Teilen statt Kaufen - Auf eine gute Nachbarschaft
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Auf eine gute Nachbarschaft!

Eine Online-Plattform will es ermöglichen, Dinge und Dienstleistungen mit anderen zu teilen. Dadurch sollen Nachbarschaften und zivilgesellschaftliche Organisationen gestärkt sowie Kosten reduziert werden!

Die Idee, Gegenstände, Dienstleistungen oder Wissen mit anderen Menschen zu teilen, gewinnt an Fahrt! Bike-Sharing, Flat- und Food-Sharing-Angebote, aber auch das Verleihen von Werkzeugen und Gegenständen nimmt weltweit zu. Kein Wunder, denn durch das Teilen wird ein anderes Konsumverhalten in der Gesellschaft etabliert.

Es werden Ressourcen eingespart und die Umwelt geschützt, weil bestimmte Dinge nicht neu gekauft werden müssen. Außerdem treten Menschen dadurch viel mehr in Kontakt mit ihren Nachbarn, unterstützen sich gegenseitig und stärken dadurch das Gemeinschaftsgefühl im Ort.

Doch: Wieso sollten nur einzelne Personen und nicht auch Organisationen Ressourcen miteinander teilen? Diese Frage stellte sich die Stiftung „Ecken wecken“ aus Leipzig.

 

In diesem Artikel berichten wir über ein weiteres Projekt der Stiftung

 

Vereine sparen Geld und werden attraktiver für junge Menschen

„Auch gemeinnützige Organisationen könnten Gegenstände oder Dienstleistungen untereinander austauschen. Damit würden sie einerseits Geld sparen, weil sie bestimmte Dinge nicht mehr kaufen müssten, sondern teilen könnten. Andererseits würden sie dadurch für neue Zielgruppen attraktiver werden, weil die Sharing-Mentalität besonders bei jungen Leuten im Trend liegt“, weiß Thorsten Mehnert, der im Vorstand der Stiftung sitzt. Weil Mehnert und sein Team davon überzeugt sind, dass Teilen das neue Kaufen ist, hat die Stiftung eine digitale Plattform (www.depot.social) auf die Beine gestellt. Auf dieser können gemeinnützige Organisationen, wie etwa Bürgerstiftungen, Vereine, Umweltverbände oder Freiwilligenagenturen, aber auch Privatpersonen und Unternehmen eigene Ressourcen verleihen oder selbst ausleihen. Das können beispielsweise Räume, Veranstaltungsbedarf oder Dienstleistungen sein.

 

Ein paar Klicks - und fertig ist das Teilen

 

Mittlerweile ist die Plattform seit einem knappen Jahr aktiv. 150 Nutzer sind bereits registriert, 80 Ressourcen eingestellt und pro Woche gibt es circa 10 Buchungen. Manche Ressourcen können kostenlos gebucht werden, andere werden für kleines Geld vermietet. Organisationen, die dem Gemeinwohl dienen, erhalten reduzierte Preise. Doch: Wieso sollte man Ressourcen online teilen und nicht analog? „Natürlich können Vereine ihre Ressourcen auch ohne eine digitale Plattform teilen. Unsere Erfahrung zeigt aber, dass mit dem Teilen ein gewisser Aufwand verbunden ist. Das depot hilft, diesen durch Automatisierung erheblich zu reduzieren: durch Suchfunktionen nach Rubrik oder Entfernung der Abholorte, einen Buchungs- und Sperrzeitenkalender, der Benutzern zeigt, zu welchen Zeiten eine Ressource verfügbar ist, einen automatisierten E-Mail-Versand sowie durch die Generierung von Verleihverträgen“, erklärt Mehnert. Unterstützt durch Stiftungsgelder, erstellt das Team derzeit eine Version 2.0 der Plattform, die es gemeinnützigen oder kommunalen Institutionen in ganz Deutschland ermöglicht, die Software in ihrer Region mitzunutzen. Die Institutionen erhalten damit – als sogenannter Regionalpartner - ihr lokales depot mit eigenen Ressourcen, welches sie mit ihrem Logo anpassen können. Zudem bietet eine Management-Oberfläche die Möglichkeit, nachzuverfolgen, wie sich die Anzahl ihrer lokalen Nutzer, Ressourcen und Buchungen im Zeitablauf entwickelt. Bereitgestellt wird die Plattform im Rahmen eines Social-Franchisings, inklusive Werbemittelunterstützung, technischem Support und der Möglichkeit, künftige Versionen der Plattform mitzugestalten.

 

Die Vorteile des Teilens: Stabile Beziehungen im Ort und ein besseres Vereinsangebot!

 

Einer der Regionalpartner ist Dietmar Franze, der Vorstandsvorsitzende des Kreisjugendring Erzgebirge e.V. Gegenüber KOMMUNAL erklärt er, wieso
sein Verein dabei ist: „Es ist ein leicht verständliches Prinzip, bei dem ein direkter Nutzen für die Beteiligten zu erwarten ist.“ Und weiter: „Viele Vereine verfügen über Kapazitäten, Materialpools und Räumlichkeiten, die auch für andere nutzbar sind. Gerade auf dem Dorf bestehen stabile Beziehungen zwischen den Akteuren, die man mithilfe einer Sharing-Plattform weiter stärken und so das Vereinsangebot verdichten kann.“ Wer wie der Kreisjugendring Erzgebirge e.V. dabei sein will, investiert pro Jahr 100 Euro und bemüht sich darum, die Plattform in der eigenen Region bekannt zu machen. Sofern die Verbreitung es erlaubt, eine kleine Vermittlungsprovision je Ressourcennutzung zu berechnen, können Regionalpartner auch Erträge für ihre gemeinnützige beziehungsweise kommunale Arbeit realisieren. „Die Verbreitung in den Regionen liegt uns sehr am Herzen, weil eine Sharing-Economy nur funktionieren kann, wenn viele Menschen Ressourcen untereinander teilen. Nur wenn genug Menschen, genug Vereine, genug Organisationen mitmachen, können wir die Vorteile des Teilens, wie etwa den Umweltschutz, in die Fläche bringen“, schließt Thorsten Mehnert ab.

 

Teilen anstatt kaufen - und die Nachbarschaft stärken!
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