Primasens Eigentumswohnungen werden teurer
In Pirmasens wurden Eigentumswohnungen 2025 im Schnitt teurer.
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Postbank-Wohnatlas 2026

Immobilienpreise ziehen in Mittelstädten besonders stark an

Vor allem in mittelgroßen Städten unter 100.000 Einwohner sind Immobilien teurer geworden. Besonders auffallend: die Entwicklung in Pirmasens in Rheinland-Pfalz. Dort kletterten die Preise für Eigentumswohnungen im Jahr 2025 um 11,4 Prozent nach oben. Beispielsweise in einer brandenburgischen Stadt fernab des sogenannten Speckgürtels ums Berlin wurden Immobilien weitaus teurer angeboten als bislang.

Drei Jahre in Folge waren die Preise für Bestands-Eigentumswohnungen in Deutschland gesunken, als Ursachen dafür gelten die steigenden Zinsen und die lähmende Debatte um das sogenannte Heizungsgesetz. Experten des Hamburgischen WeltWirtschafsInstituts haben für den Postbank-Wohnatlas 2026 die Preisdaten aller 400 deutschen Landkreise ausgewertet. 2025 zogen die Preise wieder leicht an. Nach Abzug der Inflationsrate von 2,2 Prozent um 0,6 Prozent. Der Markt, so das Fazit der Analyse, stabilisiere sich.

Immobilienpreise steigen in mittelgroßen Städten

"Der Aufwärtstrend ist in den Städten mit bis zu 100.000 Einwohnern besonders stark zu spüren. Im Durchschnitt über alle diese Mittelstädte stiegen die Preise 2025 real um 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an", heißt es in der Studie, die KOMMUNAL vorab vorlag. Beispiel Pirmasens:  Dort stiegen die Preise für Eigentumswohnungen 2025 real um 11,4 Prozent. Allerdings lagen sie mit durchschnittlich 1.482 Euro pro Quadratmeter immer noch auf niedrigem Niveau. In Cottbus, der zweitgrößten Stadt Brandenburgs, zogen einige hochpreisige Angebote den Schnitt nach oben.  In Großstädten hingegen betrug der Preisanstieg durchschnittlich um 0,8 Prozent zu, bei den Landkreisen 0,5 Prozent.

In Sachsen kletterten Preise für Eigentumswohnungen nach oben

Im Vergleich der Bundesländer ergibt sich folgendes Bild: In Sachsen verteuerten sich 2025 über alle Kreise und kreisfreien Städte Eigentumswohnungen mit real 5,2 Prozent am stärksten. Im Jahr davor waren die Preise dort aber auch am meisten gefallen - nämlich um 4,4 Prozent. Auch in Rheinland-Pfalz (+3 Prozent), Bremen (+2,9 Prozent) und Brandenburg (+2,4 Prozent) wurden die Eigentumswohnungen im Schnitt deutlich teurer. In Thüringen dagegen sanken die Preise laut Wohnatlas 2026 um 5,2 Prozent. Für weniger Geld konnte man in Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg eine Eigentumswohnung erwerben. Auch in Berlin sanken die Preise leicht. 

Eigentumswohnungen in den beliebten Ferienwohnungen

Und wie sah es bei den grundsätzlich teureren Wohnungen in Ferienregionen aus? Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen waren Eigentumswohnungen 2025 real um 3,1 Prozent günstiger als im Jahr davor. Im Südwesten Bayerns stiegen die Preise - nach Abzug der Inflation - leicht an. Wer in den Ferienregionen an der Nord- und Ostsee im vergangenen Jahr eine Eigentumswohnung kaufte, konnte mit Preisabschlägen rechnen. So sanken die Preise in Nordfriesland etwa auf Sylt, Föhr und Amrum real um 7,4 Prozent. Dort werden pro Quadratmeter die zweithöchsten Preise für Eigentumswohnungen aufgerufen: 7886 Euro kostet der Quadratmeter durchschnittlich. In Deutschlands teuerster Region, der Stadt München, war der Quadratmeter im vergangenen Jahr mehr als 9000 Euro ausgeben. Im Vergleich dazu: Im Vogtlandkreis Sachsen kostet der Quadratmeter 900 Euro. 

Die Big 7 entwickelten sich unterschiedlich

In den sieben Metropolen Deutschlands fiel die Preisentwicklung sehr unterschiedlich aus. In Stuttgart sanken die Preise für Eigentumswohnungen sogar um 1,4 Prozent. Den höchsten inflationsbedingten Anstieg dagegen verbuchten Hamburg und München mit durchschnittlich 1,0 Prozent.

Die höchsten Quadratmeterpreise werden nach wie vor in München bezahlt (9.070 Euro), gefolgt von Hamburg (6.394 Euro)und Frankfurt am Main (6.293 Euro), Berlin (5.796 Euro), Düsseldorf (5.164 Euro), Köln (5029 Euro) und Stuttgart (4.737 Euro). Unter den Großstädten haben die Preise vor allem in Potsdam zugelegt. Sie stiegen zuletzt durchschnittlich real auf 5.897 Euro pro Quadratmeter.  Im Umland der Metropolen kletterten die Preise nur teilweise wieder nach oben.