Mobilität stärken durch Leihfahrräder
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Leihfahrräder bieten eine gute Alternative zu anderen Mobilitätskonzepten - doch die Städte haben Probleme damit, das Angebot richtig zu steuern

Mobilität: rasante Expansion von Leihrädern

Zehntausende Leihfahrräder verstopfen die Gehwege. Nachdem der Anbieter Obike insolvent gegangen ist, stehen nun auch noch seine Leihräder ungenutzt herum. Die Behörden wissen jedoch nicht, wie sie die Räder wieder loswerden. Hacker schlagen nun eine „Lösung“ vor: Nämlich Diebstahl.

Mobilität: Der Leihfahrräder-Anbieter Obike hat in Singapur Insolvenz angemeldet. Doch was heißt das nun für die Leihfahrräder, die hier stehen? Das ist noch unklar!

Und während die Behörden über eine mögliche Lösung nachdenken, ist sie für einige Aktivisten schon längst klar: Sie wollen, dass die Leihfahrräder für „alle“ zugänglich werden. Sie haben auf ihrer Homepage eine Anleitung hochgeladen, in der sie zeigen, wie man die Schlösser knacken kann.

Zwar schreiben die Aktivisten auf ihrer Homepage: „Wir unterstützen keinen Diebstahl.“ Doch die Polizei sieht das anders und will Anzeige gegen Unbekannt stellen – und den Urheber der Aktion ermitteln.

Für die Kommunen bedeutet die Insolvenz von Obike vor allem eines: Chaos! So haben bereits mehrere Städte versucht, den Anbieter zu kontaktieren. Immer ohne Erfolg! Telefonisch war der Anbieter nicht mehr erreichbar, weshalb die SPD in München nun beantragt hat, die Räder auf eigene Kosten entfernen zu lassen.

 

Mobilität: Probleme mit den Leihfahrrädern

 

Es gibt also wieder viel Wirbel um das Thema Leihfahrräder. Bereits in den letzten Jahren machte das Thema immer wieder Schlagzeilen, weil immer mehr Fahrrad-Verleiher aktiv werden - und Tausende Fahrräder die Gehwege vollstopfen. Denn der Platz für Fußgänger wird immer knapper – weil hier viele Miet-Roller parken. Insbesondere die Fahrräder, die nicht an festen Stationen ausgeliehen und zurückgegeben werden müssen, werden auf den Gehwegen abgestellt.

Das Problem ist dem Deutschen Städte- und Gemeindebund, dem Deutschen Städtetag sowie dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club längst bekannt. In einem Papier stellten sie fest, dass „die wild abgestellten und teilweise funktionsuntüchtigen Fahrräder auf den Gehwegen Fußgänger behindern, das Stadtbild stören und Eingänge blockieren.“

Mobilität: Manche Leihfahrräder müssen an Stationen ausgeliehen und zurückgegeben werden
Mobilität: Manche Leihfahrräder müssen an Stationen ausgeliehen und zurückgegeben werden
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Lösungen gegen das Falschabstellen von Leihfahrrädern

 

Neben Obike kämpfte auch Mobike um den deutschen Markt. Doch Mobike führt im Gegensatz zu Obike enge Rücksprachen mit den Kommunen und testet nun sogar ein Punktesystem. Bei dem dürfen die Nutzer ihre Fahrräder nur an bestimmten Stellen abstellen. Wird die Regel missachtet, wird erst der Tarif teurer - und wenn auch das nicht hilft, wird der Account gesperrt.

Und auch die Städte haben sich Lösungen überlegt. Viele haben einen Leitfaden für den Umgang mit den Anbietern ausgearbeitet. So müssen die Anbieter in Berlin zum Beispiel  falsch abgestellte oder defekte Leihfahrräder innerhalb von 24 Stunden umverteilen oder einsammeln. Und auch in den Berliner Parks dürfen die Leihfahrräder nicht abgestellt werden. Dabei ist auf den Zentimeter genau geregelt, wie viel Platz die Fußgänger brauchen.

Ein großes Problem ist jedoch, dass neue Anbieter nicht in Kontakt mit den Städten treten müssen. Denn für das stationslose Ausleihen brauchen sie keine Genehmigung. So sehen Experten beim Fahrradparken im öffentlichen Raum einen zulässigen Gemeingebrauch - weshalb eine Sondergenehmigung nicht notwendig ist. Es sei denn, man würde die Straßenverkehrsordnung anpassen…

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club setzt deshalb dennoch auf Vereinbarungen auf freiwilliger Basis und darauf, das Angebot an die Nachfrage anzupassen.

Lesen Sie hier die konkreten Handlungsempfehlungen für Städte

So sollen die Städte den Leihfahrrädern Parkplätze einräumen. Und das nicht zulasten der Fußgänger – sondern der Autoparkplätze.

 

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