Digitalisierung hilft bei der Lärmvermeidung

Lärm aus dem Labor

Kann man Lärm hören, den es noch gar nicht gibt? Ja man kann. Auralisation heißt das und bedeutet Hörbarmachung. Es ist das Gegenstück der Visualisierung. Die Geräusche der virtuellen Dinge kommen aus dem Labor. Gegenstände oder Zustände, die es in der Realität noch nicht gibt, werden berechnet und simuliert. Die Digitalisierung macht es möglich.

Lärmvermeidung ist ein großes Thema der Kommunen. Sie wird insbesondere in urbanen Gebieten immer wichtiger. Städte schlafen nie. Es gibt immer einer Lärmpegel. Dauerlärm macht Menschen aber krank, Wohngebiete verlieren an Wert. Lärm zu reduzieren bzw. ihn zu vermeiden ist daher auch eine zentrale Aufgabe moderner Stadtplanung. Die Lärmquellen sind vielfältig, ein Großteil macht der Verkehr in unseren Städten, aber auch Flughäfen und Bahntrassen sind Quellen von Lärm.

Lärm schon bei der Stadtplanung vermeiden

Moderne Stadtplanung konzentriert sich besonders auf die Visualisierung. Mittels 3-D-Modellen können mit VR-Brillen ganze Straßenzüge oder Gebäude "durchwandert werden". Wir "sehen" vor unseren Augen eine Fiktion. In den letzten Jahren hat diese Technologie an Leistung rasant zugelegt. Die Wahrnehmung mit VR-Brillen ist verblüffend real. Nun gelingt es auch, durch hohe Rechenleistung von Computern, in Laboren Geräusche in Einzelteile zu zerlegen und jede Quelle physikalisch zu berechnen. Denn Geräusche sind nichts anders als Energie. Noch befinden sich die Simulationsverfahren in ihren Anfängen. Dienstleistungen zum Beispiel bei der Produktentwicklung oder bei der Stadtplanung gibt es erst in Ansätzen, wie in der Luftfahrtindustrie, was den Bau von Flugzeugen betrifft. Involviert sind hier Airbus und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Noch befindet man sich weitgehend in der Grundlagenforschung. Weltweit führend ist die Versuchsanstalt Empa in der Schweiz. Vergleichbares gibt es an der Universität Aachen und bei der US-Weltraumbehörde NASA.

Akustische Planung wird immer wichtiger

Die akustische Planung wird in den nächsten Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Das gilt auch für die Stadtplanung. Akustiker können Bürger hören lassen, wie geplante Räumlichkeiten wirken. Die Bauakustik, der Umgebungslärm und die Fahrzeugakustik sind davon besonders betroffen. So kann zum Beispiel die Lärmbelastung am Büroarbeitsplatz schon in der Planungsphase simuliert werden. In Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin wurden durch das Institut für Rundfunktechnik  Auralisationen zur Planung von Büroräumen entwickelt. Sie wenden sich an Architekten, Bauingenieure und Bauherren sowie Planer und Betreiber von Büroräumen und -arbeitsplätzen.

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