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Waldbrände sind bei der aktuellen Hitzewelle eine große Gefahr

Top-Tipps: Waldbränden vorbeugen

Hitzewelle und kein Ende: Keine Frage - die Feuerwehren sind auf die möglicherweise steigende Zahl von Waldbränden gut vorbereitet. 23.000 Freiwillige Feuerwehren gibt es allein in Deutschland, rund eine Million Freiwillige engagieren sich. Aber Prävention ist bekanntlich besser als Reaktion - KOMMUNAL Tipps für Kommunen, wie Waldbrände es schwerer haben, überhaupt zu entstehen.

 

Hitzewelle und dramatische Meldungen über Waldbrände in ganz Deutschland. Der Schlimmste tobte in Brandenburg: Nach vier Tagen kamen Anfang der Woche endlich gute Nachrichten aus Beelitz. Nach dem tagelangen Waldbrand am Autobahndreieck Potsdam hat sich die Lage in dem Beelitzer Ortsteil Fichtenwalde endlich wieder normalisiert. Sogar die naheliegende Autobahn musste wegen des verheerenden Feuers komplett gesperrt werden - vorübergehend wurde überlegt, das komplette Dorf zu evakuieren. Immerhin mehr als 50 Hektar Wald standen lichterloh in Flammen. Löschpanzer waren im Einsatz. Am Wochenende hatte die Feuerwehr das Gelände noch einmal gut eingeweicht und zog ab. Die ganze Woche über gibt es aber noch Brandwachen - durchgeführt durch private Waldbesitzer. 

 

Hitzewelle könnte häufiger solche Waldbrände auslösen

 

Zwar ist die genaue Ursache für das Feuer in Brandenburg noch nicht klar, nahe liegt aber die Vermutung, dass die extreme Hitze der vergangenen Tage, gepaart mit der Trockenheit, der Auslöser war. Zwar ist schon jetzt von einer Jahrhunderthitze die Rede, doch die letzte "Jahrhunderthitze" war erst im Jahr 2003. Ein Umstand, den viele als Zeichen dafür werten, dass Hitzewellen und damit verbunden Waldbrände künftig häufiger auftreten werden. 

 

Feuer machen im Wald - gerade bei Trockenheit ist das strengstens verboten!
Grillen im Wald - Achtung bei Trockenheit und Hitzewellen! Das kann Waldbrände auslösen

 

Tipps für Kommunen - Vorbeugung gegen Waldbrände trotz Hitzewelle

 

Planerisch empfehlen Experten immer wieder den Bau breiterer Waldwege. Damit kann das Überspringen von Feuern besser verhindert werden. Helfen kann zudem eine systematische Randstreifenpflege, um dem Feuer kein Futter zu geben. 

Auch beim Straßenbau sollten Kommunen bereits das Thema mittdenken: Er kann in der Umgebung von Ortschaften, die von Wäldern umgeben sind, so angelegt werden, dass die Straße als Feuerschutzring geeignet ist - so kann eine Evakuierung von Ortschaften vermieden werden. 

Zudem sind Kommunen häufig Waldbesitzer - das macht Änderungen in der Waldwirtschaft einfacher. Bevorzugt könnten Baumarten gepflanzt werden, die feuerbeständiger sind. Es bedarf zudem einer systematischen Durchforstung, um trockenes Unterholz und Graswuchs zu reduzieren. 

 

Überprüfen Sie regelmässig die Löschkapazitäten in Ihrem Ort - arbeiten Sie mit Feuerwehren und technischen Hilfswerken zusammen! 

Christian Erhardt

 

Ein weiterer Punkt sind technische Ansätze - etwa zusätzliche Löschpunkte in Wäldern. Der Bund könnte über das Bundesamt für Katastrophenschutz zudem verstärkt Löschflugzeuge anschaffen.

Unersetzlich schon jetzt aber künftig möglicherweise noch wichtiger ist die Überprüfung der Löschkapazitäten vor Ort - wie vorbereitet ist Ihre Gemeinde für einen möglichen Großbrand? Gemeinsame Übungen von Feuerwehren und Katastrophenschutz können hier Auskunft geben - auch hier könnte der Bund etwa mit gemeinsamen Übungen mit der Bundeswehr mithelfen. Waldbesitzerverbände vor Ort sind ebenfalls gute Ansprechpartner und können als Partner für die strategische Planung gewonnen werden. 

 

 

 

 

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