Interkommunale Zusammenarbeit
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Leitfaden: So gelingt die Interkommunale Zusammenarbeit!

Mi, 11.09.2019

Die Interkommunale Zusammenarbeit gilt als Alternative zur umstrittenen Gebietsreform. Mit ihr haben bereits mehrere Kommunen viel Geld und Personal gespart. Doch: Wie gelingt sie ? Und welche Organisationsformen bieten sich für welches Thema an? Das haben Wissenschaftler für Sie herausgearbeitet und in einem Leitfaden zusammengefasst.

Die Interkommunale Zusammenarbeit (IKZ) stärkt die Leistungsfähigkeit der Kommunen, verbessert ihre Wettbewerbsfähigkeit und führt zu Kosteneinsparungen. Denn für eine IKZ arbeiten Städte und Kreise gemeinsam an Zukunftsthemen, wie etwa dem Bevölkerungsrückgang, Personalengpässen, Lücken in der Nahversorgung oder der chronischen Finanznot – ohne dabei die kommunale Selbstverwaltung aufgeben zu müssen. Für viele Experten ist die Interkommunale Zusammenarbeit deshalb eine Alternative zu umstrittenen Gemeindegebietsreformen.

 

Interkommunale Zusammenarbeit: Welche Leitfragen sollte man sich stellen?

 

In den letzten Jahren haben immer mehr Kommunen die Chancen der IKZ erkannt - doch längst arbeiten nicht alle Städte und Gemeinden mit ihren Nachbarn zusammen.

Nun aber will das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) genau eben diese Zusammenarbeit fördern und hat dafür einen Leitfaden für Kommunen herausgebracht. In diesem erhalten Kommunen, die sich für eine Interkommunale Zusammenarbeit interessieren, einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Organisationsformen und Regeln. Mehrere anschauliche Beispiele zeigen, welche Ausführungsform sich für welches Aufgabengebiet eignet. Und zudem erfahren Kommunen, wie bestehende Kooperationen vertieft und gestärkt werden können und vor allem: Welche Leitfragen man sich während des Prozesses unbedingt stellen sollte.

 

Ein Beispiel für eine gelungene Interkommunale Zusammenarbeit
Im Landkreis Gießen arbeiten 18 Städte und Gemeinden zusammen. Der Landkreis übernimmt die Beschaffung von Fahrzeugen und stellt sie den Kommunen zur Verfügung.
Das Ziel dahinter: Eine effizientere Organisation des Feuerwehrwesens.
Das Ergebnis: Die Kommunen und der Kreis profitieren durch Einsparungen bei der Beschaffung und dem Einsatz des Fuhrparks. Zudem haben sie weniger Verwaltungsaufwand und mehr Planungssicherheit.

Neuer Leitfaden zur Interkommunalen Zusammenarbeit

 

Viele Kommunen kämpfen mit Problemen: Die Bevölkerung altert, die Jüngeren ziehen weg und Leerstand wird vielerorts zum Gesicht der Gemeinde. Aber auch fehlende Einkaufsmöglichkeiten und Arbeitsplätze vor Ort machen die Bürger unglücklich und lassen die Lebensqualität sinken. Kommunen stehen deshalb unter Druck, die Daseinsvorsorge zu sichern und gleichbleibende Qualität und akzeptable Preise zu ermöglichen - beispielsweise in den Bereichen Wasserversorgung, Energie, Gesundheit und Pflege oder Abwasser- und Abfallentsorgung. Hinzu kommt, dass viele Städte und Gemeinden die täglichen Herausforderungen oftmals nicht im Alleingang lösen können, sondern Unterstützung von anderen Kommunen brauchen. Doch nicht immer funktioniert eine IKZ auf Anhieb.

Im Leitfaden zur Interkommunalen Zusammenarbeit finden die Verantwortlichen einer Kommune deshalb konkrete Anregungen, Hilfestellungen und gelungene Beispiele.

„Interkommunale Kooperation kann Akteure in kleinen Kommunen im Alltag mit ihren vielfältigen praktischen Aufgaben der Daseinsvorsorge entlasten und so Freiräume und Anlässe für den Blick auf strategische Fragen schaffen“, erklärt Jutta Deffner vom ISOE. Denn häufig seien Entscheidungsträger mit dringlichen Aufgaben im Alltagsgeschäft konfrontiert. „Momente, sich mit etwas Abstand den strategischen Zukunftsfragen der Gemeinde zu widmen, sind selten und wären aber wichtig, um die Kommunen in einer Region gemeinsam zukunftsfähig zu machen.“

Sie wollen das Thema ebenfalls in Ihrer Kommune anpacken? HIER können Sie sich den Leitfanden herunterladen!

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