Zweitwohnsitz in der Uckermark am See
Beliebt: der Zweitwohnsitz in der Nähe eines Sees in der Uckermark.
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Bund-Länder-Beschlüsse

Kann ich Ostern zum Zweitwohnsitz?

Ein Lockdown nach dem anderen: Was bedeutet das für den Zweitwohnsitz? Welche Auswirkungen die aktuellen Beschlüsse von Bund und Ländern haben - und was an Ostern 2021 gilt.
Aktualisiert am 31. März 2021

Vom 1. bis einschließlich 5. April, also von Gründonnerstag bis Ostermontag, soll das öffentliche, private und wirtschaftliche Leben in Deutschland weitgehend heruntergefahren werden. Diese Oster-Zwangs-Ruhetage haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs und Ministerpräsidentinnen bei ihrer Videokonferenz am 22. März beschlossen. Ohne Maßnahmen, die den Anstieg der Neuinfektionen begrenzen, sei bereits im April eine Überlastung des Gesundheitswesens wahrscheinlich. Deshalb müsse das ungebremste Wachstum der 3. Welle in der Corona-Pandemie durchbrochen werden, begründeten sie die Entscheidung. Am Tag darauf die Kehrtwende: Die Kanzlerin räumte an diesem 24. März einen Fehler ein. Aufwand und Nutzen einer solchen Regelung stünden in keinem vernünftigen Verhältnis zueinander.  Denn es war nicht möglich, in der kurzen Zeit Gründonnerstag und womöglich auch den Sonnabend zu einem Feiertag zu erklären. Was bedeuten die neuesten Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern aber für die Reisen zum Zweitwohnsitz?

Beherbergungsverbot in punkto Zweitwohnsitz an Ostern? 

Darauf gibt es derzeit zwei wesentliche Antworten, wie eine KOMMUNAL-Recherche ergab. Seit Herbst vorigen Jahres gilt nach mehreren Bund-Länder-Beschlüssen in Deutschland das Verbot für touristische Reisen: Geschäftsreisende dürfen in Hotels übernachten, touristische Reisen sind aber nach wie vor in keinem der 16 Bundesländer erlaubt.

Das innerdeutsche Beherbergungsverbot sorgt nicht nur bei den Bürgerinnen und Bürgern für Kopfschütteln und zunehmend für Frust. "Warum dürfen unsere Hotels unter strengen Hygieneregeln nicht für Gäste öffnen, Urlauber dürfen aber nach Mallorca fliegen oder in andere Länder?", kritisieren auch die meisten Bürgermeister und Bürgermeisterinnen. Inzwischen will die Kanzlerin aber prüfen lassen, ob Reisen ins Ausland möglich sind.

Urlaub im Ausland erlaubt, aber nicht erwünscht

Bund und Länder appellieren zwar weiterhin eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger, auf nicht zwingend notwendige Reisen im Inland und auch ins Ausland zu verzichten – auch hinsichtlich der bevorstehenden Ostertage. Dennoch dürfen nach bisherigem Stand touristische Reisen ins Ausland weiter unternommen werden. Wer aus ausländischen Risikogebieten zurückkommt, muss dies melden und muss nach dem neuesten Beschluss bis zu 10 Tage nach der Rückkehr in Quarantäne. Diese könne mit einem  negativen Corona-Test  beendet werden, der frühestens am 5 Tag nach der Einreise abgenommen wurde. Wegen der längeren Ansteckungsdauer durch Virusvarianten gilt dies seit dem 8. März nicht bei Rückreisen aus Virusvariantengebieten. Hier ist strikt eine Quarantäne von 14 Tagen einzuhalten Die Bundesregierung will das Infektionsschutzgesetz anpassen: Künftig soll vor Abflug eine Testpflicht für Einreisende nach Deutschland bestehen.

Zweitwohnsitz als Ferienwohnung nicht vermieten

"Übernachtungsangebote im Inland werden nur noch für notwendige und ausdrücklich nicht touristische Zwecke zur Verfügung gestellt", heißt es wörtlich in dem Beschluss der Regierungschefs der Länder und Kanzlerin Angela Merkel vom 28. Oktober. Dieser Beschluss gilt  immer noch. Das derzeitige Beherbergungsverbot sieht vor, dass Zweitwohnbesitzer ihre Ferienwohnungen nicht an Touristen vermieten dürfen. Ein Sprecher des brandenburgischen Gesundheitsministerium weist allerdings auf Anfrage auf folgende Ausnahme hin: "Das Verbot gilt nicht für die Vermietung und Verpachtung von Ferienwohnungen und -häusern, die auf der Grundlage eines Miet- oder Pachtvertrags mit einer Laufzeit von mindestens einem Jahr nicht nur vorübergehend genutzt werden."

Verbot gilt nicht für Zweitwohnbesitzer

Hotels, Pensionen und andere Beherbergungsbetriebe dürfen keine Touristen beherbergen, sondern nur noch Reisende, die geschäftlich oder aus anderen notwendigen Gründen unterwegs sind.  Zweitwohnbesitzer dürfen also ihre Wohnungen auf keinen Fall vermieten, sonst drohen ihnen saftige Strafen. Aber: Gehören Zweitwohnsitzbesitzer auch zur Gruppe der Touristen? Wenn sie zum Beispiel ein Häuschen in der Uckermark haben, wie Tausende von Berlinern? Oder wenn sie auf Sylt, Büsum, in Kühlungsborn  oder an einem anderen der wunderschönen Orte in Deutschland eine zweite Wohnung besitzen? Die Antwort ist klar: Nein.

Appell: Bleibt an Ostern zuhause!

Nach Auskunft der Sprecher mehrerer Bundesländer wie Bayern, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen darf auf Anfrage von KOMMUNAL der Zweitwohnsitz jederzeit aufgesucht werden. Allerdings ist damit immer auch der Appell verbunden: "Bitte kommt möglichst nicht."

Dieser Appell deckt sich auch mit dem jüngsten Corona-Beschluss von Kanzlerin Merkel und den Regierungschefs. Die Deutschen, so die Botschaft, sollen während des speziellen Oster-Lockdowns möglichst daheim bleiben. "Es gilt damit an fünf zusammenhängenden Tagen das Prinzip #WirBleibenZuHause", steht im aktuellen Beschluss vom 22. März 2021, der aber in Teilen  zurückgenommen wurde. Hier finden Sie die veränderten Beschluss.

Private Zusammenkünfte sind in dieser Zeit im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes und mit einem weiteren Haushalt möglich, jedoch auf maximal fünf Personen beschränkt. Kinder bis 14 Jahre werden dabei nicht mitgezählt. Paare gelten als ein Haushalt. Ansammlungen im  öffentlichen Raum werden grundsätzlich untersagt. 

Mecklenburg-Vorpommern teilte mit, dass eine  Einreise aus nichttouristischen Gründen zu seinem Zweitwohnsitz möglich ist. Sollte sich die Zweitwohnung jedoch in einem aktuellen Hochrisikogebiet in Mecklenburg-Vorpommern befinden, seien die dortigen Allgemeinverfügungen zu beachten. Betont wird: Der Besitz einer Ferienwohnung/Ferienhauses gilt nicht als Zweitwohnung/Nebenwohnsitz, sofern diese nicht auch als solche angemeldet ist.

Die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder wollen am 12. April 2021 erneut beraten.