Virtuelle Bauplanung ist längst Realität, sagt Franz-Reinhard Habbel vom DStGB.

Virtuelle Planung ist keine Zukunftsmusik

Von der Tusche zum Mausklick – Kommunen sind längst im digitalen Bauzeitalter angekommen, meint Franz-Reinhard Habbel.

Die Kommunen müssen in den nächsten Jahren in die Erneuerung der Infrastrukturen 136 Milliarden Euro investieren. Der größte Teil davon geht in Bauprojekte. Die Erneuerung von Straßen, Wege und Plätzen, insbesondere die Renovierung maroder Schulgebäude steht an. Kindertageseinrichtungen und Kindergärten müssen modernisiert und neu gebaut werden. Die Reihe lässt sich fortsetzen. Wie kann das alles bewältigt werden? Gibt es genügend Planungskapazitäten? Wie Planen und Bauen Kommunen im Zeitalter der Digitalisierung? Wie sieht die Ausstattung in den Planungs- und Bauämtern der Rathäuser aus? Gibt es dort noch Zeichentische, Reißbretter und Tuschestifte? Nein, die Behörden sind schon weiter.

Effizienteres Bauen durch virtuelle Planung

Jetzt setzt das Bundesbauministerium auf weitere digitale Instrumente. Bei Hochbauprojekten des Bundes kommt ab sofort Building Information Modeling (BIM) zum Einsatz. Die Vorgabe soll dem digitalen Planen, Bauen und Betreiben von Bauwerken zum Durchbruch verhelfen sowie Bauen effizienter machen. Mit Hilfe von Software werden Gebäudedaten digital modelliert. Es entsteht ein virtuelles Gebäude.

Kommunen brauchen qualifiziertes Personal

Virtuelle Modelle kommen bei der Fertigung von Anlagen oder Produkten in der Wirtschaft schon seit Jahren zum Einsatz. Das sollte künftig auch verstärkt für die Stadtplanung und das tatsächliche Bauen gelten. Die Vorteile sind enorm. Aufwand, Nutzungen, Verschleiß und Wartung können so virtuell „durchgespielt“ werden. BIM ist Teil der Steuerung einer digitalen Stadt. Kommunen stehen künftig vor der Herausforderung, Infrastrukturen dynamisch zu nutzen. Bewegungsdaten, wie sie zum Beispiel bei der Nutzung von Smartphones entstehen, lassen in der Auswertung Analysen zu, die für Vorhersagen oder Alternativnutzungen verwendet werden können. Damit wird ein vorausschauendes Government möglich. Neben den Daten wird es darauf ankommen über qualifiziertes Personal zu verfügen. Datenanalytiker werden künftig in der Verwaltung gebraucht. Nur mit kompetenten Mitarbeitern werden die mit der digitalen Planung und dem digitalen Bauen verbundenen Chancen genutzt werden können. Potenzielle Auftragnehmer müssen künftig in Richtung „digitale Unterstützung“ der Vorhaben beraten werden. Das fängt bei der Konzepterstellung an und geht bis hin zum Betrieb des Gebäudes. Eine solche Beratungsverpflichtung obliegt künftig auch den Kommunen.

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