CoWorking Spaces auf dem Dorf
Fotolia: Vasyl

Gute Zukunftsaussichten für das Dorf!

CoWorking-Spaces und bessere Mobilität - damit soll in Rheinland-Pfalz der ländliche Raum gestärkt werden. Denn: Hier glaubt man daran, dass das Dorf gute Zukunftsaussichten hat. Zumindest, wenn sich eine Sache grundlegend ändert...

Gründer, Kreative oder Selbstständige - für diese Klientel sind hippe Großstädte wie Berlin bekannt. Doch: Das könnte sich schon ziemlich bald ändern. Denn immer mehr Freiberufler und Start-ups könnten in den nächsten Jahren aufs Land ziehen.

So gibt es beispielsweise in Rheinland-Pfalz zukunftsweisende Visionen – und Menschen, die sie umsetzen wollen. Zum Beispiel Martin Haller, der Parlamentarische Geschäftsführer der Landtagsfraktion Rheinland Pfalz. Er startete im Juni gemeinsam mit seinen Kollegen die Kampagne „Meine Heimat – Unsere Zukunft“.

 

Die Menschen lieben das Landleben

 

 Von Juni bis September klopften 22 Abgeordnete an rund 1000 Haustüren: „Wir haben die Menschen zuhause besucht und geradeheraus gefragt, was sie über die Zukunft des ländlichen Raums denken, was gut läuft und was verbessert werden muss“, erklärt Haller.

 

CoWorking Spaces auf dem Land beziehungsweise im Dorf
Martin Haller, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz , will den ländlichen Raum fit für die Zukunft machen                                                   Fotocredit: SPD-Fraktion RLP | A. Heimann

 

„Das Feedback war sehr gut“, freut sich der 35-Jährige. „Die Menschen lieben es auf dem Land zu leben. Entgegen vieler Vorurteile schätzen auch die Jüngeren das Landleben. Viele haben mir gesagt, dass sie gerne hier wohnen, sich aber dennoch CoWorking-Spaces zum Arbeiten wünschen. Denn manche von ihnen spielen mit dem Gedanken, ein eigenes Unternehmen zu gründen und wollen dafür nicht isoliert in den eigenen vier Wänden hocken“, erklärt Haller weiter.

Aus der Idee soll nun Wirklichkeit werden: Von 2019 bis zum Jahr 2021 sollen jedes Jahr drei CoWorking-Spaces in Rheinland-Pfalz gefördert werden. Dafür stellt die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz pro Jahr zwischen 224.000 und 333.000 Euro zur Verfügung.

Die CoWorking Spaces richten sich einerseits an Freiberufler. Andererseits könnten auch Kommunen davon profitieren. Denn Haller ist davon überzeugt, dass Städte und Gemeinden mit ihnen Leerstände reduzieren und eine neue Klientel anziehen könnten.

 

Start-ups,CoWorking-Spaces, bessere Mobilität und gute Zukunftsaussichten für das Dorf

 

Das Landleben in Rheinland-Pfalz soll in Zukunft aber nicht nur durch den Bau von CoWorking-Spaces besser werden, sondern auch mithilfe weiterer Maßnahmen. Und was wäre wichtiger auf dem Land als die Mobilität?

„Rheinland-Pfalz ist geprägt von kleinen Dörfern, in denen teilweise nur 500 oder 50 Einwohner leben und wo man manchmal etwas weiter in die nächste Stadt oder Gemeinde fahren muss. Deshalb haben wir vor ein paar Jahren eine Landesförderung für Bürgerbusse eingeführt“, erzählt Haller.

Die Bürgerbusse werden zwar von der Gemeinde verwaltet, aber von Ehrenamtlichen organisiert und gefahren, wie beispielsweise Rentnern. Die Bürger finden die Abfahrpläne an Haltestationen oder im Amtsblatt. Darüber hinaus wird auch ein On-Demand Service angeboten: Wer außerhalb des Fahrplans einen Bus braucht, weil er beispielsweise zum Arzt muss, kann eine Hotline anrufen und sich einen Bus bestellen.

„Natürlich sollen die Bürgerbusse nicht die normalen Linienbusse ersetzen, aber sie sind eine gute Ergänzung“, weiß Haller. Circa 15.000 Menschen nutzen die Busse, die von Ehrenamtlichen gefahren werden. Momentan gibt es 67 Bürgerbusse. Doch die Zahl soll sich in Zukunft auf 100 steigern.

 

Lässt sich die Landflucht aufhalten?

 

Wie viele andere Regionen auch leidet Rheinland-Pfalz unter Landflucht. Sie führt dazu, dass einige Landstriche regelrecht ausbluten. Doch: Gibt es noch Hoffnung für diese Regionen? Wir haben bei Martin Haller nachgefragt.

„Ich glaube ganz klar an den ländlichen Raum! Die Menschen leben gerne hier. Das zeigen uns die Umfragen und persönliche Gespräche. Und ich glaube auch, dass wir alle offen sein müssen für neue Ideen, seien es Genossenschaften für den Breitbandausbau oder eben CoWorking-Spaces. Lassen wir Veränderung zu, wird auch der ländliche Raum wieder attraktiver für diejenigen, die sich ein Stadtleben nicht leisten können – oder einfach raus auf’s Land wollen.“

 

Investitionsstau - auch in unserem Newsletter Thema!
Sie möchten noch mehr von Njema Drammeh lesen? Dann melden Sie sich jetzt zu unserem Newsletter an!

Weitere Artikel von Njema Drammeh

Neuester Inhalt

Immer informiert bleiben!

Jetzt für KOMMUNE.HEUTE anmelden und die Neuigkeiten der kommunalen Welt kommen direkt in Ihr Postfach.
 Ja, ich habe die Datenschutzerklärung verstanden und akzeptiere sie.*

Ja, ich möchte im Newsletter persönlich angesprochen werden! (optional)