Weihnachtsbeleuchtungen haben in Kommunen ähnlich lange Tradition wie Weihnachtsmärkte
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Weihnachtsbeleuchtungen haben in Kommunen ähnlich lange Tradition wie Weihnachtsmärkte

Top-Tipp: So klappts mit der kommunalen Weihnachtsbeleuchtung

Sie ist der Stolz vieler Einkaufsstraßen in Deutschlands Innenstädten - die Weihnachtsbeleuchtung. Doch die Finanzierung wird immer schwieriger. Leider gehen in zahlreichen Kommunen schon seit Jahren die Lichter aus. Wir haben Tipps, damit es doch klappt!

Die Weihnachtsbeleuchtung soll natürlich festlich sein, sie soll die Menschen in die Innenstädte locken. Und so sind es landauf, landab vor allem die Gewerbetreibenden vor Ort, die sich zusammentun, um Geld für die Weihnachtsbeleuchtung zu sammeln. Doch allein können sie die Kosten oft nicht stemmen. Und in Zeiten von Nothaushalten und hoher Schulden sind die Lichterketten auch aus dem städtischen Haushalt oft nicht mehr finanzierbar. 

Die Stadt Schwelm etwa führt seit Jahren die Aktion "Strampeln für die Weihnachtsbeleuchtung" durch - jeder geruderte, gefahrene oder gelaufene Kilometer bringt Geld. Unter anderem auf den Geräten im örtlichen Fitness-Studie. In diesem Jahr muss die Stadt aber nicht nur die Stromkosten aufbringen. Auch zahlreiche Leuchten müssen neu gekauft werden. 60.000 Euro, die die Stadt nicht aus dem Haushalt aufbringen kann. So läuft in diesem Jahr eine zusätzliche Spendenaktion. 

 

Weihnachtsbeleuchtung stand auf der Kippe 

 

In Balve, ebenfalls in Westfalen, läuft es genau andersherum. Hier sponsern die Händler die Leuchtmittel, die Stadt übernimmt die Stromkosten. Das Problem hier: In der Innenstadt gibt es immer mehr Filialisten und Discounter. Die beteiligen sich nicht an den Kosten, wie es die örtlichen Einzelhändler tun. Und von denen gibt es immer weniger, so dass auch hier die Kosten inzwischen kaum noch aufgebracht werden können. 

 

In Minden gingen aus diesem Grund bereits im Jahr 2009 einmal die Lichter aus - demonstrativ, weil nicht genügend Geld für neue Leuchten zusammenkam. Das ist glücklicherweise Geschichte. Geschäfte, Hauseigentümer und Anlieger beteiligen sich hier wieder fleißig an den etwa 15.000 Euro Kosten, die in diesem Jahr für den Tausch von Glühbirnen und anderen Dingen finanziert werden müssen. Möglich macht es hier die Spendenaktion "Weihnachtsbeleuchtung für Minden". Wer sich finanziell beteiligt, bekommt während der Zeit des Weihnachtsmarktes einen festen Platz an der Tafel am Marktplatz.Die Werbegemeinschaft im Ort organisiert hier die Beleuchtung, das Anbringen und Erneuern übernehmen örtliche Unternehmen. Ausschreibungen sind so nicht nötig, die Stadt spart dadurch deutlich. 

 

Spendenaktion für Weihnachtsbeleuchtung 

 

Positive Meldungen kommen in diesem Jahr auch aus Eltville im Rheingau. Dort gibt es seit diesem Jahr ein neues Konzept für eine Weihnachtsbeleuchtung. Die 30 Jahre alte Weihnachtsbaumbeleuchtung musste erneuert werden. Der Stadt war eine nachhaltige Stadtentwicklung und somit eine Sanierung auf neuestem energetischem Stand wichtig, was jedoch die Kosten erhöhte. Die Gewerbetreibenden gingen daher für eine neue Beleuchtung sammeln - und die Stadt hatte versprochen, für jeden Euro, der gespendet wird, einen Euro aus dem Stadtsäckel oben drauf zu legen. Insgesamt brauchte die Kommune rund 35.000 Euro. Möglich wurde das nur, weil Kommune und Händler auch die Bevölkerung zur Spende aufriefen. Erfolgreich! 

