Direkt zum Inhalt

Secondary Navigation

  • E-Paper
  • Podcast
  • Webinare
  • Messe
  • Veranstaltungen
  • Newsletter
  • Stellenmarkt
  • Kontakt
  • Anmelden
 

IMMER INFORMIERT BLEIBEN!

Jetzt unsere redaktionellen Newsletter abonnieren und die Neuigkeiten der kommunalen Welt kommen direkt in Ihr Postfach.

Mehr erfahren
Home
Home

Main navigation

  • K+

Mobile Navigation

  • Anmelden
  • Politik
  • Praxis
  • Panorama
  • K+
  • Bestellen
  • E-Paper
  • Newsletter
  • Webinare
  • Messe
  • Veranstaltungen
  • Podcast
  • Stellenmarkt
  • Kontakt
  1. Politik
  2. Kommunale Verpackungssteuer: Weniger Müll, mehr Aufwand?
Wie sind die Erfahrungen mit der kommunalen Verpackungssteuer?
© Adobe Stock

Bagatellsteuer

Kommunale Verpackungssteuer: Weniger Müll, mehr Aufwand?

von Benjamin Lassiwe
Reporter | KOMMUNAL
23. April 2026
Potsdam führt sie ein, Bayern verbietet sie, Freiburg erwägt die Abschaffung: Die kommunale Verpackungssteuer spaltet die Kommunen. Doch was bringt die Abgabe auf Einwegbecher und Plastikbesteck wirklich – für Stadtkassen, Sauberkeit und Gewerbetreibende? Ein Blick auf die Erfahrungen aus der Praxis.

Am 1. Juli geht es los. Dann werden Geschäfte, die Pendlern und Touristen einen „Coffee to Go“ im Pappbecher verkaufen, mit einer Verpackungssteuer von 50 Cent zur Kasse gebeten. Denn die Stadtverordneten haben nach kontroverser Debatte mehrheitlich beschlossen, die Steuer einzuführen, um die Sauberkeit im öffentlichen Raum zu erhöhen und den Einsatz von Einwegverpackungen zu verringern.

Potsdam: 50 Cent pro Becher – und Widerstand aus der Wirtschaft

„Uns ist bewusst, dass die Einführung der Verpackungssteuer für viele Betriebe zunächst mit Anpassungen verbunden ist“, sagt der Potsdamer Bürgermeister Burkhard Exner. „Gleichzeitig eröffnet sie die Chance, Verpackungslösungen nachhaltiger zu gestalten und den Einsatz von Einwegmaterialien deutlich zu verringern.“ Die Steuer setze klare Anreize für mehr Mehrweg und trage damit zu mehr Sauberkeit und Nachhaltigkeit im Stadtbild bei. „Um die Unternehmen bestmöglich zu unterstützen, sind umfassende Informationsangebote für die Gewerbetreibenden geplant, unter anderem eine Informationsveranstaltung im Mai, bei der offene Fragen geklärt und praktische Hinweise gegeben werden.“

Konkret plant die Stadt eine Satzung für Einwegverpackungen für Speisen und Getränke, „die typischerweise für den unmittelbaren Verzehr im Stadtgebiet bestimmt sind.“ Für Einwegverpackungen wie Becher, Teller oder Schalen soll ein Betrag von 50 Cent je Stück gelten, für Einwegbesteck ein Betrag von 20 Cent. Doch die neue Kommunalabgabe stieß in Potsdam auch auf Widerstand. Ein breites Bündnis aus Wirtschaftsverbänden warnte vor den mit der Einführung der Steuer verbundenen Preissteigerungen.

Was ist die kommunale Verpackungssteuer?

Die kommunale Verpackungssteuer ist eine örtliche Aufwandsteuer, mit der Städte und Gemeinden den Verkauf von Einwegverpackungen für Speisen und Getränke, die zum sofortigen Verzehr gedacht sind, belasten können. Gezahlt wird sie von den entsprechenden Gastronomiebetrieben. Das Ziel: den Einsatz von Einwegmaterial im öffentlichen Raum zu reduzieren und die Entsorgungskosten nach dem Verursacherprinzip fairer zu verteilen. Ob eine Kommune die Steuer einführen darf, richtet sich nach dem jeweiligen Landesrecht – nicht überall in Deutschland ist das möglich.

