fachleuten als Vehicle-to-everything (V2X) bezeichnete Technik, die weltweit entwickelt wurde, damit Busse, Rettungsfahrzeuge und Autos Kontakt zur Ampel und Infrastruktur aufnehmen können. Mit Leezenflow wird diese Technik für den Radverkehr genutzt und die neue Datenübertragung im Live-Betrieb getestet.

Der Hintergrund: Radfahrer haben in Städten häufig mit roten Ampeln zu kämpfen, die den Verkehrsfluss bremsen. Um dies zu ändern, gibt es den Grüne-Welle-Assistent. Er soll ein zügigeres Vorankommen sicherstellen, indem er mittels digitaler Anzeigetafeln signalisiert, ob die nächste Ampel bei Grün erreicht werden kann.

Wie das System für den Radverkehr genau funktioniert 

Grüne Balken zeigen, dass Radfahrer mit ihrer aktuellen Geschwindigkeit die Grünphase erreichen können. Wird der Balken gelb, ist eine Geschwindigkeitsanpassung notwendig, um Grün noch zu schaffen. Rot signalisiert, dass ein Stopp unausweichlich ist. Die Tafeln stehen 70 bis 195 Meter vor der nächsten Ampel und berücksichtigen sowohl die aktuellen Ampelphasen als auch historische Daten zur Fahrgeschwindigkeit. Diese Daten wurden aus früheren Fahrradprojekten Münsters gewonnen und in das System integriert.



Münster setzt „Leezenflow“ auf der zentralen Promenade und an weiteren wichtigen Radverkehrsachsen ein. Ziel ist es, unnötige Wartezeiten zu vermeiden und den Radverkehr insgesamt zu beschleunigen. Die Maßnahme soll das Profil als „fahrradfreundliche Stadt“ ergänzt und dazu beitragen, den Anteil des Radverkehrs weiter zu erhöhen.

Begleitend zur Einführung der neuen Visualisierung untersucht die Stadt die Leistungsfähigkeit und Verkehrssicherheit des Systems (Verkehrsbeobachtung und Online-Umfrage). Das Projekt hat die Stadt gemeinsam mit Unternehmen, einer Initiative sowie der Universität und der Fachhochschule in Münster.

Entstanden ist sie während des jährlichen Hackathons „Münsterhack“. Alle im Rahmen der Evaluation erhobenen Daten stehen als frei zugänglicher Rohdatensatz zur Verfügung, was anderen Städten die Nachnutzung und Anpassung erleichtert.

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