Es gibt zahlreiche Fördergelder für die Elektromobilität - Kommunen sind gut beraten, sie bald abzurufen
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Es gibt zahlreiche Fördergelder für die Elektromobilität - Kommunen sind gut beraten, sie bald abzurufen und ihre Stadt und Gemeinde auf diese Weise zukunftsfest zu machen

Starterset Elektromobilität - so fördert Ihre Kommune E-Autos!

Wasserstoff-Fahrzeuge und Elektrofahrzeuge sind auch für Kommunen ein spannendes Thema. Sowohl für die eigene Fahrzeugflotte, als auch für den Aufbau einer kommunalen Infrastruktur. Einige Städte machen schon viel, von kostenfreien Parkplätzen über E-Ladesäulen. Und auch Wasserstoff spielt vor Ort eine immer wichtigere Rolle. Nicht zuletzt gibt es zahlreiche Fördermöglichkeiten! Ein Überblick!

300 Millionen Euro für die Elektromobilität – so viel Geld steht bis zum kommenden Jahr allein für den Aufbau einer Ladeinfrastruktur vom Bund zur Verfügung. Mit den Fördergeldern sollen mindestens 15.000 Ladesäulen für batteriebetriebene Autos entstehen. Der Großteil des Geldes steht dabei für sogenannte Schnelladesäulen zur Verfügung. Darunter versteht man Ladestationen, mit denen viele Fahrzeuge innerhalb von etwa einer halben Stunde nachgeladen werden können. Sie liefern pro Stunde mindestens 50 Kilowatt Strom. Förderungen gibt es aber auch für Stationen, die langsamer sind. Sie sind vor allem in der Anschaffung günstiger. Allerdings braucht das Aufladen hier auch in der Regel mehrere Stunden. Zu beachten ist daher, dass durch die längere Ladezeit auch der Parkplatz und die Ladesäule deutlich länger belegt ist. Dort, wo kein Parkplatzdruck herrscht, ist das nicht weiter schlimm, ist die Zahl der Parkplätze aber begrenzt oder die Zahl der Fahrzeuge, die „tanken“ möchten nimmt zu, sind diese Säulen von Nachteil. Sinn machen können sie aber etwa für den eigenen kommunalen Fuhrpark auf dem Gelände des Rathauses. Hier können die Fahrzeuge „über Nacht“ angeschlossen werden, die Ladegeschwindigkeit spielt hier keine so große Rolle. Kommunen, die Interesse an Fördermitteln haben, sollten den vierten Aufruf zur Antragseinreichung nicht verpassen. Er wurde Ende August ausgeschrieben, die Fördergelder sind vorerst begrenzt bis Ende 2020. Kommunen tun also gut daran, möglichst bald Förderanträge beim Bund einzureichen. Formulare für Förderanträge finden Sie übrigens auf der Seite des Ministeriums direkt zum Herunterladen unter: www.starterset-elektromobiliät.de

 

Die Intransparenz gilt als eine der großen Hemmschwellen für die Elektromobilität

Christian Erhardt, Chefredakteur KOMMUNAL

 

Ladesäule ist nicht gleich Ladesäule - was sie bei der Elektromobilität beachten müssen 

 

Auch bei der Beschaffenheit der Ladesäulen gibt es große Unterschiede. An den meisten Säulen müssen sich Nutzer vorher registrieren. Das ist vor allem dann meist nötig, wenn der Strom an der Ladestelle nicht kostenfrei abgegeben wird. Hier liegt aber ein großes Problem. Es gibt zahlreiche verschiedene Systeme, E-Autofahrer sind daher oft gezwungen, eine ganze Geldbörse voll mit unterschiedlichen Ladekarten mit sich zu führen. Einfacher sind daher Säulen, die ohne Anmeldung funktionieren. Auch hier kann langfristig die Stromabnahme genau berechnet und somit abgerechnet werden. Denn die Daten werden dann über das Ladekabel übertragen. Für den Autofahrer heißt das, er kann ohne Anmeldung tanken, alles andere läuft vollautomatisch. Experten gehen davon aus, dass sich diese Art der Ladesäulen in den kommenden Jahren durchsetzen wird. 