Rechtslage: Länder können Verpackungssteuer

Nicht jede deutsche Kommune kann eine Verpackungssteuer einführen. Bayern hat die Einführung der Verpackungssteuer für seine Kommunen verboten. 

Konstanz: Positive Zwischenbilanz nach einem Jahr

Aber wie funktioniert die neue Steuer in der Praxis? Zunächst ein Blick nach Konstanz. Hier hatte die Stadt Ende 2023 die Einführung der Verpackungssteuer beschlossen. Denn nach Angaben einer Stadtsprecherin landen pro Jahr rund 500 Tonnen Müll in öffentlichen Mülleimern, auf Straßen, Plätzen und am Seeufer. Die Entsorgungskosten trage die Stadt. Durch die Verpackungssteuer würden auch diejenigen, die Einwegverpackungen verkaufen, und somit den Müll verursachen, an den Entsorgungskosten beteiligt.

Konstanz wird sauberer mit der kommunalen Verpackungssteuer
Konstanz wird sauberer.

Mittlerweile hat die Stadt eine Zwischenbilanz gezogen: Zwischen Januar und September 2025 hat sich eine Müllreduktion um 14 Tonnen im Vergleich zu den Vorjahren ergeben. „Die Einführung einer Verpackungssteuer wurde in Konstanz emotional diskutiert, bevor die Satzung im Mai 2024 verabschiedet wurde", so Philipp Baumgartner, Leiter des Amts für Klimaschutz. „Die positive Auswirkung auf das Müllaufkommen im öffentlichen Raum zeigt uns, dass es viel bringen kann, auch teils unpopuläre Maßnahmen in die Umsetzung zu bringen.“

Auch finanziell spürt die Stadt Effekte: Mittlerweile hat Konstanz mehr als eine Million Euro aus der Verpackungssteuer eingenommen, die dem städtischen Haushalt frei zur Verfügung stehen. Und was würde die Stadt heute anders machen? Man habe gelernt, dass die Kommunikation mit den Betrieben viel Raum braucht, sagt die Stadtsprecherin. Zudem müsse in der Öffentlichkeit deutlicher hervorgehoben werden, dass die Verpackungssteuer durch Verwendung von Mehrwegbehältnissen umgangen werden kann. „Die Verpackungssteuer ist für uns ein wichtiges Instrument, um Kosten für die Müllentsorgung fair zu gestalten und ein klares Signal für mehr Nachhaltigkeit zu setzen“, sagt Helge Kropat aus der Steuerabteilung der Konstanzer Kämmerei. „Wir beobachten die Entwicklung genau und werten die Daten sorgfältig aus – sowohl was das Aufkommen betrifft als auch die tatsächliche Lenkungswirkung bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern.“

Freiburg: Skepsis und mögliche Kurskorrektur

Doch die Verpackungssteuer wird nicht überall so positiv gesehen wie in Konstanz: In Freiburg überlegt der Oberbürgermeister bereits, die erst Anfang des Jahres eingeführte Steuer wieder abzuschaffen. „Ich stehe dieser Form der Verpackungssteuer weiterhin kritisch gegenüber“, sagt Oberbürgermeister Martin Horn. „Sie ist aus meiner Sicht bürokratisch aufwendig, sozial nicht ausgewogen und in ihrer Wirkung begrenzt.“ Welche Einnahmen die Verpackungssteuer erzeugt oder welche Mengen Müll dadurch vermieden wurden, lässt sich in Freiburg dagegen noch nicht sagen. Dafür läuft das Modell noch nicht lange genug.

„Ich begrüße es aber, dass der Gemeinderat jüngst beschlossen hat, die Verpackungssteuer erneut zu beraten und mögliche Anpassungen zu prüfen“, sagt Oberbürgermeister Horn. „Unser Ziel muss es sein, praktikable Lösungen zu finden, die Müll vermeiden, ohne Betriebe und Bürgerinnen und Bürger übermäßig zu belasten.“

Fazit: Kommunale Verpackungssteuer – Potenzial mit Voraussetzungen

Ob die Verpackungssteuer eine praktikable Lösung ist, um die allgemeine Vermüllung der Innenstädte mit Kaffeebechern, Plastik-Eislöffeln und Wurstpiekern zu vermeiden, muss sich in den nächsten Jahren zeigen.

