junge Familien braucht die Kommune - Maßnahmen gegen den demografischen Wandel
junge Familien braucht die Kommune - Maßnahmen gegen den demografischen Wandel

So werben Kommunen erfolgreich um junge Familien

Arbeitsplatz, Wohnraum, Kita - das sind nur drei Stichworte, die extrem wichtig sind für junge Familien, wenn sie sich nach einem Ort zum Leben umschauen. Wer "familienfreundliche Kommune" werden will, muss also aktiv steuern. Wir zeigen, welche Rezepte in Kommunen sich als erfolgreich erwiesen haben.

"Allen voran versuchen wir, Familien beim Erwerb von Eigentum zu unterstützen", sagt Wolfram Leibe. Er ist Oberbürgermeister von Trier und arbeitet für sein Hauptziel auch mit Banken zusammen. „Familien wollen oft ein kleines Reihenhaus“, so Leibe, und im Rahmen der sozialen Wohnraumförderung durch die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) hätten alleine im Jahr 2018 450 Förderbescheide unterzeichnet werden können. Ebenso wichtig für die Ansiedelung ist ein qualitativ hochwertiges Betreuungsangebot. In Trier verfügen alle Kitas über eine eigene städtische Küche und eine Kita hat mittlerweile Öffnungszeiten von bis zu 14 Stunden. „Das kostet natürlich alles Geld“, so Leibe, aber es sei eine wichtige Investition. 

 

Familien zu fördern heißt auch Klinken zu putzen 

 

Trier konkurriert dabei durchaus mit Luxemburg, denn 42.000 Leute aus der Region pendeln ohnehin täglich ins Nachbarland. dass wir hier als Stadt attraktiv bleiben, geht definitiv nicht übers Gehalt, sondern über die sogenannten weichen Faktoren“. Das Wichtigste sei dabei, erst einmal zuzuhören, „denn keiner weiß besser, was gebraucht wird, als die Familien selbst“. Neben der Einbindung der Bürger liegt in Trier ein Schwerpunkt auf der Zusammenarbeit mit den Unternehmen, wobei auch die IHK und die Arbeitsagentur intensiv eingebunden sind. So veranstaltet die Stadt Trier beispielsweise Workshops für kleine Unternehmen, bei denen Best-Practice-Beispiele für eine gelungene Vereinbarkeit von Familie und Beruf gesammelt werden. Leibe ist einer vor mehreren Bürgermeistern, der seine Konzepte für die Ansiedlung von jungen Familien in der aktuellen Printausgabe der KOMMUNAL ausführlich beschreibt. So erklärt er auch, wie mühsam die Arbeit teils sein kann.. „In Trier haben die Handwerksbetriebe eine durchschnittliche Größe von drei bis fünf Mitarbeitern. Wenn da jemand in Elternzeit geht, ist der Betrieb pleite. Deswegen müssen wir gemeinsam nach Lösungen suchen. Das ist aktive Wirtschaftspolitik für mich“, so der Oberbürgermeister. 

Lesen Sie seine Ansichten und seine Ideen ausführlich in der neuen Ausgabe. HIER geht es zum kostenfreien Probeabo! 

 

Familienfreundliche Kommune - im Saarland mit Gütesiegel 

 

Das saarländische Saarwellingen wurde erst jüngst mit dem Siegel „familienfreundliche Kommune“ ausgezeichnet. „Was hat Saarwellingen zu bieten?“, das sei die erste Frage, die potentielle Neubürger stellen würden, so Bürgermeister Manfred Schwinn, und auch in Saarwellingen sind das Angebot von Wohnraum und Betreuungsplätzen die entscheidenden Faktoren für die Ansiedelung. Angesichts der Arbeitsplätze in der umliegenden Industrie sind in der Region Saarwellingen flexible Betreuungsangebote auch bei Schichtarbeit gefragt und zeichnet sich etwa die Kita Kinderland im Campus II durch ihr erweitertes Öffnungszeitenmodell von 05.00 bis 22.30 Uhr aus. 

Auch Manfred Schwinn erklärt in der aktuellen Printausgabe nähere Hintergründe, Herausforderungen und Ideen in seiner Stadt. „Familienfreundlichkeit betrifft alle Generationen“, sagt er und Jahr um Jahr gebe es in Saarwellingen ein großes Sommerferienprogramm, bei dem zahlreiche Vereine eingebunden sind und alte und junge Bürger miteinander aktiv sind. Eine wichtige Rolle spielen für das Miteinander der Generationen auch der Jugendrat und der Seniorenbeirat, die die Politik vor Ort mitgestalten. „Sie sind extrem engagiert und bringen sich ein. Das bewährt sich sehr“.

 

 

Familie steht auch im Ruhrgebiet ganz oben auf der Tagesordnung 

 

Auch in Gladbeck erhalten Eltern mit Neugeborenen bereits seit fast 12 Jahren einen Familienbesuch durch einen Vertreter der Kommune, bei dem die Eltern neben einem Begrüßungsgeschenk eine umfassende Übersichtsmappe mit Informationen zu allen Familien-Angeboten und ausgewählten Broschüren rund um die erste Zeit mit dem Kind erhalten. Dass die Situation der Familien in Gladbeck an wichtiger Stelle steht, zeigt auch die Platzierung des Familienbüros, das vor einem Jahr direkt zwischen dem Alten und dem Neuen Rathaus eröffnet wurde und in seiner Arbeit einen vorwiegend pädagogischen Ansatz verfolgt. Wir blicken in der aktuellen Printausgabe auch hier hinter die Kulissen, klären über Kosten und Nutzen auf. 

Lesen Sie außerdem: Wie Kommunen in Baden-Württemberg und in Bayern ihre Stärken ausnutzen und als Kommune auf Familienfreundlichkeit setzen. HIER bekommen Sie 3 Ausgaben unseres Printmagazins kostenfrei. 

 

 

 

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