Digitalisierungsstrategie von Kommunen
123rf

Die meisten Kommunen haben keine Digitalisierungsstrategie!

Mi, 30.10.2019

Eine neue Studie zeigt, dass viele Kommunen noch keine Digitalisierungsstrategie haben. Insbesondere die kleinen Städte hängen hinterher. Um die Digitalisierung schnell voranzutreiben, sind es insbesondere zwei Fragen, die Kommunen auf dem Schirm haben sollten.

Lediglich 14 Prozent der deutschen Kommunen haben eine Digitalisierungsstrategie!

Das zeigt eine Studie der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) und das Kompetenzzentrum Öffentliche IT (ÖFIT). Aber: Die Hälfte arbeitet mittlerweile daran.

Auffällig ist, dass insbesondere die Kommunen mit einer hohen Bevölkerungszahl häufiger eine Digitalisierungsstrategie haben.

 
Für die Studie haben 412 Mitgliedskommunen der KGSt in ganz Deutschland an einer Online-Befragung teilgenommen.

 

Die Ergebnisse der Studie

 

Formularserver, elektronische Bezahlmöglichkeiten, Servicekonten, eID-Funktionen, De-Mail, Verwaltungspostfächer, Suchfunktionen, mobile Apps oder Chatbots - 16 Prozent der Kommunen setzen keine dieser E-Government-Angebote ein. 32 Prozent ein oder zwei. Als gut aufgestellt gilt eine Kommune im E-Governmentbereich bereits, wenn sie mindestens drei der genannten Komponenten einsetzt.

Daten und ihre effektive Nutzung sind in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus gerückt. Mit ihnen lasen sich laut vieler Experten neue Geschäftsmodelle und individualisierte Dienstleistungen anbieten. Und obwohl Kommunalverwaltungen die Potenziale stark nutzen könnten, zeigt die Studie, dass lediglich 27 Prozent der Kommunen eine systematische Bestandsaufnahme betreiben.

Die Offenlegung von Daten und die zentrale Bereitstellung spielen keine große Rolle, obwohl sie die technisch einfachste Lösung für die übergreifende Nutzung von Datenbeständen wären.

 

Digitalisierungsstratgien der Kommunen

 

Mehr als 95 Prozent der Kommunen nennen das Verwaltungshandeln als eines der drei wichtigsten Handlungsfelder ihrer Digitalisierungsstrategie. Und das zeigt sich auch an den Zielen. Die drei am häufigsten genannten sind:

1. Die Effizienz und Effektivität der Verwaltung

2. Die bürgernahe und offene Verwaltung

3. Ein erweitertes Leistungsangebot der Verwaltung

Für 70 Prozent der Kommunen ist zudem auch die digitale Infrastruktur ein besonders relevantes Strategiefeld. In weniger als jeder vierten Kommune sind die Themen Bildung, Kultur, Wissenschaft, Verkehr, Mobilität, Wirtschaft und Handel wichtig.

Es zeigt sich, dass Kommunen, die eine Digitalisierungsstrategie haben oder erarbeiten, auch im Bereich E-Government häufiger besser aufgestellt sind oder sich verstärkt für digitale Themen in ihrer örtlichen Gemeinschaft engagieren.

 

In jeder dritten Kommune ist die Digitalisierung "Chefsache"

 

Mitverantwortet von Bürgermeister, Landrat, Chief Digital Officer oder Chief Information Officer wird die Digitalisierung der Verwaltung und örtlichen Gemeinschaft nur in jeder dritten Kommune.

Es zeigt sich: Kommunen, die gut aufgestellt sind im E-Governmentbereich, haben die Digitalisierung häufiger zur Chefsache erklärt. Zudem gehen diese Kommunen die Digitalisierung häufiger strategisch an und unterstützen die Digitalisierung stärker in der örtlichen Gemeinschaft.

Die Autoren schreiben dazu: "Eine derartige Rollengestaltung kann dabei helfen, die Aktivitäten in der Kommune zu koordinieren, im Sinne einer ganzheitlichen und integrierten Digitalisierungsstrategie miteinander zu verzahnen und Synergieffekte zu schaffen, damit ein möglichst breites digitales Angebot realisiert werden kann."

 

Tipps der Studienautoren zum Thema Digitalisierung

 

Laut der Autoren sollen alle Beteiligten befähigt und willens sein, sich auf die Vernetzung einzulassen. Und sich dabei die Fragen zu stellen "Wo können wir was abgucken? Mit wem machen wir das gemeinsam?"

Die Digitalisierungsstrategie wird größtenteils noch von dem Thema der Verwaltungsdigitalisierung dominiert. Deshalb sollte die Strategie partizipativ entwickelt werden und auch die örtliche Gemeinschaft integrieren.

Weiter sollte die Digitalisierungsstrategie zur "Chefsache" erklärt werden und fachbereichsübergreifend gesteuert werden. Damit die Digitalisierung auf kommunaler Ebene gelingt, schreiben die Studienautoren, müssen die Kompetenzen der Verwaltungsmitarbeiter und Bürger als Nachfrage und Treiber digitaler Verwaltungsangebote gefördert werden.

Mehr zum Thema

Weitere Gastbeiträge

Neuester Inhalt

Immer informiert bleiben!

Jetzt für KOMMUNE.HEUTE anmelden und die Neuigkeiten der kommunalen Welt kommen direkt in Ihr Postfach.
 Ja, ich habe die Datenschutzerklärung verstanden und akzeptiere sie.*

Ja, ich möchte im Newsletter persönlich angesprochen werden! (optional)