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Blitzer Symbolbild
Blitzer sind keine Geldautomaten auf Stativ.
© Adobe Stock

Mobilität

Blitzer nüchtern bilanziert

von Christian Erhardt-Maciejewski
Geschäftsführer, Chefredakteur | KOMMUNAL
21. Mai 2026
Radarfallen bringen Einnahmen, kosten aber auch viel. Entscheidend ist nicht die Kasse, sondern der Standort: dort, wo Tempo gefährlich wird und Kontrolle Leben schützen kann. Ein Überblick.

Blitzer sind für viele Bürger ein rotes Tuch. Kaum blitzt es am Straßenrand, steht der Vorwurf im Raum: Abzocke! Ganz so einfach ist es nicht. Städte und Gemeinden haben bei Geschwindigkeitskontrollen eine klare Aufgabe: Sie sollen Unfälle verhindern, nicht Haushaltslöcher stopfen.

Die Einnahmen können beachtlich sein. Hamburg liegt mit mehr als 44 Millionen Euro pro Jahr bundesweit vorn. München kommt auf rund 1,5 Millionen Euro aus Geschwindigkeitskontrollen. Der Landkreis Lippe nahm mit mobilen Blitzern in einem Halbjahr mehr als 1,3 Millionen Euro ein. Besonders viel Aufmerksamkeit bekam Kirchseeon in Bayern: Die Gemeinde mit rund 9.000 Einwohnern erzielte in elf Tagen etwa 100.000 Euro.

Blitzer kein Geldautomat mit Stativ

Doch Blitzer sind kein Geldautomat mit Stativ. Vor den Einnahmen stehen hohe Kosten. Stationäre Anlagen kosten je nach Technik zwischen 20.000 und 250.000 Euro. Mobile Anlagen liegen bei rund 160.000 Euro inklusive Technik. Dazu kommen Wartung, Kalibrierung, Personal und Verwaltung.

Der wichtigste Punkt bleibt die Sicherheit. Rund ein Viertel der Unfälle mit Personenschäden entsteht durch zu schnelles Fahren. Etwa die Hälfte der Verkehrstoten ist auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen. Richtig eingesetzte Blitzer können Unfallzahlen senken. Das gelingt nur, wenn die Kommune offen erklärt, warum sie kontrolliert.

Wer überall blitzt, verliert Vertrauen

Sinnvoll sind Blitzer vor allem an Schulwegen, Kitas und Spielplätzen, an Unfallhäufungspunkten, gefährlichen Kreuzungen, Kurven, Ausfallstraßen, Baustellen, Umleitungen sowie dort, wo viele Fußgänger und Radfahrer unterwegs sind. Wer überall blitzt, verliert Vertrauen. Wer dort blitzt, wo es knallt oder Kinder gefährdet sind, gewinnt Glaubwürdigkeit.

Blitzen für mehr Sicherheit

Die Strategie: Unfallstatistiken und Bürgerhinweise auswerten, echte Brennpunkte auswählen, mobile und stationäre Kontrollen klug kombinieren, klar beschildern, offen kommunizieren und Überschüsse in Verkehrssicherheit, Aufklärung und Infrastruktur stecken. Danach muss geprüft werden, ob die Unfallzahlen sinken.

Blitzeranlagen sind also dort wichtig, wo sie Leben schützen, Tempo senken und nachvollziehbar eingesetzt werden. Für Kommunen gilt: weniger Show, mehr Wirkung. Nicht blitzen, weil es Geld bringt. Blitzen, weil es an der richtigen Stelle sicherer macht. 

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