Hölzerne Wahlurne auf einem Tisch vor einem hellen Rathausplatz, daneben ein gefalteter Stimmzettel und ein roter Stift.
Bürgermeisterwahlen 2026: Ergebnisse vom 25. Oktober. 23 Stimmen entscheiden in Burkau, CDU siegt in Offenburg, Stichwahl in Ruppertsweiler.
© Grok / xAI

Kommunalwahlen

Bürgermeisterwahlen 2026: Nur 23 Stimmen entscheiden, CDU-Amtsinhaber verliert

Zwei Wahlkrimis mit 23 und 27 Stimmen Vorsprung, ein deutlicher CDU-Sieg in Offenburg und fast 99 Prozent für einen Amtsinhaber: Die Bürgermeisterwahlen vom 25. Oktober liefern überraschende Ergebnisse aus mehreren Bundesländern. Alle Gewinner und die nächsten Wahltermine im Überblick.

23 Stimmen entscheiden über das Ende einer Amtszeit. 27 Stimmen über den nächsten Rathauschef. Und in einer anderen Kommune reicht es zu fast 99 Prozent Zustimmung. Die Bürgermeisterwahlen vom 25. Oktober 2026 haben bundesweit bemerkenswerte Ergebnisse geliefert. Besonders spannend wurde es in Sachsen und Baden-Württemberg. In Offenburg gewann ein Kandidat deutlich, allerdings ging nicht einmal jeder zweite Wahlberechtigte zur Abstimmung. In Rheinland-Pfalz eroberten die Freien Wähler ein Bürgermeisteramt. KOMMUNAL zeigt die wichtigsten Ergebnisse und die kommenden Stichwahlen.

Bürgermeisterwahl Burkau: 23 Stimmen kosten Amtsinhaber das Rathaus

Das knappste bislang ermittelte Ergebnis dieses Wahlsonntags kommt aus Burkau im sächsischen Landkreis Bautzen. Dort setzte sich Johannes Montero Montero mit nur 23 Stimmen Vorsprung gegen den bisherigen Bürgermeister Sebastian Hein durch.

689 Stimmen entfielen auf den Herausforderer, 666 auf den Amtsinhaber. Die Wahlbeteiligung lag bei 63,8 Prozent.

Besonders bemerkenswert: Schon 2019 waren beide gegeneinander angetreten. Damals hatte Hein mit 818 zu 548 Stimmen gewonnen. Sieben Jahre später drehten die Bürger das Ergebnis um.

Montero Montero trat für die Wählervereinigung Burkau an. Er will künftig unter anderem die Zusammenarbeit zwischen Vereinen, Unternehmen und Ortsteilen stärken.

Das Wahlergebnis war zunächst vorläufig. Die förmliche Bestätigung durch den Gemeindewahlausschuss war für den 27. Oktober vorgesehen.

Bürgermeisterwahl Gechingen: Auch hier entscheiden nur 27 Stimmen

Nicht viel deutlicher fiel die Entscheidung im baden-württembergischen Gechingen aus. Im Landkreis Calw gewann Miguel Pires Marques mit 50,8 Prozent gegen Barbara Smith, die 49,2 Prozent erreichte.

In absoluten Zahlen waren es 912 zu 885 Stimmen. Der Unterschied: gerade einmal 27 Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug 62,6 Prozent.

Schon der erste Wahlgang war ein Krimi gewesen. Damals hatte Barbara Smith ihren Konkurrenten Alexander Korherr mit nur 46 Stimmen Vorsprung aus dem Rennen geworfen. Nun fehlten ihr selbst 27 Stimmen zum Sieg.

Oberbürgermeisterwahl Offenburg: CDU gewinnt deutlich, Wahlbeteiligung schwach

In Offenburg im Ortenaukreis fiel das Ergebnis wesentlich klarer aus. Tobias Benz gewann die Oberbürgermeisterwahl mit 65 Prozent gegen Julian Christ , der 35 Prozent erreichte.

Der bisherige Oberbürgermeister Marco Steffens war nicht erneut angetreten. Er wechselt in die Wirtschaft.

Die eigentlich bemerkenswerte Zahl ist allerdings die Wahlbeteiligung. Von 46.280 Wahlberechtigten gingen lediglich 17.330 zur Wahl. Das entspricht 37,4 Prozent. Im ersten Wahlgang lag die Beteiligung noch deutlich höher.

Damit wird Offenburg künftig von einem Oberbürgermeister geführt, für den weniger als ein Viertel aller Wahlberechtigten gestimmt hat. Ein klarer Wahlsieg, aber eben auch ein Hinweis darauf, wie schwer sich Bürger bei kommunalen Stichwahlen mitunter mobilisieren lassen.

Bürgermeisterwahlen Baden-Württemberg: Weitere Sieger stehen fest

Auch in anderen Kommunen Baden-Württembergs wurden Bürgermeister gewählt.

In Ehingen an der Donau setzte sich Tobias Huber mit 62 Prozent gegen Martin Krämer durch, der 38 Prozent erreichte.

In Ettenheim gewann Alexander Ruchti die Stichwahl mit 65 Prozent gegen Dominik Eble (35 Prozent). Damit ist die Nachfolge des langjährigen Bürgermeisters Bruno Metz geklärt.

In Reute im Landkreis Emmendingen beginnt nach rund 30 Jahren ebenfalls eine neue Ära. Markus Degen gewann mit 60 Prozent gegen Rafael Kuliberda (39 Prozent). Degen folgt auf Bürgermeister Michael Schlegel.

In Mietingen im Landkreis Biberach wurde Amtsinhaber Robert Hochdorfer mit 53,1 Prozent wiedergewählt. Seine Herausforderin Babette Kuhndörfer kam auf 46,6 Prozent.

