Borkenkäfer und Trockenheit machen den Waldbesitzern große Sorgen.
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Borkenkäfer und Trockenheit - Zehn Millionen Euro Soforthilfe für Kommunen

Nach Stürmen, Bränden und Borkenkäferbefall müssen in den meisten Waldabschnitten viele Bäume gefällt werden. Die Folge sind hohe Kosten für die Waldbesitzer und sinkende Preise auf dem Holzmarkt. Das Land Thüringen stellt nun Mittel bereit, um finanzielle Nöte der waldbesitzenden Kommunen abzuwenden.

Der deutsche Wald hat in diesem Jahr wieder einmal leiden müssen. Trockenheit, Hitze und der Borkenkäfer haben ihre Spuren hinterlassen. Neben den langfristigen Folgen, führt die Schädigung aktuell bereits zu finanziellen Einbußen für die Kommunen. Denn die große Menge an geschädigten Wald sorgt für eine Schwemme auf dem Holzmarkt. Alle Waldbesitzer müssen ihre geschädigten Bäume fällen und versuchen das Holz zu verkaufen. In der Folge sinkt der Preis für das Holz. Gleichzeitig sehen sich Waldbesitzer in diesem Jahr besonders hohe Kosten ausgesetzt. Sie müssen den Wald von geschädigten und abgestorbenen Bäumen beräumen und in vielen Fällen müssen Waldwege verbessert und gesichert werden. Denn dass sich auch im nächsten Jahr die Feuerwehreinsätze in den Wäldern häufen werden, ist nicht auszuschließen. Besonders stark betroffen sind die Kommunen in Brandenburg und Thüringen. Für thüringische Kommunen soll es nun Soforthilfe vom Land geben.

Soforthilfe für dieses Jahr angekündigt

Wie mit der finanziellen Notlage der waldbesitzenden Kommunen in Thüringen umgegangen werden soll, haben das Innenministerium, die kommunalen Landesverbände und Vertreter der Kommunen in den Räumen des Gemeinde- und Städtebundes Thüringen diskutiert. Auf eine Soforthilfe in Höhe von insgesamt zehn Millionen Euro haben sich die Anwesenden geeinigt. "Ich konnte mich in den letzten Monaten mehrfach selbst vom Zustand des durch Trockenheit und Borkenkäfer großflächig geschädigten Waldes überzeugen", sagt Innenminister Georg Maier. "Hier ist schnelle und bürokratiearme Hilfe erforderlich. Das rückläufige Antragsvolumen für Kommunen in Haushaltsnotlagen sowie Haushaltsreste schaffen dabei die finanziellen Spielräume für die Unterstützung der Kommunen.“ Denn für Kommunen in finanzieller Not hat das Land Thüringen einen sogenannten Landesausgleichsstock eingerichtet. Da in den letzten Jahren weniger Kommunen auf diese Mittel zurückgreifen mussten, stehen sie nun für die nötige Soforthilfe bereit.

Die Soforthilfen sollen noch in diesem Jahr an die Kommunen verteilt werden. Dazu wird kein besonderer Antrag nötig sein, wie das Innenministerium mitteilte. Das Geld soll in einem einfachen Verfahren je nach Waldfläche der betroffenen Kommunen vergeben werden. Das Innenministerium wird die nötigen Berechnungen vornehmen und die Mittel dann direkt an die Städte und Gemeinden verteilen. „Ich begrüße diese finanzielle Unterstützung", sagt der Präsident des Gemeinde- und Städtebundes Thüringen, Michael Brychcy. "Dies kann allerdings nur ein erster Schritt sein. Erforderlich sind nun ebenfalls gemeinsame Anstrengungen von Kommunen und Land zur Rodung des geschädigten Waldes und anschließenden Neuaufforstung.“

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