Städte können keinen Whatsapp-Newsletter mehr verschicken
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Verbot für Kommunen

Kein Whatsapp-Newsletter mehr!

Seit kurzem dürfen Kommunen keine Whatsapp-Newsletter mehr verschicken. Wie gehen betroffene Städte mit dem Verbot um? Auf welche Alternativen steigen sie um? Ein Kurzüberblick!

In den letzten Jahren haben mehrere Städte und Gemeinden den Messengerdienst Whatsapp genutzt, um wichtige Informationen direkt aufs Handy der Bürger zu schicken. Der Vorteil: Newsletter mit wichtigen Beschlüssen, Veranstaltungen oder Notfall-Meldungen konnten so schnell und einfach versendet werden. Zudem lag die Öffnungsrate bei Whatsapp im Durchschnitt höher als beim klassischen E-Mail-Newsletter.

Whatsapp-Newsletter nicht mehr erlaubt!

Nun soll aber damit Schluss sein! Denn Whatsapp, das die Tochterfirma von Facebook ist, unterstützt seit dem 07. Dezember keine Newsletter mehr. So schreibt das Unternehmen: "WhatsApp ist eine private Messaging-Plattform, die ursprünglich entwickelt wurde, um Menschen zu helfen, ihre Freunde und Lieben zu benachrichtigen. Unsere Produkte sind nicht für den Massenversand oder automatisierte Nachrichten bestimmt." Demnach will Whatsapp rechtliche Schritte einleiten, wenn Nutzer den Messenger-Dienst für einen automatischen Massenversand beziehungsweise nicht zu persönlichen Zwecken nutzen.

Kommunen, die den Whatsapp-Newsletter bislang rege genutzt haben, müssen jetzt auf Alternativen umsteigen.

Und wie verschicken Kommunen jetzt ihre Newsletter?

Die nordrheinwestfälische Stadt Meinerzhagen beispielsweise bietet einen regulären Newsletter per E-Mail mit Pressemitteilungen, Bekanntmachungen, Terminankündigungen und wichtigen News an. Und auch auf Facebook sowie der eigenen Homepage sollen die Bürger mit wichtigen Informationen versorgt werden.

Die baden-württembergische Stadt Horb nimmt das Newsletter-Verbot von Whatsapp nun als Anlass, um auf Facebook und Instagram einzusteigen. Zudem hatte sich der Oberbürgermeister bemüht, bürgernaher zu werden und eine Online-Sprechstunde angeboten - allerdings wurde diese kaum genutzt. "Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Bürgerinnen und Bürger offenbar doch lieber den persönlichen und direkten Kontakt suchen", erklärt der Pressesprecher Christian Volk gegenüber der Südwest Presse.

In mehreren Städten findet eine Online-Bürgersprechstunde auf Whatsapp statt. Zudem können die Bürger vielerorts direkte Nachrichten über den Messenger an die Verwaltung oder den Bürgermeister schicken und erhalten auf diesem Weg schnell Antwort. Diese Art der Kommunikation wird von einigen Datenschützern kritisiert, erfreut sich in vielen Städten allerdings trotzdem großer Beliebtheit. Sie ist jedoch nicht vom Verbot betroffen und dementsprechend auch weiterhin bei Whatsapp erlaubt.

Die Stadt Horb will deshalb auch weiterhin auf Whatsapp Nachrichten empfangen und beantworten.

Anders sieht es in der nordrhein-westfälischen Stadt Attendorn aus: Sie ist jetzt auf den Messengerdienst Telegram umgestiegen. Neben dem Newsletter sollen darüber auch direkte Anfragen beantwortet werden: "Ihr könnt Euch weiterhin sicher sein, dass auch Eure Nachrichten über TELEGRAM bei der Pressestelle landen. Denn am anderen Ende sitzt immer noch ein Mensch und lieste Eure Einsendung - versprochen. Hat Eure Nachricht Relevanz (z.B. Hinweis auf loses Kopfsteinpflaster in der Altstadt oder die nicht abgeholte Biotonne), geben wir Eure Nachricht gerne an das zuständige Fachamt im Rathaus weiter."