Direkt zum Inhalt

Secondary Navigation

  • E-Paper
  • Podcast
  • Webinare
  • Messe
  • Veranstaltungen
  • Newsletter
  • Stellenmarkt
  • Kontakt
  • Anmelden
 

Messe KOMMUNAL 2026

18.–19. November in Erfurt. Kostenlos dabei sein, Lösungen entdecken und vernetzen.

Jetzt kostenlos anmelden
Home
Home

Main navigation

  • K+

Mobile Navigation

  • Anmelden
  • Politik
  • Praxis
  • Panorama
  • K+
  • K+ bestellen
  • E-Paper
  • Newsletter
  • Webinare
  • Messe
  • Veranstaltungen
  • Podcast
  • Stellenmarkt
  • Kontakt
  1. Politik
  2. Finanzen
  3. Beitragsfrei: Erste Kitas stehen vor dem Ruin
Kita soll Bildung sein - doch dafür müssen Kita-Plätze her
© 123rf

Beitragsfrei: Erste Kitas stehen vor dem Ruin

von Christian Erhardt-Maciejewski
Geschäftsführer, Chefredakteur | KOMMUNAL
18. September 2018
Es war eines der zentralen Wahlversprechen der neuen rot-schwarzen Landesregierung in Hannover - die Elternbeiträge für die Kitas sollten abgeschafft werden. Das Land versprach, die Kosten zu übernehmen. Am 1. August hat das neue Kita-Jahr begonnen. Jetzt melden erste Kitas faktische Zahlungsunfähigkeit!

Es sind vor allem die freien Kita Träger, die - wie von vielen befürchtet - massiv ins Straucheln kommen. Während die kommunalen Kitas zumindest theoretisch kurzfristig noch von der Kommune finanziell aufgefangen werden können, haben freie Träger oft nicht genügend Puffer, um die enormen Einnahmeausfälle zu kompensieren. In Niedersachsen sind mehr als zwei Drittel aller Kitas in privater Trägerschaft. Städtetags-Geschäftsführer Jan Arning hat jetzt einen Brandbrief an Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) geschrieben. Die klare Botschaft: "Einige Einrichtungen stehen kurz vor der Insolvenz". 

Kitas haben Ausfälle von teils über 10.000 Euro im Monat 

Doch was genau ist passiert? Das Land hatte doch angekündigt, die Kosten zu übernehmen. Und für den Fall des Falles sollte es auch noch Notfallfonds geben. Fakt ist: Die Härtefallfonds liegen auf Eis. Was das konkret bedeutet, zeigt das Beispiel einer Waldorf- Kita in Wennigsen. Sie war 1988 aus einer Elterninitiative heraus gegründet worden. Sie macht nach eigenen Angaben nun ein monatliches Minus von über 10.000 Euro. Logischerweise laufen die Kosten, etwa für die Mitarbeiter, aber weiter. 

Das Kita Problem liegt offenbar auch in der Bürokratie 

Die Gemeinde Wennigsen macht vor allem die schleppende Durchführung des Gesetzes für die Situation ihrer Kita verantwortlich. Barbara Zunker, Fachbereichsleiterin Bildung und Soziales bei der Kommune erklärt in der Zeitung HAZ: "Wir warten ganz dringend auf die Durchführungsbestimmungen, das dauert bestimmt noch bis Oktober. Aber die Beiträge fallen schon seit dem 1. August weg. Gerade kleinere Einrichtungen können eine solche Durststrecke nicht überbrücken". 

Sie sieht jedoch noch mehr Probleme auf die Kitas zukommen und nennt das gesamte Kita-Gesetz zur Abschaffung der Elternbeiträge "wenig ausgereift". So ist für viele Kitas im Moment überhaupt nicht absehbar, welche Folgen die Tatsache haben wird, dass die Kita für acht Stunden am Tag kostenfrei ist, die neunte und zehnte Stunde aber bezahlt werden müsse. "Der Bedarf dieser Extrabetreuungsstunden ist bereits gesunken", so Zunker. Welche Auswirkungen das wiederum finanziell habe, sei ebenfalls unklar. 

Buxtehude rechnet mit 400.000 Euro Mehrkosten im Jahr 

Ein düsteres Bild malt gegenüber KOMMUNAL auch Ralf Dessel, Fachbereichsleiter Finanzen bei der Stadt Buxthehude. Die 40.000 Einwohner Stadt hat hochgerechnet, dass auf Sie durch das neue Landesgesetz pro Jahr wohl Mehrkosten in Höhe von 400.000 Euro zukommen. So viel höher wird der Bedarf der städtischen und freien Kitas im Ort sein. Geld, das die Kommune zusätzlich zur Verfügung stellen muss, um Schließungen zu verhindern. Dessel ist entsprechend sauer. "Nach ersten Berechnungen kosten uns als Kommune die Wahlversprechen der Regierungsparteien jährlich mindestens 400.000 €, Tendenz eher steigend. Und das ist der Betrag, der trotz der „großzügigen“ Leistungen des Landes offen bleibt!", so der Finanzer der Stadt gegenüber KOMMUNAL. 

