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  3. Digitalisierung: Tinder fürs Ehrenamt
Eine App vermittelt Ehrenmtliche
Eine App vermittelt Ehrenmtliche
© @ letsact-pressefoto

Digitalisierung: Tinder fürs Ehrenamt

von Christian Erhardt-Maciejewski
Geschäftsführer, Chefredakteur | KOMMUNAL
19. März 2019
Die schnelle Liebe –gibt’s per App, das Taxi – gibt’s per App, die Ferienwohnung – gibt’s per App. Das ehrenamtliche Engagement – gibt’s nur analog... jedenfalls bisher...

Wer immer noch behauptet, Jugendliche würden sich fürs Ehrenamt nicht sonderlich interessieren, der sollte dringend Paul Bäumer und Ludwig Petersen kennenlernen. Sie sind 19 und 20 Jahre alt und tun sehr viel fürs Ehrenamt. Und zwar digital. „Wer sich engagieren möchte, hat dafür keine App. Das hat uns krass aufgeregt“, erklärt Paul Bäumler seine Idee. Die hat die beiden zu Jungunternehmern gemacht. Denn aus ihrem „krass aufgeregt“ hat sich eine App fürs Handy entwickelt. Das Programm mit dem Namen „letsact“ ist schnell erklärt. Im Grunde ist es aufgebaut wie eine Dating-App, nur eben für Freiwillige und für Vereine. Eine erfolgreiche Vermittlung heißt auch hier „Match“, nur handelt es sich dabei nicht um einen Dating-Termin sondern einen Termin für ein soziales Engagement. 

Da sucht beispielsweise ein Verein, der sich um Flüchtlinge kümmert, jemanden, der ehrenamtlich Deutschunterricht gibt. Ein Interessierter liest das und bietet seine Dienste an. 

Wir wollen das Ehrenamt cooler machen!

Paul Bäumler, Gründer

Dabei hat die Plattform weit gedacht – so können Vereine etwa über die App von den Freiwilligen auch eine Art Bewerbung verlangen, inklusive Führungszeugnis und anderen Angaben. Auf diese Weise sollen „schwarze Schafe“ aussortiert werden. 

Die Gründer der App fürs Ehrenamt sind 19 und 20 Jahre alt
Die Gründer der App fürs Ehrenamt sind 19 und 20 Jahre alt

Die App fürs Ehrenamt soll auch wirtschaftlich sein 

3000 Freiwillige hat die App nach Angaben ihrer beiden Macher schon vermittelt, bisher hauptsächlich in München, wo die App gestartet ist. Nun läuft die Expansion in zahlreiche weitere Großstädte, unter anderem Berlin, Hamburg, Stuttgart, Köln, Frankfurt und Düsseldorf. Und auch der ländliche Raum soll bald erobert werden. „Wir wollen das Ehrenamt cooler machen“, erklärt Bäumler sein Engagement. Dass sich viele Jugendliche nicht für das Ehrenamt engagieren, liegt seiner Meinung nach „nicht daran, dass die Leute keine Lust darauf haben. Sie wissen oft nicht, was man für coole Sachen machen kann“, so der BWL-Student.

Und entsprechend denkt er auch über die wirtschaftliche Seite seiner App nach, denn mit dem Ehrenamt an sich lässt sich eben kein Geld verdienen. Doch auch dafür haben die beiden schon eine Lösung. Sie wollen nun gezielt Unternehmen ansprechen, die gesellschaftliche Verantwortung übernehmen wollen. „Die können ihre Mitarbeiter mit unserer Plattform vermitteln, wenn diese sich sozial engagieren wollen“. 

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