3D-Drucker sollen bei der Wohnungsnot helfen. © Alexander Tolstykh/123rf

3D-Drucker: In China entsteht eine komplett neue Stadt

In China geht eine Stadt in Druck - im wahrsten Sinne des Wortes. Eine ganze Stadt entsteht aus dem 3D-Drucker. Zukunft auch in Deutschland?

Knapp sieben Meter hoch und zehn Meter breit ist der Drucker der Firma Winsun. Im Jahr 2015 druckte er bereits eine Luxusvilla mit über 1.100 Quadratmetern Fläche in nur zwei Tagen. Jetzt wird er für die ostchinesische Stadt Suzhou, nahe Shanghai, unterschiedliche Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie Villen drucken. In der 10-Millionen-Menschen-Stadt herrscht wie in so vielen Großstädten Wohnungsnot. Da soll der 3D-Drucker Abhilfe schaffen.

Aus dem 3D-Drucker kommt Zement

Das Material, mit dem der 3D-Drucker seine Häuser baut, besteht aus Zement, gemahlenem Bauschutt, Glas und Industrieabfällen. So ist die Bauweise auch aus ökologischer Sicht vorteilhaft. Das Gemisch wird aus einer Düse an einem Schwenkarm gepresst. Die Masse wird fünf Zentimeter dick ausgelassen. 80 Meter Länge kann die Düse in einer Minute produzieren. Mehrere der Schichtstreifen werden mit Lücken hintereinander angelegt. Die Lücken werden dann mit Isoliermaterial aufgefüllt. Die Substanz muss 24 Stunden lang trocknen, dann ist das Bauteil fertig.

Geschäftsführer Ma Yihe geht davon aus, dass seine Methode mit dem 3D-Drucker den Immobilienmarkt umkrempeln und Immobilienpreise dramatisch verringern wird. Die Häuser werden deutlich schneller hergestellt als gewöhnliche Fertigbaugebäude, sind günstiger in der Herstellung und tragen zum Recycling bei. Deutsche Firmen haben bisher zwar noch kein Interesse bekundet, der Hersteller verspricht sich aber langfristig einen weltweiten Markt.

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