Beitragsfreie Kita - Ein Geschenk für Gutverdiener

Die Abschaffung der Kita-Beiträge ist sozialpolitisch unsinnig, argumentiert Christian Erhardt!
MEHR

Kita in Wennigsen ist kein Einzelfall 

Auch andere Kommunen haben schon gerechnet. Diverse Lokalzeitungen in Niedersachsen berichten von zahlreichen weitere Fälle von Kitas, die finanziell nur wenige Wochen nach Änderung des Gesetzes finanziell vor dem Ruin stehen. So muss etwa die Stadt Bad Gandersheim nach Angaben von Bürgermeisterin Franziska Schwarz in diesem Jahr über 90.000 Euro aufbringen, um das Loch des Montessori-Kindergartens zu stopfen. Insgesamt kämen auf die Stadt in diesem Jahr durch den Wegfall der Elternbeiträge Mehrkosten in Höhe von 700.000 Euro zu. 

Bekommen Sie schon unseren Newsletter?
Bekommen Sie schon unseren Newsletter? Jeden Donnerstag kostenfrei alle Infos frei Mailkasten unter: https://kommunal.de/newsletter/kommunal

Ping-Pong Spiel um die Schuldfrage 

Politisch sieht die Opposition sich bestätigt, das Ministerium hingegen macht die Kommunen verantwortlich. So spricht der FDP-Bildungsexperte im Landtag , Försterling, von einem "schlecht vorbereiteten und übers Knie gebrochenen Schnellschuss", dessen "Umsetzung schlicht mangelhaft" war. 

Das Ministerium derweil spielt den Ball an die Rathäuser: "Die örtlichen Träger stehen in der Pflicht, die Beitragsfreiheit für die Kindergartenkinder zu gewährleisten", heißt es im Ministerium wörtlich. Und weiter: Wo die Finanzhilfe nicht ausreiche, sei es Aufgabe der Träger oder Kommunen, "Unwuchten auszugleichen". 

KOMMUNAL meint: Eine Antwort, die an Frechheit kaum zu überbieten ist. Das Land verteilt Wahlgeschenke und den schwarzen Peter bekommen anschließend die Kommunen! Wie heißt es so schön: Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen!

Aber leider kennen wir das schon: Deutschlands Kommunen müssen nur zu oft für die Wahlversprechen von Bund und Ländern gerade stehen. Gepaart mit Unfähigkeit bei Ausführungsbestimmungen grenzt das dann aber an Mobbing! 

Der Newsletter für kommunale Entscheidungsträger. Lesen Sie was Kommunen bewegt

Auch von Christian Erhardt-Maciejewski

  • Vom Bikini für die Meerjungfrau bis zu umgestalteten Traditionsfiguren: Kurz vor dem Oktoberfest 2026 sorgen Vorgaben und Empfehlungen aus München für Diskussionen.
    Betreutes Feiern?

    Oktoberfest: Jetzt braucht sogar die Meerjungfrau einen Bikini

    von Christian Erhardt-Maciejewski
  • Bürgermeisterwahlen 2026: In mehreren Kommunen wurden am 30. August neue Rathauschefs gewählt. In Zierenberg entschieden nur 43 Stimmen über den Sieg.
    Wahlsonntag kompakt

    Kommunalwahlen 2026: AfD wird in Saarbrücken Zweite – in Zierenberg entscheiden 43 Stimmen

    von Christian Erhardt-Maciejewski
  • Kurz vor der Kommunalwahl 2026 wächst in Niedersachsen die Debatte über Demokratie, Vertrauen und ausgeschlossene AfD-Kandidaten. Der neue Demokratie-Monitor zeigt zugleich einen historischen Tiefstand bei der Zufriedenheit mit dem Zustand der Demokratie.
    Demokratie-Frust

    Kommunalwahl Niedersachsen 2026: Demokratie-Frust wächst

    von Christian Erhardt-Maciejewski

Lesen Sie auch...

  • Bezahlkarte für Flüchtlinge

    8,5 Milliarden ins Ausland: Wie die Bezahlkarte ausgebremst wird

    von Christian Erhardt-Maciejewski
  • Schlüsselzuweisungen Brandenburg

    Mini-Verschnaufpause: Kommunen bekommen 2027 deutlich mehr Geld

    von Christian Erhardt-Maciejewski
  • Ehrenamt und Haushaltskonsolidierung

    Ehrenamt kann viel, aber nicht den Haushalt retten

Neuester Inhalt

  • Katastrophenschutz

    Warntag 2026: Was neu ist, welche Lehren aus den Pannen gezogen wurden

    von Gudrun Mallwitz
  • Wiedervernässung

    Moore gegen Hitze: Was Kommunen tun können

    von Annette Lübbers
  • Digital Total

    Das operative Gehirn der Stadt in der Krise

    von Franz-Reinhard Habbel

Schlagwörter

  • Finanzen Kita

ZURÜCK ZUR STARTSEITE

Home

Footer First Navigation

  • Messe KOMMUNAL
  • Leserservice
  • AGB
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Mediadaten
  • Verträge kündigen
  • Datenschutzeinstellungen
  • KOMMUNALBESCHAFFUNG

Footer Second Navigation

  • Wir auf Whatsapp