 

Weihnachtsbeleuchtung: Darauf sollten Sie achten

 

Doch Kommunen können noch mehr tun, um die Weihnachtsbeleuchtung wirklich zu einem gemeinsamen Erlebnis von Bürgern, Händlern und Kommune zu machen. der KOMMUNAL-Top-Tipp: Sie müssen die Beleuchtung ja nicht jedes Jahr an der gleichen Stelle - oft am Rathaus - anbringen. Wie wäre es mit welchselnden Orten in verschiedenen Stadtteilen, verbunden mit kleinen Aktionen rund um den jeweiligen Stadtteil. So wird die Beleuchtung zum Erlebnis für alle Bewohner, gerade in ländlichen Gebieten. 

Unser zweiter Tipp: Weihnachtsbeleuchtungen, die ja häufig schon Ende November angebracht werden, wirken umso festlicher, wenn sich die Intensität in den Wochen vor Weihnachten immer weiter steigert. Entweder, sie schalten jeden Adventssonntag einige Lampen hinzu oder erweitern die Lichterketten jede Woche. Zeitschaltuhren sorgen zudem dafür, dass Strom gespart wird und die Weihnachtsbeleuchtung nur dann an ist, wenn sie auch wirklich bestaunt wird.

 

Weihnachtsmärkte und die Beleuchtung sorgen für mehr Leben in der Innenstadt - wie hier in Essen
Weihnachtsmärkte und die Beleuchtung sorgen für mehr Leben in der Innenstadt - wie hier in Essen

Weihnachtsbeleuchtung und Stromkosten

 

Apropos Strom: Die Kosten sind der größte Fresser. Viele stellen daher auf LED Leuchten um. Doch die Anschaffungskosten sind hoch. Zudem ist das Licht von LED meist "weniger warm" als konventionelle Leuchten. Und auch das Thema LED und Krebsrisiko haben wir bei KOMMUNAL ja schon mehrfach beleuchtet. HIER finden Sie noch einmal unseren ausführlichen Bericht zum Thema. 

 

Und so lohnt sich nicht für jede Kommune das Umsteigen von herkömmlichen Röhren auf LED. Beachten Sie daher bei Anschaffung solcher Lampen vor allem die Lebensdauer der Leuchten. Besonders wichtig hier: Einige Anbieter sprechen von der Lebensdauer der Leuchte in Jahren (also etwa 20 Jahre) andere hingegen von Stunden (zum Beispiel: 60.000 Stunden). Für eine Weihnachtsbeleuchtung, die eben oft nur für wenige Wochen und stundenweise im Einsatz ist, ergeben sich daraus sehr unterschiedliche Kostenrechnungen. Worauf Sie neben der Lebensdauer und dem Service beim Kauf von LED-Leuchten noch achten sollten, haben wir in diesem Beitrag mit ausführlicher Checkliste für Sie zusammengefasst.

 

 

Ansonsten gilt noch: Die meisten Menschen empfinden gedämpftes Licht als stimmungsvoller. Es muss also nicht aus allen Röhren glitzern. UND: Gerade jetzt, wenn die Beleuchtung erst einmal die Menschen fasziniert, lässt sich eine vorweihnachtliche Spendenaktion oder eine Kooperation für die kommenden Jahre mit den Händlern vor Ort am besten aushandeln. Im Januar, wenn alle wieder zum Alltag zurückkehren, wird das deutlich schwerer. Wer Änderungen plant ist also gut beraten, die Weihnachtszeit für neue Partner und Kooperationen zu nutzen! 

Wir wünschen Ihnen eine schöne Vorweihnachtszeit! 

 

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