Kostenloser Coronatest
Coronatest gibt es ab 11. Oktober weiterhin kostenlos - doch nicht überall und nicht für jeden.
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Corona-Pandemie

Kostenlose Corona-Tests - wo es sie weiter gibt

Corona-Tests müssen seit Montag, 11. Oktober, selbst bezahlt werden. In einigen Kommunen geht man eigene Wege. Wir stellen sie vor! Hier bekommen die Bürgerinnen und Bürger die Tests weiterhin kostenlos. KOMMUNAL listet auch auf, für wen die Tests generell kostenlos bleiben.
Aktualisiert am 12. Oktober 2021

Erst hat es sehr lange gedauert, bis die Bundesregierung auf möglichst viele Corona-Tests setzte, dann bot sie ab März dieses Jahres kostenlose Tests für alle Bürgerinnen und Bürger an. Mindestens einmal die Woche, das bedeutete, dass sich jeder beliebig oft testen lassen konnte.  Zum 11. Oktober endete das kostenlose Angebot. Doch nicht überall!

Kostenlose Corona-Bürgertests

Seit Montag müssen die Deutschen den Test nach einem Bund-Länder-Beschluss selbst bezahlen. Die Politik begründet dies damit, dass mittlerweile allen Bürgern ein Impfangebot gemacht werden kann. "Damit ist eine dauerhafte Übernahme der Kosten durch den Bund und damit den Steuerzahlen nicht mehr erforderlich", betonte die Bundesregierung. Die kostenlosen Tests haben rund 3 Milliarden Euro gekostet, wie das Bundesgesundheitsministerium mit Verweis auf Zahlen aus dem Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) der Rheinischen Post bestätigte.

Kein Geheimnis: Mit dem Ende der kostenlosen Bürgertests erhofft sich die Bundesregierung auch, die Impfbereitschaft zu erhöhen. Derzeit sind laut Robert-Koch-Institut (Stand 12. Oktober) 68,6 Prozent der Deutschen einmal geimpft und 65,3 Prozent zweimal geimpft. Das reicht nicht aus, um die Pandemie zu beenden.

In diesen Kommunen wird kostenfrei getestet

Nicht alle Kommunen aber wollten die kostenlosen Corona-Tests zum 11. Oktober auslaufen lassen. Tübingen, das schon früh auf kostenlose Testungen im Stadtgebiet gesetzt hatte, bietet die Tests weiterhin kostenlos an. Die Tübinger Pandemiebeauftragte und Notärztin Lisa Federle sagte zu KOMMUNAL: "Wir testen kostenlos weiter." Sie hat mit ihrem Team das "Tübinger Modell" in ganz Deutschland bekannt gemacht. Die Kosten dafür übernimmt allerdings nicht mehr der Bund und auch nicht die Stadt.

Tübingen: Impfgegner nicht unterstützen

Das Projekt wird aus Spenden finanziert. Federle, die auch Präsidentin des Kreisverbandes Tübingen des Deutschen Roten Kreuzes ist, erläutert das Vorgehen. "Jeder kann sich testen lassen, auch Geimpfte." Denn es gehe vor allem darum, Infizierte herauszufiltern. Zertifikate bekommt aber nur derjenige, der das aus dringenden Gründen braucht. "Wir wollen nicht an jeden negativ Getesteten einen Nachweis herausgeben", sagt Federle. "Denn wir wollen es Impfgegnern nicht leicht machen und sie auch noch unterstützen." Getestet werden soll in Tübingen an weniger Stellen als bisher, im Stadtzentrum aber sollen mehrere Stationen erhalten bleiben - auch die Impfstation vor dem Rathaus.

Stollberg bietet kostenlose Tests weiter an

Eigene Wege geht auch die  11.500-Einwohner-Stadt Stollberg im Erzgebirge. Dort zahlt sogar die Kommune die Kosten künftig selbst. Dem zugrunde liegt ein Stadtratsbeschluss, Oberbürgermeister Marcel Schmidt steht voll dahinter. "Wir wollen Stollberger Bürgern, die nicht geimpft oder genesen sind, die Möglichkeit geben, ohne Einschränkungen am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen", begründen die Stadtverordneten die Entscheidung. Geplant ist, die Kosten ab 11. Oktober bis Ende des Jahres, also einschließlich 31. Dezember, zu übernehmen.

