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Blitzer: Ausgaben und Einnahmen
© Adobe Stock

Blitzer: Mehr Ausgaben als Einnahmen

von Christian Erhardt-Maciejewski
Geschäftsführer, Chefredakteur | KOMMUNAL
27. November 2019
Blitzer sollen für mehr Verkehrssicherheit sorgen und können nebenbei noch Geld in die Stadtkasse spülen. Doch: Nicht überall lohnen sich die Radarkontrollen finanziell...

Alle paar Minuten überraschen Blitzer zu schnelle Autos, Lastwagen oder Rollerfahrer.

Allein in der Hauptstadt Berlin wurden im letzten Jahr mehr als 2.271 Verstöße pro Tag registriert.

Feststeht: Blitzer spülen viel Geld in die Kasse der Kommunen! Doch Rechnungen zeigen, dass die Radarkontrollen auch zum Minusgeschäft werden können.

Denn die Ausgaben für die Blitzer und die Verwaltung überschreiten teilweise die Einnahmen.

Blitzer - Hier bleibt nicht mehr viel von den Einnahmen übrig

In Bayern beispielsweise gibt es 2056 Kommunen, 685 davon blitzen selbst und können die Bußgelder somit behalten. Dennoch kommt an Personal-, Verwaltungs- und Sachkosten einiges zusammen: Die Stadt Regensburg setzt beispielsweise nur mobile Blitzer ein, während die festen von der Polizei betrieben werden. Damit nimmt die Stadt 1,45 Millionen Euro ein, zahlt aber auch 1,6 Millionenen Euro Kosten. Damit ist das Blitzen von Verkehrssündern in Regensburg ein Minusgeschäft.

Und auch in der Großstadt München bleibt von den Einnahmen nichts mehr übrig: "Ja, Stand Ende September decken sich Erlöse und Kosten", erklärte eine Stadtsprecherin der Süddeutschen Zeitung.

Allerdings, das betonte sie, sei das Ziel der Blitzer nicht, so viel Geld wie möglich einzunehmen, sondern die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

In diesen bayerischen Kommunen lohnen sich die Blitzer finanziell

Anders als in Regensburg und München sieht es in Augsburg und Würzburg aus. Augsburg nimmt mit den Blitzern circa 1,05 Millionen Euro ein, hat aber lediglich Kosten von 400.000 Euro. Und Würzburg macht ein Plus von circa 290.000 Euro. Da die Stadt eine eigene Bußgeldstelle besitzt, muss die Verwaltung nicht über die Zentrale Bußgeldstelle laufen, sodass Kosten eingespart werden können. Zudem erklärte der Pressesprecher, dass die Blitzer unter anderem auch für Einnahmen sorgen, weil sie an Stellen mit besonders hoher Gefahr aufgestellt werden oder genau dort, wo sich Bürger über Verkehrssünder aufregen.

Nürnberg hat im letzten Jahr fast zwei Millionen Euro mit Verwarnungsgeldern und 751.000 Euro durch Bußgelder verdient. Allerdings müssen für Personal-, Verwaltungs- und Sachkosten circa 1,7 Millionen Euro abgezogen werden. Dass hier etwas von den Einnahmen übrig bleibt, liegt laut dem Leiter der kommunalen Verkehrsüberwachung an der Einrichtung eines Zweckverbands, weil die Kosten dafür auf alle beteiligten Städte aufgeteilt werden.

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