Die Zunahme von Waldbränden macht gute Notfallpläne der Kommunen immer wichtiger.
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Zunehmende Waldbrände machen funktionierende Notfallpläne der Kommunen immer dringender notwendig.

Waldbrände und Evakuierungen - Das können Kommunen tun!

Griechenland, Schweden, Kalifornien - in diesem Sommer haben Waldbrände für viel Verzweiflung gesorgt. Nun musste auch in Brandenburg evakuiert werden. 2018 ist schon jetzt das Jahr der Waldbrände, 2016 war das Jahr der Hochwasser - Starkwetterereignisse werden in Folge des Klimawandels immer häufiger. Gut funktionierende Notfallpläne der Städte und Gemeinden sind deshalb wichtiger denn je!

Die Feuer brennen lichterloh über den Kiefern, die Rauchschwaden ziehen bis nach Berlin - schon wieder ein Waldbrand in Brandenburg. In diesem Jahr rückte die Feuerwehr in Brandenburg über 400 Mal aus, um Waldbrände zu löschen. Diesmal müssen gut 400 Hektar Wald gelöscht werden, 550 Einsatzkräfte sind vor Ort, etwa 540 Menschen werden über Nacht evakuiert. Eine Situation, die in Deutschland nicht häufig vorkommt. Sind die Kommunen darauf vorbereitet?

Waldbrände und Evakuierungen - Welche Aufgaben kommen den Kommunen zu?

Bei Großbränden mit Evakuierungen, wie es nun auch in Brandenburg geschehen ist, sind sofort die Polizei, Feuerwehr und das Bundesamt Technisches Hilfswerk vor Ort. Sie versuchen die Situation so schnell wie möglich unter Kontrolle zu bringen. Doch auch den Kommunen kommen Aufgaben zu. Von Bundesland zu Bundesland sind die Aufgaben zwischen Land, Kreis und Kommune etwas unterschiedlich verteilt. Das geht aus den jeweiligen Brandschutz- und Katastrophenschutzgesetzen der Länder hervor. Bei einer Evakuierung gibt es jedoch bestimmte Punkte auf die jede Kommune achten sollte:

  • Bürger frühestmöglich informieren
    Das meint speziell die Anwohner, die evakuiert werden, doch auch alle anderen Bürger sollten informiert sein. Üblicherweise werden Einwohner mit Lautsprecherdurchsagen informiert. Zusätzlich gibt es seit einiger Zeit eine App vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe namens NINA. Auch über diese App können Bürger schnell und gezielt informiert werden.
  • Transportmittel organisieren
    Die zu evakuierenden Bürger müssen aus ihren Häusern abgeholt werden. Dabei ist besonders darauf zu achten, dass das Transportmittel auch für Gebrechliche, Rollstuhlfahrer und Hauskranke geeignet ist.
  • Unterbringung der Evakuierten
    Die Kommune weiß im Zweifel am besten Bescheid, wo die Evakuierten eine sinnvolle Notunterkunft finden können. Auch interkommunale Zusammenarbeit kann dabei gefragt sein.
  • Koordinierte Öffentlichkeitsarbeit
    Jede Evakuierung wird von den Medien begleitet. Deshalb ist die Öffentlichkeitsarbeit in diesen Zeiten besonders wichtig. Sie gibt auch die Möglichkeit wichtige Informationen schnell und weit zu verbreiten.

Nicht zu den Aufgaben der Kommunen gehört unter anderem der Aufbau eines Vorrats an Lebensmitteln oder Medikamenten. Hier sollten die Bürger jedoch angeleitet werden sich durch Selbsthilfe- und Selbstschutzmaßnahmen vorzubereiten. Das BKK stellt dazu einen Leitfaden zur Verfügung, den Kommunen kostenfrei nutzen können. Detaillierte Hilfe für Kommunen, die ihre Notfallpläne und ihre Krisenmanagement überarbeiten wollen, findet sich auch in der Dokumentation des Deutschen Städte- und Gemeindebundes "Sichere Städte und Gemeinden".

Kommunen müssen für gut ausgerüstete Feuerwehr sorgen!

Eine besondere Rolle kommt den Kommunen wegen ihrer Trägerschaft der Feuerwehr zu - ob es um Waldbrände oder andere Ereignisse rund um den Brandschutz geht. Denn der Brandschutz ist eine kommunale Aufgabe. Der größte Teil der Aufgaben der Feuerwehr wird von Ehrenamtlichen gestemmt. Daher ist die Förderung des Ehrenamts vor Ort eine Schlüsselaufgabe, um den Katastrophenschutz sicherzustellen.

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