5. März 2018 | Von: Rebecca Piron

Innovative Idee für den Umweltschutz

App schaltet Straßenbeleuchtung ein

Straßenlaternen nach Bedarf einschalten? Das geht jetzt in der kleinen Gemeinde Löwenstedt in Schleswig-Holstein. Per App können die Bürger von Löwenstadt die Lichter jeweils für 12 Minuten anknipsen.

 

In der kleinen Gemeinde Löwenstedt in Nordfriesland leben gerade einmal 650 Leute. Bis ein Uhr nachts brennt hier dauerhaft die Straßenbeleuchtung. Danach wird sie ausgestellt, weil nur noch selten Leute auf der Straße unterwegs sind. Für den Fall, dass mal jemand nach ein Uhr zu Fuß unterwegs ist, 365 Tage im Jahr die Straßenbeleuchtung die ganze Nacht hindurch brennen zu lassen, wäre für die Gemeindekasse und die Umwelt eine unverhältnismäßige Belastung. Trotzdem wollte die Stadt ihren Einwohnern die Möglichkeit geben nachts sicher und angenehm von A nach B zu kommen.

Über die App Knoop (plattdeutsch für Knopf) können die Löwenstedter die Straßenbeleuchtung in ihrem Ort nun jederzeit für zwölf Minuten einschalten. Die Software dazu wurde von einem Löwenstedter entwickelt. Der 26-jährige Simon Hansen ist Informatiker. Eigentlich wollte er nur die Beleuchtung in seiner Wohnung per App steuern können. Doch dann wurden die Pläne größer.

 

App für Straßenbeleuchtung auch in weiteren Kommunen?

 

Mit 65 Nutzern in Löwenstedt, hat bereits jeder zehnte Bürger die App heruntergeladen. Junge Leute, die nachts noch auf der Straße unterwegs sind und ältere Leute, die hin und wieder nach dem Rechten sehen wollen, freuen sich über die neue Möglichkeit. Für die Nutzer ist die App kostenlos. Die Kommune bezahlt pro Monat und Laterne eine Gebühr. Doch im Endeffekt soll die App der Gemeinde Geld sparen. Im nächsten Jahr plant Ingolstedt die Straßenbeleuchtung schon um Mitternacht abzuschalten. Durch die App sollte das zu keinem Problem führen. In ganz Schleswig-Holstein haben kleine Dörfer schon Interesse an der App angemeldet. Während viele große Städte bereits smarte Straßenbeleuchtung haben, ist die neue App für viele kleine Kommunen eine kostengünstige Lösung, um ihre LED-Beleuchtung bürgerfreundlicher zu machen.