Planungszeichnung eines Architekten
Bauanträge sind im Detail komplex zu digitalisieren.
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Onlinezugangsgesetz

Digitaler Bauantrag in bayerischen Kommunen

Fünf Kommunen Bayerns bieten vollständig digitale Bauanträge. Die Verfahren sollen dadurch beschleunigt werden. Der "digitale Bauantrag" wird im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes in Bayern umgesetzt.

Vielerorts werden dringend benötigte Wohnungen gebaut. Doch die nötigen Anträge sind umfangreich und im Zweifel langwierig. Abhilfe soll der sogenannte "digitale Bauantrag" im Land Bayern schaffen.

Durch das Onlinezugangsgesetz, kurz OZG, werden Verwaltungsdienstleistungen vereinfacht und beschleunigt werden. Das Land Bayern hat sich einen Schwerpunkt in der Umsetzung digitaler Baugenehmigungen gesetzt. In fünf Kommunen ist der digitale Bauantrag nun in den Regelbetrieb aufgenommen worden. Bereits seit Dezember lief ein Pilotbetrieb im Landratsamt Traunstein. 

Bisher konnten lediglich ausgewählte Planer am System teilnehmen, doch von nun an ist es auch Bürgern oder beauftragten Architekten möglich ihre Anträge zeitunabhängig und ohne Gang zur Behörde einreichen. 

Digitaler Bauantrag bald in ganz Bayern

"Wir arbeiten daran, diese wichtigen Leistungen in ganz Bayern möglich zu machen", erklärt Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach und fährt fort: "Damit bauen wir Barrieren ab und vereinfachen die Antragstellung." Das OZG schreibt die Umsetzung von rund 5000 Einzeldienstleistungen bis 2023 vor. In Bayern werden die digitalen Bauanträge schrittweise im ganzen Freistaat ermöglicht. Laut bayerischem Bauministerium stellen vor allem großformatige Bauzeichnungen eine technische Herausforderung in den unteren Behörden dar. Die bisher meist auf DIN A0 gedruckten Planungszeichnungen müssen nicht nur geeignet an die Baubehörde übermittelt werden, sondern diese benötigen auch entsprechende technische Ausstattung – etwa große Monitore und grafikleistungsstarke Computer. Jedoch kann ein digitaler Bauantrag auch für die Verwaltungen neue Möglichkeiten bringen, da jetzt auch digitale 3D Modelle, sogenannte CAD-Formate, als Antragsmaterial eingereicht werden können. 

Damit es für den Bürger leichter geht, sollen digitale Assistenten behilflich sein. Diese greifen auf das bereits bestehende Formularsystem des Freistaats zu und machen ihn somit zugänglicher. 

Digitaler Bauantrag in anderen Ländern schon in der Umsetzung

Mecklenburg-Vorpommern hat ebenfalls ein Verfahren zu digitalen Bauanträge umgesetzt, das bereits seit dem Februar dieses Jahres in verschiedenen Kommunen des Landes eingesetzt und in anderen Ländern, wie Rheinland Pfalz oder Sachsen-Anhalt übernommen wird. "Der digitale Bauantrag erleichtert und beschleunigt die Arbeit der Planer", ist auch die Geschäftsführerin der Architektenkammer Mecklenburg-Vorpommern, Katrin Patynowski, überzeugt. 

In Bayern hat man sich auf Grund bestehender Systeme und Synergien entschieden, eine eigenständige Lösung zu schaffen.