Die Intransparenz gilt ohnehin als eine der größten Hemmschwellen, warum viele Privatpersonen aber auch Kommunen der Elektromobilität nach wie vor sehr skeptisch gegenüberstehen. Die Abrechnungen sind wenig transparent, der Schock an der Ladesäule kommt meist erst nach dem Aufladen. So gibt es Abrechnungssysteme von „pauschal pro Ladung“ unabhängig von der Menge des Stroms über Minutentarife bis hin zur Abrechnung nach Kilowattstunden, die aber sehr stark variieren. Kommunen, die Elektromobilität fördern möchten, bieten daher sehr häufig kostenfreie Ladestationen für ihre Bürger an. Noch sind die Kosten dafür überschaubar. Deutschlandweit sind erst rund 83.000 Elektroautos im Verkehr. Das ist allerdings auf niedrigem Niveau ein Zuwachs von über 50 Prozent innerhalb eines Jahres. 

 

In Hamburg dürfen Elektroautos überall im Stadtgebiet kostenlos parken

 

Kostenfreie Parkplätze, kostenloses Laden - welche rechtlichen Möglichkeiten Kommunen haben 

 

Kommunen können ihren Bürgern zudem viele Privilegien einräumen. Möglich macht es das sogenannte Elektromobilitätsgesetz, kurz EmoG. Es bietet nicht nur Privatnutzern wie auch Kommunen Subventionen beim Kauf von Elektroautos und eine halbierte pauschale Dienstwagenbesteuerung. Flankiert wird das Programm durch zahlreiche Möglichkeiten für Städte und Gemeinden, ihren Bürgern Vorteile zu bieten. Eine Möglichkeit ist etwa, Elektrofahrzeugen oder auch Wasserstoffahrzeugen kostenfreies Parken in der Stadt zu bieten. Auch Sonderspuren oder etwa Busspuren dürfen Kommunen für besonders umweltfreundliche Fahrzeuge freigeben. Dazu kommt die Möglichkeit, Ausnahmen bei Zufahrtsbeschränkungen oder Durchfahrtsverboten zu erlassen. Geregelt wird all das im Paragraf drei Absatz vier des Elektromobilitätsgesetzes. 

Bisher nutzen jedoch nur wenige Großstädte die Möglichkeiten und auch hier ist der Flickenteppich sehr groß. In München etwa dürfen Elektro- und Wasserstoffautos im Stadtgebiet überall zwei Stunden lang kostenlos parken. Dortmund hingegen hat im Stadtgebiet 18 Standorte ausgewiesen, wo die umweltfreundlicheren Fahrzeuge jederzeit kostenlos abgestellt werden dürfen. Andere Städte, wie etwa Frankfurt bieten kostenlose Parkplätze an Ladesäulen, in Leipzig ist das Parken an solchen Ladesäulen nur vier Stunden lang erlaubt und Berlin hingegen bietet das kostenlose Parken an Ladesäulen nur während des Ladevorgangs. Besonders rigoros geht Hamburg vor: Verbrenner, die unerlaubt an einer Ladesäule parken, werden hier ohne Vorwarnung direkt abgeschleppt. E-Autos hingegen dürfen kostenfrei überall im Stadtgebiet parken, brauchen allerdings eine Parkscheibe und dürfen die Höchstparkdauer der jeweiligen Zone nicht überschreiten. Und auch in Düsseldorf dürfte vielen unbekannt sein, dass die Umweltspuren nicht nur von Bussen, sondern auch von Elektrofahrzeugen befahren werden dürfen. Insgesamt auch hier also ein sehr unübersichtlicher Dschungel an Regelungen. 

 

Stiefkind Wasserstofftechnologie - dabei lohnt sich deren Nutzung für Kommunen besonders

 

Förderungen für Kommunen gibt es auch im Bereich der Wasserstofftechnologie. In der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie sehen Experten in den kommenden Jahren ein deutlich höheres Potential. Das gilt auch und insbesondere für „schwere“ Fahrzeuge, etwa Busse oder Müllfahrzeuge sowie LKW. Einige Städte haben bereits Müllfahrzeuge mit Wasserstofftechnik im Einsatz. Hamburg setzt zudem bei der Busflotte stark auch diese Technologie. Hamburgs Wirtschaftssenator Westhagemann sieht vor allem in Norddeutschland viel Potential dafür. „Wir sind im Norden in der Lage, große Mengen an grünem Wasserstoff mithilfe von Strom vor allem aus Windparks zu erzeugen“, sagt er. Bei der Busflotte in Hamburg dient die Brennstoffzelle oft als Ergänzung, um die Reichweite der Batterie zu erhöhen. Der Bund stellt für die Förderung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie jährlich 25 Millionen Euro an Fördergeldern zur Verfügung. Damit soll die „Betankungsinfrastruktur“ in Kommunen gefördert werden. 

 

 

 

 

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