Die Erfahrungen aus Konstanz und Freiburg zeigen jedoch: Entscheidend für den Erfolg ist nicht allein die Höhe der Abgabe, sondern die Qualität der Kommunikation mit Betrieben und Bürgerinnen und Bürgern sowie eine belastbare Datenbasis zur Messung der Lenkungswirkung. Kommunen, die die Verpackungssteuer einführen wollen, sollten frühzeitig auf transparente Information, klar kommunizierte Mehrweg-Alternativen und eine enge Einbindung des lokalen Gewerbes setzen. 

Innenminister Joachim Herrmann nachdem der Gesetzesentwurf zum Verbot der Verpackungssteuerim Sommer beschlossen wurde.

Deckel drauf? Bayern verbietet Städten die Verpackungssteuer

Bayern verbietet als einziges Bundesland die kommunale Verpackungssteuer. 9 Städte konkret betroffen. Städtetag kritisiert den Eingriff. Klagen könnten folgen.
MEHR

Einwegverpackungen: Wer sie unters Volk bringt, muss in Tübingen Verpackungssteuer zahlen.

So erfolgreich ist die Verpackungssteuer in Tübingen

Als erste Kommune hatte Tübingen eine Verpackungssteuer auf Einweg eingeführt. Laut Bundesverfassungsgericht ist sie rechtens. Das sind die Erfahrungen.
MEHR

Viele Kommunen haben Interesse an der Einführung einer Verpackungssteuer - erste Kommunen wollen sie auch auf Pizzakartons und Co ausdehnen - ein Überblick

Zahlreiche Kommunen prüfen Einführung einer Verpackungssteuer

Viele Kommunen haben Interesse an der Einführung einer Verpackungssteuer - erste Kommunen wollen sie auch auf Pizzakartons und Co ausdehnen - ein Überblick
MEHR
Fotocredits: Adobe Stock
Der Newsletter für kommunale Entscheidungsträger. Lesen Sie was Kommunen bewegt

Auch von Benjamin Lassiwe

  • Ryyan Alshebl, der Bürgermeister von Ostelsheim.
    Porträt

    Flüchtling, Bürgermeister, Medienphänomen

    von Benjamin Lassiwe
  • Münster
    Interkommunale Zusammenarbeit

    Kooperation statt Kirchturmdenken bei der Stadtentwicklung

    von Benjamin Lassiwe
  • Junger Bürgermeister in Lauenstein, Tim Tietz
    Porträt

    Einstiegsdroge Ortsbürgermeister

    von Benjamin Lassiwe

Lesen Sie auch...

  • Forum KOMMUNAL 2026

    Dieses Programm macht Kommunen krisenfest

    von Rebecca Piron
  • Infrastruktur

    Straßenausbaubeiträge: Vorstoß gescheitert – Finanzierungsproblem bleibt

    von Rebecca Piron
  • Bürokratieabbau in Kommunen

    Willkommen in Regularistan! Ihr Antrag auf Zukunft wird bearbeitet

    von Dr. Ilona Benz

Neuester Inhalt

  • Fund

    Gemeinde darf den Goldschatz behalten

    von Gudrun Mallwitz
  • Digitale Verwaltung

    Low Code-Plattformen: Verwaltung ersetzt Programmierer

    von Rebecca Piron
  • Frühwarnsysteme

    KI warnt vor Sturzfluten

    von Rebecca Piron

Schlagwörter

  • Politik

ZURÜCK ZUR STARTSEITE

Home

Footer First Navigation

  • Messe KOMMUNAL
  • Leserservice
  • AGB
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Mediadaten
  • Verträge kündigen
  • Datenschutzeinstellungen
  • KOMMUNALBESCHAFFUNG

Footer Second Navigation

  • Wir auf Whatsapp