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Schulbau in Rekordzeit

20. April 2018
Wie baue ich schnell und effizient eine Schule? Beispiele aus Frankfurt am Main und München zeigen die Möglichkeiten auf.

Text: Marc Wilhelm Lennartz und Christian Erhardt In Frankfurt lief die Zeit davon. Es musste so schnell und so geräuschlos wie möglich eine neue Schule entstehen. Denn der laufende Betrieb der bisherigen Schule wäre sonst massiv gefährdet gewesen. Aufgrund dessen hatte das Hochbauamt der Stadt Frankfurt bereits vor Projektvergabe auf das Bauen mit 3-D Modulen gesetzt, welches im Vergleich zu konventionellen Stahlbeton- oder Mauerwerkskonstruktionen nur etwa die Hälfte der Zeit in Anspruch nimmt. Infolgedessen erhielten die Architekten die Vorgabe, den Bau innerhalb von 15 Monaten schlüsselfertig mit ebendieser Bauweise zu realisieren. Und da Stahlcontainer als Behausung für Kinder für die Architekten nicht in Betracht kamen, entschied sich die Stadt für die Holzbauweise, genauer: ein holzbasierter 3-D Modulbau.

Schulbau aus 3D-Modulen bleibt temporär

Die berühmte ‚assembly line‘ ist eine Erfindung vom Autobaupionier Henry Ford, die sich bis heute in weiten Teilen der industriellen Fertigung unterschiedlicher Branchen und Produkte bewährt hat. Die als temporäre Erweiterung geplante Schule, erbaut für die Kinder des Personals Europäischer Zentralbank und Bankenaufsicht der Europäischen Gemeinschaft, besteht aus 98, in Gänze vorgefertigten 3-D Modulen, die horizontal und vertikal zu der Gesamteinheit Schule zusammengefügt wurden. So startete die Planung in Januar 2014, die Vorfertigung lief im Oktober desselben Jahres an, und bereits im April 2015 wurde der Bau finalisiert. Dabei dauerte der Aufbau der Module selbst nur 20 Tage.

Ähnliche Projekte – mit anderen Materialien – gibt es auch in München. Dort entstand in Rekordzeit ein farbenfrohes Bauwerk in Modulbauweise. Hier wurde die Bauzeit aufgrund der Modulbauweise sogar um 70 Prozent verkürzt. Während auf dem Bauplatz die Fundamente erstellt werden, wird im Herstellerwerk schon produziert, wenig später montiert. „Die Montage dauerte nur wenige Tage“, schwärmt der beauftragte Architekt Alexander Stecher. Wie auch in Frankfurt ist das Gebäude nicht auf die Ewigkeit konzipiert – es handelt sich um eine Interimsschule. Auch in Frankfurt weiß man, dass wohl nicht für die Ewigkeit gebaut wurde: Denn das Areal ist für die Erweiterung eines Autobahnanschlusses vorgesehen. Nur ist noch unklar, wann dieser kommt.

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