Crowdfunding - eine Chance auch für Kommunen

Crowdfunding in Kommunen

Ideen können die Welt verändern, wenn daraus Maßnahmen, Aktionen, Produkte oder Dienstleistungen entstehen. Ein digitaler Beschleuniger ist dafür Crowdfunding, meint Franz-Reinhard Habbel.

Es hat das Potenzial, auch Spenden in Kommunen zu vervielfältigen. Das soziale Kapital einer Stadt könnte auf Crowd-Plattformen sichtbar und nicht zuletzt wirksam werden. Von Kommunen angestoßene Projekte könnten auf ein breites Interesse der Bevölkerung aber auch weiterer örtlicher und regionaler Institutionen sowie Unternehmen stoßen. Sponsoring bekäme so eine neue Bedeutung. Der Verband kommunaler Unternehmen hat sich als einer der ersten Verbände in Deutschland auf den Weg gemacht, Crowdfunding für das Spendenmanagement zu nutzen. Für seine gut 1.500 kommunalen Unternehmen und Stadtwerke hat der Verband eine White-Label-Plattform aufgesetzt, die lokales und regionales Crowdfunding möglich macht.

Crowdfunding: Beispiel Menden

So haben zum Beispiel die Stadtwerke Menden im Sauerland mit ihrer „Menden-Crowd“ finanzielle Unterstützer für ein Einsatzfahrzeug für die Kinderfeuerwehr gefunden. Die Freude darüber war groß. Eine solche Stadt-Crowd macht das öffentliche Leben für Bürger und ihr Einsatz für die Gemeinschaft sichtbar. Sie schafft Vertrauen, Transparenz und verankert die Rolle der Stadtwerke als Dienstleister der Daseinsvorsorge in. Inzwischen ist die White-Label-Plattform auch in weiteren Städten wie Leipzig, Bielefeld und Düren im Einsatz. Weitere folgen in den nächsten Wochen. Der Betrieb wird über einen Rahmenvertrag mit dem Crowdfunding-Spezialisten fairplaid aus Stuttgart sichergestellt. Die Projektumsetzungen in den lokalen Stadt-Crowds werden erst dann gestartet, wenn 70 Prozent der Spendensumme erreicht sind. Wird diese Höhe nicht erreicht, geht das Geld zurück an die Spender.

Feuerwehr und Co sind Nutznießer von Crowdfunding

Auf der Plattform werden Projekte von Vereinen, Kindertagesstätten, Umweltinitiativen und vielen anderen beworben wie im Mendener Fall die lokale Feuerwehr. Das soziale Engagement in der Kommune wird über eine solche Plattform sichtbar und findet zusätzliche Verbreitung in sozialen Netzwerken. Weitere Mitstreiter und Unterstützer werden aufmerksam, Spendenbeiträge „vermehren“ sich. Die Plattform dient als Accelerator. Für soziale Projekte steht mit Hilfe der Kommunen ein Betriebssystem zur Akquisition von Spenden beziehungsweise Sachunterstützung zur Verfügung. Prinzipiell ist eine solche Vorgehensweise nicht nur für Stadtwerke, sondern für jede Kommune in Deutschland denkbar. Die Funktionen solcher Plattformen lassen sich ständig erweitern. So könnten zum Beispiel Communitys wie nebenan.de ihre Entsprechung finden.

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