Tipps
Wie 10 Kommunen ihre Innenstadt beleben
Leerstände nutzen
Zwischennutzungen für Start-ups, Kunstprojekte oder Pop-up-Stores machen die Innenstadt nicht nur attraktiv für Besucher, sondern geben Menschen mit neuen Ideen eine Chance. Zugleich wird der Eindruck einer ausgestorbenen Innenstadt, den Leerstände erwecken können, vermieden. In Freudenstadt werden leerstehende Ladenlokale temporär als Pop-up-Stores, aber auch für kulturelle und kreative Projekte genutzt.
Gemeinsam anpacken

Lokale Händler, Gastronomen und Kulturschaffende können in Kooperation neue Möglichkeiten schaffen. In Salzwedel haben sich verschiedene Akteure für die Umsetzung kreativer Projekte und Veranstaltungen zusammengeschlossen. Der Verein Kultur-Nische betreibt ein soziokulturelles Zentrum in einem denkmalgeschützten Fachwerkensemble. Hier finden kulturelle Veranstaltungen, Workshops und Ausstellungen statt. Der Bürgermeisterhof nutzt ein leerstehendes Gebäude in der Innenstadt für Konzerte, Lesungen und Ausstellungen.
Aufmerksamkeit schaffen
Eine zentrale, mobile-optimierte Website mit aktuellem Veranstaltungskalender, Händlerverzeichnis, Parkinfos etc. macht den Besuch in der Innenstadt planbar und hält das Angebot auf dem Radar. Bad Dürkheim bezieht die Bürgerinnen und Bürger auf seinem Webauftritt aktiv mit ein. Auf der Online-Plattform können sie ihre Ideen einbringen und die Stadt aktiv mitgestalten. Wie das umgesetzt wird, wollen sich die Menschen live vor Ort ansehen.
Stadtmarke schärfen
Erzählen Sie die Geschichte Ihrer Stadt: Was macht sie besonders? Authentisches City-Branding schafft Verbundenheit bei Einwohnern und Neugier bei Besuchern. Im Jahr 2025 entwickelte Walldorf ein neues Stadtmarketingkonzept. Gemeinsam mit allen Akteuren sollten die Stärken der Stadt herausgearbeitet und unter einer klaren Stadtmarke gebündelt werden. Heraus kam: Walldorf zeichnet sich durch eine hohe Lebensqualität für Familien aus, mit einem breiten Angebot an Bildungs- und Betreuungseinrichtungen. Die Stadt bietet vielfältige Freizeitaktivitäten in Sporteinrichtungen, Parks und Kulturstandorten.
Bürger einbeziehen

Nutzen Sie Beteiligungsformate, wie beispielsweise Ideen-Wettbewerbe für die Innenstadt oder Stadtspaziergänge mit Jugendlichen und Senioren. Bad Belzig hat durch die Initiative „Vitale Innenstadt“ Bürger aktiv in die Gestaltung eingebunden. Dabei wurden Veranstaltungen und Aktionen organisiert, die die Innenstadt beleben und die lokale Gemeinschaft stärken.
Der Dritte Ort
Kleine Sitzgruppen, WLAN-Hotspots, Urban Gardening oder Bibliotheken: Attraktive Aufenthaltsorte, die nicht kommerziell sind, machen die Innenstadt auch dann zum Anziehungspunkt, wenn man gerade keine Besorgungen zu erledigen hat. Griesheim hat durch Projekte wie die „besitzbare Stadt“ und die „bespielbare Stadt“ die Aufenthaltsqualität erhöht. Dabei wurden Sitzgelegenheiten und Spielstationen installiert, um das Miteinander zu fördern.
Mut zur Nische
Filialisten haben häufig kein Interesse, Standorte in kleineren Kommunen zu eröffnen. Daher sollten diese Gründerinnen und Gründer fördern. Die Stadt Lohne hat das Programm „Neue Läden. Neues Leben.“ aufgesetzt, um gezielt Existenzgründer und kleine Unternehmen zu fördern. Für innovative und moderne Geschäftskonzepte in den Bereichen Handel, Gastronomie, Handwerk und Dienstleistungen können bis zu 10.000 Euro Förderung beantragt werden.
Influencer aktivieren
Lassen Sie Menschen aus der Stadt über Social Media für die Stadt werben. 2024 ernannte Castrop-Rauxel den TikTok-Influencer Levi Penell mit über 450.000 Followerinnen und Followern zum offiziellen „Ehrenbotschafter“ der Stadt. Penell veröffentlichte humorvolle Videos, in denen er Castrop-Rauxel als „die schönste Stadt der Welt“ präsentierte. Diese Inhalte gingen viral und sorgten für eine erhebliche Steigerung der Aufmerksamkeit für die Stadt.
Chefsache Innenstadt
Ohne Rückendeckung aus dem Rathaus bleibt Stadtmarketing oft ein Papiertiger. Klare politische Unterstützung ist die Basis für das Gelingen. Wassenbergs Bürgermeister Manfred Winkens initiierte gemeinsam mit dem Stadtmarketing und dem Berater Harald Ross ein Konzept zur Belebung der Innenstadt. Ein zentraler Bestandteil war die Einführung eines monatlichen Abendmarkts, der Kultur, Genuss und Events miteinander verband. Diese Maßnahmen begleitete der Bürgermeister aktiv. Sie führten zu einer nachhaltigen Belebung der Wassenberger Innenstadt.