Einen deutlichen Vertrauensbeweis erhielt Bürgermeister Christian Majer in Wannweil. Der parteilose Amtsinhaber erreichte 97 Prozent. Einen offiziellen Gegenkandidaten gab es nicht. Allerdings beteiligten sich nur 44 Prozent der Wahlberechtigten.

Bürgermeisterwahl Pohlheim: CDU setzt sich gegen SPD durch

Auch in Hessen stand eine Stichwahl an. In Pohlheim im Landkreis Gießen gewann Jörg Buß mit 54,0 Prozent gegen Israel Be Josef, der 46,0 Prozent erreichte.

Der bisherige Bürgermeister Andreas Ruck war bereits im ersten Wahlgang ausgeschieden. Buß übernimmt das Amt am 1. Februar 2027.

Im Wahlkampf spielten unter anderem ein sanierungsbedürftiges Hallenbad, die Entwicklung eines Gewerbegebietes sowie ein Streit um die Nutzung eines Sportplatzes eine Rolle. Themen also, die zeigen, worüber Bürgermeisterwahlen vor Ort tatsächlich entschieden werden.

Bürgermeisterwahlen Rheinland-Pfalz: CDU und Freie Wähler gewinnen

In Rheinland-Pfalz wurden unter anderem zwei hauptamtliche Bürgermeister von Verbandsgemeinden neu gewählt.

In der Verbandsgemeinde Landstuhl setzte sich Christopher Bretscher mit 51,2 Prozent durch. Sein Konkurrent Nader Samadi Tehrani erreichte 43,5 Prozent. Bretscher folgt auf Peter Degenhardt, der nach mehr als 30 Jahren nicht erneut kandidierte.

Einen politischen Wechsel gibt es in der Verbandsgemeinde Eisenberg im Donnersbergkreis. Dort gewann Manfred Boffo von den Freien Wählern mit 60 Prozent deutlich. CDU-Bewerberin Andrea Schmitt erreichte 27 Prozent, Heike Mayer 12 Prozent.

Boffo tritt die Nachfolge von Bernd Frey an, der nicht erneut kandidiert hatte.

Noch keine Entscheidung fiel dagegen in Ruppertsweiler im Landkreis Südwestpfalz. Daniel Germann erhielt 338 Stimmen, Guido Hahn 312 und Natascha Gampfer 189. Weil kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichte, treten Germann und Hahn am 8. November 2026 zur Stichwahl an. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 70 Prozent.

Weitere Ortsbürgermeisterwahlen fanden in Winterborn, Heuzert, Grimburg und Dalheim statt.

Bürgermeisterwahl Thüringen: Amtsinhaber mit 99 Prozent wiedergewählt

In Windischleuba im thüringischen Landkreis Altenburger Land wurde Amtsinhaber Gerd Reinboth deutlich bestätigt. Der Einzelbewerber erreichte 99 Prozent der Stimmen.

Damit gehört Reinboth zu den Bürgermeistern mit den höchsten Zustimmungswerten dieses Wahlsonntags.

Bürgermeisterwahlen 2026: Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

Bundesland / Kommune Gewinner Stimmenanteil Wahlbeteiligung
Sachsen: Burkau Johannes Montero Montero 689 Stimmen, 23 Vorsprung 63,8 %
Baden-Württemberg: Gechingen Miguel Pires Marques 50,8 % 62,6 %
Baden-Württemberg: Offenburg Tobias Benz  65 % 37,4 %
Baden-Württemberg: Ehingen Tobias Huber 62 % –
Baden-Württemberg: Ettenheim Alexander Ruchti 65 % –
Baden-Württemberg: Reute Markus Degen 60 % –
Baden-Württemberg: Mietingen Robert Hochdorfer 53,1 % –
Baden-Württemberg: Wannweil Christian Majer 97 % 44 %
Hessen: Pohlheim Jörg Buß  54,0 % –
Rheinland-Pfalz: Landstuhl Christopher Bretscher  51,2 % –
Rheinland-Pfalz: Eisenberg Manfred Boffo  60 % –
Thüringen: Windischleuba Gerd Reinboth 99 % –
Rheinland-Pfalz: Ruppertsweiler Stichwahl am 8. November Germann 338, Hahn 312 knapp 70 %

Die Übersicht berücksichtigt die bislang verifizierten Ergebnisse. Wo noch keine endgültige amtliche Feststellung vorliegt, handelt es sich um vorläufige Resultate.

Nächste Bürgermeisterwahlen: Wo am 1. November gewählt wird

Bereits am kommenden Sonntag, dem 1. November 2026, stehen weitere Bürgermeisterwahlen an.

In Hessen wählen unter anderem die Bürger von Calden, Gladenbach und Meißner ihre Bürgermeister.

Besonders interessant ist Gladenbach im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Dort treten vier Kandidaten an:  Amtsinhaber Peter Kremer kandidiert nach zwölf Jahren nicht erneut.

Eine Woche später, am 8. November, folgen weitere Entscheidungen. Neben der Stichwahl in Ruppertsweiler wird in Brandenburg in Schwielowsee der neue Bürgermeister gewählt. In Hessen steht unter anderem die Landratswahl im Schwalm-Eder-Kreis an.

KOMMUNAL berichtet fortlaufend über die Ergebnisse der Bürgermeisterwahlen 2026.

Weiterlesen: Bürgermeisterwahlen 2026: Ergebnisse vom 18. Oktober · Alle Ergebnisse vom 11. Oktober · Wahlbeteiligung bei Kommunalwahlen · Kommunalwahlen im Überblick

Fotocredits: Grok / xAI