Kostenlose Corona-Tests vor Weihnachten und Silvester

Damit können Stollberger auch vor dem Weihnachtsfest oder der Silvesterparty kostenlos überprüfen lassen, ob sie sich akut mit dem Corona-Virus infiziert haben. Die Stadtverordneten waren sich nicht gleich darüber einig, ob sie diesen kostspieligen Weg ermöglichen, doch am Ende stimmte eine Mehrheit dafür. Welche Kosten auf die Stadt zukommen, ist bislang nicht klar. Denn abzuwarten ist, wie viele Bürger sich überhaupt testen lassen wollen.

Die Bürger und Bürgerinnen in Stollberg und den Ortsteilen erhalten die kostenlosen Antigen-Schnelltests ausschließlich im Drive-in-Testzentrum auf dem Schillerplatz. Das Zentrum betreibt die Verwaltungsgemeinschaft Stollberg-Niederdorf seit April  in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen.

Das Bundesgesundheitsministerium weist darauf hin, dass auch nach dem Ende der allgemeinen Bürgertestung am 11. Oktober auch weiterhin kostenlos getestet wird - allerdings gilt dieses Angebot nicht für alle.

Das sind die Ausnahmen für kostenlose Bürgertests:

  • Personen, die noch keine zwölf Jahre alt sind oder erst in den letzten drei Monaten vor dem Test zwölf Jahre alt geworden sind.
  • Personen, die wegen einer medizinischen Kontraindikation zum Zeitpunkt der Testung nicht gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 geimpft werden können. Das gilt vor allem bei einer Schwangerschaft im ersten Schwangerschaftsdrittel, da die Ständige Impfkommission für diesen Zeitraum bislang keine generelle Impfempfehlung ausgesprochen hat.
  • Die kostenlose Testmöglichkeit besteht, wenn wegen einer medizinischen Kontraindikation eine Impfung in den letzten drei Monaten vor der Testung nicht möglich war.
  • Für Schwangere und Stillende kam eine generelle Impfempfehlung durch die STIKO erst am 10. September 2021. Bis dahin  bestand eine medizinische Kontraindikation. Die in dieser Vorschrift verankerte Übergangsfrist von 3 Monaten beginnt  erst am 10. September 2021. Daher haben vormals Schwangere beziehungsweise Stillende bis zum 10. Dezember 2021 einen Anspruch auf kostenlose Testung. Die Anspruchsberechtigung kann in diesem Fall durch den Mutterpass belegt werden, aus dem die vorangegangene Schwangerschaft hervorgeht
  • Personen, die sich wegen einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 in Quarantäne begeben mussten, können sich kostenlos testen lassen, wenn die Testung zur Beendigung der Quarantäne erforderlich ist.
  • Bis zum 31. Dezember 2021 können sich alle, die zum Zeitpunkt der Testung noch minderjährig sind, kostenlos testen lassen. Das Gleiche gilt auch für Schwangere. Zwar besteht für diese Personen eine generelle Impfempfehlung der ständigen Impfkommission. Um diesen Personen ausreichend Zeit zu gewähren, sich über die Impfangebote zu informieren und einen vollständigen Impfschutz zu erlangen, haben sie bis Ende des Jahres weiterhin einen Anspruch auf kostenlose Testung.
  • Auch Studierende aus dem Ausland, die sich für ein Studium in Deutschland aufhalten und mit in Deutschland nicht anerkannten Impfstoffen geimpft wurden, können sich bis zum 31. Dezember 2021 kostenlos per Schnelltest testen lassen.
  • Außerdem können Personen, die an klinischen Studien zur Wirksamkeit von Impfstoffen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 teilnehmen oder in den letzten drei Monaten vor der Testung an solchen Studien teilgenommen haben, sich kostenlos testen lassen. Alle Informationen dazu!

Was der Schnelltest für diejenigen kosten wird, die nicht unter diese Ausnahmen fallen, kann nicht genau beziffert werden. Die Kosten werden auf 15 bis 30 Euro pro Test geschätzt. Es kann also für diejenigen teuer werden, die weder geimpft noch genesen sind.