Warnapps
Hilfreich: Cell-Broadcast Warnmeldungen direkt auf die Handys.
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Nach der Flut

Katastrophenschutz - in Digitales investieren

Nach der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands müssen wir stärker in digitale Zukunftstechniken investieren, meint Franz-Reinhard Habbel. Ein Katalog, wie sich Kommunen durch Digitalisierung schützen können.

Nach der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands auf den Klimawandel zu schauen und notwendige Maßnahmen zu forcieren, ist richtig. Genau so richtig und wichtig ist es aber auch, Klimaanpassung zu betreiben, Mängel beim Hochwasserschutz zu beseitigen und sich flexibel immer wieder auf neue Lagen einzustellen. Extreme Wetterereignisse werden sich in den nächsten Jahren häufen. Entsprechende Vorkehrungen sind daher notwendig. Die Digitalisierung kann  einen wichtigen Beitrag zum Katastrophenschutz leisten,  indem zum Beispiel im Rahmen von Cell-Broadcast Warnmeldungen direkt auf die Handys in ausgewählten Funkzellen gesendet werden.

Digitalisierung im Katastrophenschutz nutzen

Uneinheitliche Datenquellen verschiedener Behörden müssen intelligent miteinander verknüpft werden und schnell betroffenen Stellen zugänglich gemacht werden. Leitstellen und Lagezentren müssen auf Plattformen digital vernetzt werden. Die Ausbreitung von Wassermassen kann lokal mittels digitaler Karten simuliert werden, um mit diesen Informationen frühzeitig Warnungen zu erteilen und Evakuierungen einzuleiten. Satellitenschüsseln an sicheren Orten mit entsprechender Notstromversorgung können neuralgische Punkte auch beim Ausfall von Masten mit Mobilfunk und Internet versorgen.

Smarte Sirenen einsetzen

Beim notwendigen Aufbau von Sirenen sollten solche Alarmierungssysteme zum Einsatz kommen, die auch digital individuell ansteuerbar sind. So können raumbezogene Warnungen ausgelöst werden. Solche Smarte Sirenen lassen sich auch mit LEDs ausstatten, die durch farblich unterschiedliches Licht Warnhinweise abgeben. In Kaiserslautern werden gerade smarte Laternen mit Alarm-Sirenen ausgestattet. Dadurch will die Stadt im Gefahrenfall die Bevölkerung auch akustisch durch kurze Informationen warnen.

Geografische Informationssysteme

Beim Wiederaufbau in den von der Flut betroffenen Kommunen müssen Energie- und Kommunikationsversorgungssysteme so aufgebaut werden, dass diese nicht bereits mit der ersten Flutwelle zerstört werden. Mittels Simulationsmodellen lässt sich zum Beispiel feststellen, welche Stellen für Verteilerkästen geeignet sind. Geografische Informationssysteme müssen künftig mit aktuellen Wetter Daten automatisiert verbunden werden und bei Gefährdungen entsprechende Alarme lokal auslösen. 

Digitale Zwillinge – hier werden die Kommunen digital abgebildet – können die Auswirkungen von Überschwemmungen durch ganzheitliche Visualisierungen sichtbar machen. Sie dienen damit der Prävention. Mittels KI lässt sich ermitteln, wann bei drohendem Starkregen Regenrückhaltebecken beziehungsweise Talsperren schon im Vorfeld ablaufen sollten.