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Weihnachtsmärkte öffnen immer früher

Weihnachtsmärkte: Kommune, Kommerz und Weihnachten...

von Christian Erhardt-Maciejewski
Chefredakteur | KOMMUNAL
8. November 2017
Es ist eine ungeschriebene Regel, dass die Weihnachtsmärkte frühestens nach dem Totensonntag öffnen. In diesem Jahr ist das aber anders - in Berlin funkelt es schon, auch in Hessen öffnen erste Märkte in wenigen Tagen. Doch es regt sich Widerstand!

Der frühe Beginn einiger Weihnachtsmärkte in Hessen sorgt für viel Unmut. Unter anderem soll in Darmstadt der Weihnachtsmarkt am 20. November eröffnet werden. Auch in Fulda sowie in der Tourismus-Hochburg Rüdesheim am Rhein ist eine Eröffnung noch vor dem Totensonntag geplant. Das Hotel- und Tourismusgewerbe habe auf einen frühzeitigen Beginn gedrungen, so ein Sprecher der Kommune. +++ Lesen Sie auch: Weihnachtsmärkte boomen - die Städte und Gemeinden profitieren mit - HIER KLICKEN ++++ Eine Woche vor dem ersten Advent gedenken viele Protestanten am Totensonntag ihrer verstorbenen Angehörigen und Freunde. Üblicherweise starten die Weihnachtsmärkte erst am Tag danach. Allerdings bleiben den Budenbetreibern zwischen Totensonntag und Heilgabend in diesem Jahr nur exakt vier Wochen, denn der vierte Advent fällt genau auf den 24. Dezember.

Berlin benennt Weihnachtsmärkte einfach um

Wintermarkt statt Weihnachtsmarkt nennen erste Bezirke in Berlin nun ihren Budenzauber. Somit habe der Markt nichts mehr mit Weihnachten zu tun und könne auch niemandem aus religiösen Gründen "sauer" aufstoßen, ist dort das Motto. Hier sind erste Märkte schon eröffnet.

Vor allem die evangelische Kirche in Hessen kritisiert die frühe Öffnung der Märkte jedoch. "Die Gefahr ist, dass wir sonst irgendwann soweit sind, dass es Schoko-Osterhasen zum Glühwein gibt", so ein Sprecher.

Kirche hat nichts gegen Kommerz

Im Exklusiv-Gastbeitrag für KOMMUNAL spricht der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski der Händlern durchaus zu, Weihnachten auch gewinnorientiert sehen zu dürfen. "Kirche hat grundsätzlich nichts gegen kommerzielle Interessen", so Rekowski in seinem Beitrag, den KOMMUNAL in der nächsten Ausgabe (ab dem 27. November) des Magazins veröffentlicht. Im Gegenteil: Er sieht in Weihnachtsmärkten auch eine Chance für die Kirchen und verweist auf eine ökumenische Kirchenmeile auf dem Bonner Weihnachtsmarkt.

Warnung an die Kommunen

Gleichzeitig rät Rekowski Kommunen jedoch, mit den Weihnachtsmärkten sorgsam umzugehen. "Wenn es auf den Märkten nur um Kommerz ginge, wären sie bald bloß eine Fußnote der Kommunalgeschichte", so Rekowski. Wörtlich schreibt er: Die Menschen aber suchen mehr als Konsum und Kommerz. Das sollten Stadtmarketing, Werbegemeinschaften oder wer immer für einen Weihnachtsmarkt verantwortlich zeichnet, gleichermaßen auch die Kirchen, in Erinnerung behalten.

Lesen Sie exklusiv den kompletten Gastbeitrag des Präses der evangelischen Kirche im Rheinland - mit unserem kostenfreien Probeabo - jetzt unverbindlich abschließen! Sie sind nur DIESEN KLICK entfernt! 

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