Ranking: Das sind Deutschlands attraktivste Innenstädte
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Eine Umfrage zeigt, wie zufrieden die Deutschen mit ihren Innenstädten sind

Das sind die attraktivsten Innenstädte Deutschlands!

Do, 24.01.2019

Fast 60.000 Menschen haben darüber abgestimmt, welche Innenstadt die beste ist. Die Befragung zeigt, was sich die Verbraucher wünschen und was Kommunen tun können - damit die Innenstädte nicht veröden!

Die Deutschen mögen ostdeutsche Innenstädte!

Das zeigt eine Untersuchung des Kölner Handelsforschungsinstitus IFH. Rund 59.000 Menschen in 116 Städten wurden befragt, wie sie ihre Innenstadt bewerten. Überraschendes Ergebnis: Im Gegensatz zu den ostdeutschen Innenstädten sind die westdeutschen Cities nicht ganz so beliebt.

Das sind Deutschlands attraktivste Innenstädte

 

In der Umfrage mussten die Passanten verschiedene Aspekte wie Grünflächen, Gebäude, Sauberkeit, Parkplätze, Sortimentsangebot sowie den Punkt Sicherheit nach dem Muster einer Schulnote bewerten. Und dabei schneiden Deutschlands Innenstädte nicht besonders gut ab. Die Durchschnittsnote: Eine 3 Plus! Eine etwas bessere Note erhalten die Großstädte (über 500.000 Einwohnern): eine 2 Minus!

Die beliebteste Innenstadt mit mehr als einer halben Million Einwohnern ist Leipzig. In Städten mit einer Einwohnergröße von 200.000 hingegen sahnt Erfurt ab. Bei den Mittelstädten mit 50.000 bis 100.000 Einwohnern fällt besonders Stralsund positiv auf - und bei den Kleinstädten liegt Wismar mit knapp 45.000 Einwohnern vorne! Die Gewinner punkten mit gepflegten Erscheinungsbildern, Parkplätzen, Ladenöffnungszeiten, Gastro-Angeboten, Dienstleistungs-, Freizeit- und Sortimentsangeboten.

Zudem deuten die Ergebnisse der Studie darauf hin, dass sich die hohen Investitionen sowie die Sanierungen im Osten gelohnt haben.

Ein trauriges Bild zeichnet sich jedoch ab, wenn man in den Westen des Landes schaut: Die einzige westdeutsche Stadt unter den Top-Städten mit 100.000 bis 200.000 Einwohnern ist Trier!

Da die Kölner Forscher allerdings nicht die klassischen Einkaufsmetropolen wie München oder Berlin mit in die Studie einbezogen haben, sind die Ergebnisse etwas verzerrt. Auch andere Städte wie Stuttgart oder Freiburg wurden nicht beachtet.

Das Institut fordert die Kommunen dazu auf, sich aktiv für die Innenstädte einzusetzen!

Die Forscher sind mit den Ergebnissen nicht zufrieden. So habe sich seit den Umfragen des IFH im Jahr 2014 kaum etwas bei der Bewertung der Städte verändert. Geschäftsführer Boris Hedde erklärt: „Um dem Strukturwandel adäquat zu begegnen und auch für die Innenstadtbesucher von morgen weiterhin attraktiv zu sein, muss ein Ergebnis im Zweierbereich her.“

Der Experte fordert die Städte dazu auf, sich stärker für die Innenstadt zu engagieren - ansonsten drohe das Aus: "Viele Standorte, die kein klares Profil haben, werden das nicht überleben."

Doch was können die Kommunen konkret tun, damit die Innenstädte nicht veröden?

Unter den Händlern macht sich Angst vor ausbleibenden Besuchern breit. Denn Verbraucher kaufen immer häufiger im Internet ein, geben darüber hinaus häufiger Geld für Essen und Trinken, Streaming-Abos oder Konzertbesuche aus - anstatt für Mode. Die meisten Menschen empfinden außerdem eher Großstädte als attraktiv - und nicht die kleinen. Mittelgroße Kommunen hingegen steigen auf der Bleibtheitsskala, wenn sie über Besonderheiten wie eine gepflegte historische Bausubstanz verfügen. Dazu gehören beispielsweise Sehenswürdigkeiten.

Der Handelsverband Deutschland warnt vor einem No-Go: nämlich Fahrverboten in der Stadt. Diese könnten manche Zentren vollends zum Kippen bringen. Die IFH-Umfrage zeigt auf, wie wichtig Parkplätze sind: kosten sie zu viel oder sind sie Mangelware, rutscht eine Stadt rapide ab auf der Beliebtheitsskala. Durch geeignete Maßnahmen könnten Kommunen hier jedoch gezielt gegensteuern!

Ein extrem wichtiger Faktor für den Einzelhandel ist das vorhandene Angebot. Je vielfältiger und größer die Sortimente sind - desto beliebter sind die Innenstädte. Kleine Städte hingegen, die nicht mit einer großen Auswahl punkten können, machen ihre Innenstadt attraktiver, indem sie Events, Feste oder Open-Airs anbieten - und damit mehr Menschen in die City locken. Mit den richtigen Öffnungszeiten sowie einer guten Erreichbarkeit können kleine Städte laut IFH sogar überproportional gut punkten!

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